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	<title>Track Record Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>25 Millionen auf Reisen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 08:48:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Heberer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachdem die Konferenz in Jackson Hole wohl keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht hat, habe ich mich wieder dem Tagesgeschäft zugewandt und entdeckte die Eckdaten einer neuen Anleihe des Internet-Reiseanbieters Travel24 – 25 Millionen Euro, so das Anleihevolumen, sollen da auf Reisen geschickt werden. Genauer gesagt, sollen mit dem Geld Hotels gebaut werden. Und dafür soll [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem die Konferenz in Jackson Hole wohl keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht hat, habe ich mich wieder dem Tagesgeschäft zugewandt und entdeckte die Eckdaten einer neuen Anleihe des Internet-Reiseanbieters Travel24 – 25 Millionen Euro, so das Anleihevolumen, sollen da auf Reisen geschickt <span id="more-5007"></span>werden. Genauer gesagt, sollen mit dem Geld Hotels gebaut werden. Und dafür soll die Investition mit 7,5 Prozent p. a. verzinst werden, also etwa so viel wie für eine Anleihe, die vor einiger Zeit die Wiener Feinbäckerei Heberer aufgelegt hat, 7 Prozent p. a. mit einer Laufzeit von vier Jahren.</p>
<p>Aus verhaltensorientierter Sicht hat man es da eigentlich relativ leicht, für welches der beiden Unternehmen man sich entscheiden würde. Denn Brot ist für unsere Erinnerung leichter verfügbar, da wir es jeden Tag brauchen und konsumieren. Und wenn dann ein Unternehmen auch noch mehr als 100 Jahre besteht, verführt dies schnell zum Schluss, dass ein so langer <em>track record</em> ja nicht von ungefähr kommen kann. Aber dieser Erfolg mag bestenfalls repräsentativ für den Erfolg <em>vergangener</em> Tage sein. Da hat es Travel24 schon schwerer, auch wenn man mit Reisen auch etwas leicht Vorstellbares verbindet. Aber der Slogan „denn verreist wird immer“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die meisten Menschen nicht das ganze Jahr in Urlaub fahren. Und wenn, dann soll Verreisen auch noch preiswert sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hohe Rendite – hohes Risiko</strong></p>
<p>Beide Unternehmen haben übrigens noch etwas gemeinsam: Sie bieten eine Verzinsung an, die weit über der im Markt üblichen derzeit erzielbaren Renditen liegt, weswegen bei mir sofort alle Warnlampen angehen. Denn überdurchschnittlichen Renditen liegt auch ein überdurchschnittliches Risiko gegenüber. Und wer das bei seinen Anlageentscheidungen nicht berücksichtigt, handelt fahrlässig.</p>
<p>Um Risiken ging es auch bei unseren Blog-Beiträgen des Monats August und zwar überwiegend in Zusammenhang mit der Euro-Krise. Deswegen stand der Kommentar <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/wohin-europa/"><em>Wohin Europa?</em></a> Auf unserer internen Rangliste auf Platz drei. Auch der Beitrag <a href="http://www.blognition.de/blog/wirtschaft/verstehen-okonomen-nichts-von-wirtschaft/"><em>Verstehen Ökonomen nichts von Wirtschaft?</em></a> Fand ein starkes Interesse bei unseren Lesern und wurde eingehend diskutiert. Der meistgelesene Blog im August erschien jedoch gleich am Monatsanfang unter der Überschrift <a href="http://www.blognition.de/blog/markte/draghi-hat-eine-idee-im-hinterkopf/"><em>Draghi hat eine Idee im Hinterkopf</em></a> und seit der vergangenen EZB-Sitzung, die wenige Tage später stattfand, warten wir nun darauf, dass diesen Worten auch Taten folgen mögen.</p>
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		<title>Computerhandel III: Zyklische Erfolge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2012 06:08:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[self-fulfilling destruction]]></category>
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		<category><![CDATA[Track Record]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tatsächlich lassen sich für computerisierte Handelssysteme keine regelmäßigen Erfolgszyklen feststellen. Denn die Summe aller möglichen zu verdienenden Extrarenditen, etwa im Devisenmarkt, ist begrenzt. Doch war es in trendreichen Zeiten einigen wenigen „Systemhändlern“ gelungen, beachtliche Gewinne mit computerisierten Handelsmodellen zu erzielen, was deren Mythos begründete und die Neugier vieler anderer Akteure an den Finanzmärkten weckte. Schon [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-iii-zyklische-erfolge/">Computerhandel III: Zyklische Erfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tatsächlich lassen sich für computerisierte Handelssysteme keine regelmäßigen Erfolgszyklen feststellen. Denn die Summe aller möglichen zu verdienenden Extrarenditen, etwa im Devisenmarkt, ist begrenzt. Doch war es in trendreichen Zeiten einigen wenigen „Systemhändlern“ gelungen, beachtliche Gewinne <span id="more-4881"></span>mit computerisierten Handelsmodellen zu erzielen, was deren Mythos begründete und die Neugier vieler anderer Akteure an den Finanzmärkten weckte.</p>
<p>Schon bald gab es daher etliche Nachahmer, Trendfolger, die allesamt nach einem ähnlichen Ansatz handelten, deren Positionen aber insgesamt so groß wurden, dass sie den Markt beeinflussten. Aus Trendfolgern wurden Trenderzeuger. Mit der Folge, dass Trends nicht durch Fehlentscheidungen und Verlustpositionen von Menschen, sondern durch die Handelsmodelle selbst kreiert wurden, weswegen sie auch nicht von allzu langer Dauer sein konnten. Anders ausgedrückt: Systematische Ansätze gingen an ihrer eigenen Größe zugrunde. Die Gewinner dabei waren übrigens jene, die die großen Orders ausführten und aufgrund von deren hohen Volumina eine  entsprechend hohe Sicherheitsmarge verlangten, die natürlich (als Slippage) zu Lasten der Performance der Computertrader ging. Übrig blieben also, trotz aller Disziplin beim Handeln, Verluste, durch die die meisten computerisierten Trendjünger entmutigt und aus dem Markt geworfen wurden. Also waren es wieder Menschen, die in der Mehrheit dort die Entscheidungen trafen, und dank ihrer Schieflagen und Verluste bildeten sich auch wieder ausgedehnte Trends heraus. Und mit den Trends kamen die Gewinne zurück, auch für die wenigen hartgesottenen Computertrader, die bis dahin immer noch nicht aufgegeben hatten. Ihr Erfolg sprach sich schnell herum, auch andere Händler probierten computergestützte Modelle aus, so dass das ganze Spiel wieder von vorne begann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction</strong></p>
<p>Die größte Gefahr für den trendfolgenden Computerhandel besteht jedoch nicht nur im oben beschriebenen „Dinosaurier“-Effekt, wenn zu hohe Volumina letztlich zu einer so genannten s<em>elf-fulfilling destruction</em> führen können. Vielmehr ist es der Mensch selbst, der seinen ursprünglich selbst einmal gesetzten Regeln besonders nach einer Serie kleinerer Verluste nicht mehr folgen möchte. Meist rechtfertigt er diesen Abbruch damit, dass die Märkte sich irgendwie geändert hätten und sich plötzlich ganz anders und unberechenbar gebärdeten oder dass Fundamentaldaten (die in solchen Modellen normalerweise ohnehin nichts zu suchen haben!) nicht die gewohnten Reaktionen hervorrufen würden.</p>
<p>Dabei sind es nur eben jene kleinen Verluste, die uns ähnlich ärgern wie mehrere kleine Taxirechnungen. Aber hätte man das nicht vorher wissen müssen, als man sich den viel gerühmten so genannten <em>Track Record</em>, die Erfolgsbilanz des Trendfolgesystems oder -fonds zur Kontrolle angesehen hatte? Und wenn man diesen dann noch einmal genau betrachtet, findet man tatsächlich häufig nur Einzelverluste in einer Größenordnung von weniger als einem Prozent der Performance. Sieht auf dem Papier eigentlich harmlos aus. Selbst wenn das dreimal hintereinander geschieht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wohlbefinden kostet Geld</strong></p>
<p>Tatsächlich ist etwa ein Gewinn von 10 Prozent beeindruckend. Aber bei den Verlusten vergisst man schnell, dass sie in der Realität viel schmerzhafter sind als in der Theorie. Und man unterschätzt überdies, wie schnell man sich in Wirklichkeit an einen Gewinn gewöhnen kann. Ein Gewinn, den man übrigens bei Trendfolgern oft nicht an der Performancespitze realisiert, sondern erst nach einem Rücksetzer. Und von einem bereits mental vereinnahmten Gewinn etwas wieder hergeben zu müssen, ist besonders unangenehm.</p>
<p>Am Ende ist der Handel mit Trendfolgemodellen langfristig sicherlich als erfolgreich zu bezeichnen. Allerdings besteht das Hauptproblem für den Anwender darin, dass die Gewinne oftmals auf psychisch denkbar unangenehme Weise erwirtschaftet werden müssen. Denn Marktineffizienzen auszunutzen, die durch den Dispositionseffekt anderer Marktteilnehmer entstehen, bedeutet in der Konsequenz, das Gegenteil von sehr menschlichen Verhaltensmustern durchhalten zu müssen. Verhaltensmustern, die auf dem Wunsch beruhen, auf möglichst angenehme Art profitabel handeln zu können. Also mit vielen kleinen Gewinnen und nur wenigen, aber dafür größeren Verlusten. Doch das Handeln mit Computermodellen verläuft anders: möglicherweise sehr viel profitabler, aber durchaus auch unangenehmer. Zwar soll der Rechner die Disziplin aufbringen, die dem Menschen fehlt, aber es wird einem auch viel Disziplin dabei abverlangt, ihm dabei zuzusehen zu müssen, ohne eingreifen zu dürfen. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-iii-zyklische-erfolge/">Computerhandel III: Zyklische Erfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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