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	<title>Twin-Deficit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>„Noch einmal gut gegangen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jan 2021 05:50:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Hindsight Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Twin-Deficit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts der Ereignisse in Washington in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gab es gestern früh zwei typische Reaktionen. Die eine lautete: „Das ist ja noch mal gut gegangen.“ Und eine andere Gruppe von Akteuren und Beobachtern hatte dieses Ereignis, dass Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump ins Kapitol in Washington eindringen würden, ohnehin kommen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Angesichts der Ereignisse in Washington in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gab es gestern früh zwei typische Reaktionen. Die eine lautete: „Das ist ja noch mal gut gegangen.“ Und eine andere Gruppe von Akteuren und Beobachtern hatte dieses Ereignis, dass Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump ins Kapitol in Washington eindringen würden, ohnehin kommen sehen. Man könnte in manchen Fällen auch von einem typischen Beispiel für einen sogenannten <em>Hindsight Bias</em> sprechen. Der &#8222;Anschlag auf die US-Demokratie&#8220; kam also offenbar bestenfalls für diejenigen, die selbige eigentlich in Washington DC aktiv verteidigen sollten, überraschend. Die Finanzmärkte machten indes weiter wie zuvor und zeigten sich unbeeindruckt und natürlich risikofreudig. Wie bereits am Vortag markierte der S&amp;P 500-Index ein neues Allzeithoch, und auch die hiesigen Daxianer handelten mit einem Börsenbarometer jenseits der 14.000er Marke auf einem neuen historischen Rekordniveau.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-12912" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/08012021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/08012021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/01/08012021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die Party geht weiter</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allein der Greenback wollte nicht so richtig mitspielen, wo doch alle Zeichen offenbar auf „Verkaufen“ stehen. Denn mit der neuen Zusammensetzung des US-Senats werden nicht nur weitere fiskalpolitische Stimuli, sondern auch eine deutliche Erhöhung der Staatsverschuldung erwartet. Ökonomen der alten Schule sprechen auch gerne wieder vom sogenannten Dollar-schädlichen „twin deficit“, der Kombination aus hoher Staatsverschuldung und Handelsbilanzdefiziten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn gestern noch einmal alles gut gegangen ist, bleibt doch eine gewissen Beklemmung zurück. Natürlich gibt es vermutlich rund 80 Millionen US-Amerikaner, die, wenn man die Wahlergebnisse vom vergangenen November zugrunde legt, sich nach wie vor für die Demokratie stark machen. Aber es ist andererseits eben nicht nur eine kleine Minderheit, die eigentlich kein Problem mit einer zumindest milden Form einer autokratischen Herrschaft hätte. Ein Kommentator bezifferte deren Zahl, nach Abzug der Mittwochnacht in Richtung Demokratie bekehrten Überläufer, immer noch mit gut 50 Millionen US-Bürgern.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Dollar legt Pause bei seinem Abwärtstrend ein</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man kann sich kaum vorstellen, dass die nächsten Wochen und Monate in der derart gespaltenen US-Gesellschaft konfliktfrei verlaufen werden. Aber selbst unter dem Eindruck der Ereignisse von vorgestern Nacht haben wohl die allerwenigsten Marktteilnehmer den Status des Dollar als Welt-Reservewährung Nummer 1, und sei es auch nur in Gedanken, infrage gestellt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und gestern konnte der Greenback sogar eine leichte Erholung produzieren, die Kommentatoren auf die weiter gestiegenen Renditen der langlaufenden US-Staatsanleihen und die daraus möglicherweise resultierende Nachfrage nach diesen Papieren zurückführten. Vielleicht waren es auch ökonomische Daten, wie der ISM-Einkaufsmanagerindex der Dienstleister oder die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die besser als erwartet ausgefallen waren und so dem Dollar möglicherweise geholfen haben könnten. Obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass diese Zahlen – genauso wie der heutige US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Dezember – derzeit irgendjemanden interessieren. Tatsächlich musste der Euro gestern einen etwas stärkeren Rücksetzer als am Vortag in einer Größenordnung von rund 100 Stellen hinnehmen und scheint seinen Aufwärtstrend nicht fortsetzen zu wollen. Allerdings bleibt die Gemeinschaftswährung in stabilem Fahrwasser, solange <strong>1,2200/05</strong> an der Unterseite nicht verletzt wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Devisenhändler ziehen nicht mit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2020 04:45:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Twin-Deficit]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die Teilnehmer an den Aktienmärkten scheint der Fall jetzt klar zu sein: Kaufen ist alternativlos. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur um das Stimulus-Paket für die US-Wirtschaft, über das es übrigens immer noch keine Einigung gibt. Vielmehr setzen viele Akteure auf einen Erdrutschsieg der Demokraten am 3. November. Und je deutlicher dieser ausfällt, desto geringer wird das Risiko gesehen, dass das Wahlergebnis von den Republikanern angefochten werden und möglicherweise eine wochenlange Unsicherheit über den Wahlsieger herrschen könnte. Und obwohl US-Präsident Donald Trump seit Ende vergangener Woche...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/devisenhaendler-ziehen-nicht-mit/">Devisenhändler ziehen nicht mit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1</strong><strong>795)             </strong>Für die Teilnehmer an den Aktienmärkten scheint der Fall jetzt klar zu sein: Kaufen ist alternativlos. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur um das Stimulus-Paket für die US-Wirtschaft, über das es übrigens immer noch keine Einigung gibt. Vielmehr setzen viele Akteure auf einen Erdrutschsieg der Demokraten am 3. November. Und je deutlicher dieser ausfällt, desto geringer wird das Risiko gesehen, dass das Wahlergebnis von den Republikanern angefochten werden und möglicherweise eine wochenlange Unsicherheit über den Wahlsieger herrschen könnte. Und obwohl US-Präsident Donald Trump seit Ende vergangener Woche und innerhalb weniger Tage nun zu den glühendsten Befürwortern des Geldausgebens zählt, ist nicht klar, ob die republikanischen Senatoren genauso großzügig denken. Zumindest zurzeit gibt es noch keine Mehrheit für ein spendables Stimulus-Programm.<img decoding="async" class="alignright wp-image-12594" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/13102020.jpg" alt="" width="151" height="472" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/13102020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/10/13102020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 151px) 100vw, 151px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Keine Angst vor Stimulus-Kater</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Tatsächlich scheint sich unter Analysten mittlerweile herumgesprochen zu haben, dass das Geldausgeben den Demokraten leichter von der Hand geht und mit ihnen ein größeres Konjunkturprogramm als mit den Republikanern möglich sein wird. Etwaige Sorgen, dass ein Präsident Joe Biden auf der anderen Seite für höhere Steuern, mehr Regulierung und nicht gerade für ein unternehmerfreundliches Geschäftsumfeld stehen könnte, würden ohnehin erst viel später, Monate nach den Wahlen, greifen, heißt es. Zunächst geht es um ein saftiges Stimulus-Programm nach einem Wahlsieg für die Demokraten, und die Hoffnung darauf beflügelt zurzeit die Aktienkurse.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Erinnerungen an Zwillingsdefizit werden wach </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so liegt es nicht fern, dass man vielerorts auch in den Devisenhandelsbüros davon ausgeht, dass ein deutlicher Wahlsieg der Demokraten die Gelddruckmaschinen staatlicherseits in den USA noch einmal laufen lässt. Geld, das in der Wirtschaft ankommt. Das damit einhergehende erhöhte Staatsdefizit wird gleichzeitig als Dollar-negativ gesehen. Ganz zu schweigen davon, dass die Inflation in den USA tatsächlich auch noch irgendwann anspringen könnte – die Notenbank würde ein Überschießen über das 2-Prozent-Ziel ohnehin zumindest anfangs tolerieren – und so die Realzinsen noch mehr unter Druck gerieten. Auf das ohnehin schon hohe Handelsbilanzdefizit wollen wir gar nicht erst eingehen. Ich kann mich übrigens noch an Zeiten erinnern, als das berühmte Zwillingsdefizit (steigende Staatsverschuldung bei gleichzeitig extrem negativer Handelsbilanz) für einen anhaltend schwachen Dollar und dessen kaum mehr zu kontrollierenden Abwärtstrend sorgte<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<span style="color: #000000;">1</span>]</a>.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Natürlich gibt es dazu auch noch eine andere Seite. Vor allen Dingen, falls sich der Vorsprung in den Umfragen für die Demokraten und Joe Biden verringern sollte. Dann wäre die Risikoaversion recht schnell wieder da. Zumindest gestern wollten die Devisenhändler erstaunlicherweise im Gegensatz zu den Aktienmarktteilnehmern dem Greenback jedenfalls (noch) keine sichtbare Abfuhr erteilen. Auf der anderen Seite ist damit der Euro auch nicht weiter vorangekommen, bleibt aber in seiner stabilen Position, solange er sich nun oberhalb von <strong>1,1745/50</strong> (deutlich höher) bewegt. Mehr trendbegründende Aufwärtsdynamik ist ohnehin erst oberhalb von <strong>1,1860</strong> zu erwarten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #000000;">[1]</span></a> Die Rede ist von der Dollar-Abwertung in den Jahren 1986 bis Anfang 1988.</span></p>
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