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	<title>Stop-Loss Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Die magische Nulllinie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Feb 2016 12:04:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Krankenversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Negativzinsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist das Unterschreiten der Nulllinie, der Übergang von positiven zu negativen Zahlen, der den Menschen große Schwierigkeiten zu bereiten scheint. Diese Beunruhigung dürfte sich noch verstärken, da die Europäische Zentralbank wahrscheinlich mit dem ohnehin schon negativen Zins für Bankeinlagen noch weiter nach unten gehen wird. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird man seitens der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist das Unterschreiten der Nulllinie, der Übergang von positiven zu negativen Zahlen, der den Menschen große Schwierigkeiten zu bereiten scheint. Diese Beunruhigung dürfte sich noch verstärken, da die Europäische Zentralbank wahrscheinlich mit dem ohnehin schon negativen Zins für Bankeinlagen noch weiter nach unten gehen wird. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird man seitens der Kreditinstitute eines Tages nicht umhin kommen, diesen negativen Zins – Zins ist eigentlich die falsche Bezeichnung – an die Sparer weiterzugeben. Spätestens an dem Tag, an dem deswegen auf dem Kontoauszug die erste Belastung Schwarz auf Weiß ausgewiesen ist, dürften viele Anleger das Gefühl haben, in einer verkehrten Welt angekommen zu sein. Hatte man sich zuvor immerhin schon damit abgefunden, dass Spareinlagen und Tagesgeld gering oder gar nicht verzinst wurden, schien dieser Tag X immer noch in einer fernen, kaum vorstellbaren Zukunft zu liegen. Obwohl offensichtlich ist, dass Sparer schon längst über negative Realzinsen bestraft werden, blendet man gerne solch schwierige Berechnungen aus.</p>
<p>Dass die negativen Zinsen nominal trotzdem so langsam bei uns ankommen, wird etwa daran deutlich, dass etwa die Krankenkassen deswegen 1,8 Millionen Euro im Jahr 2015 verloren haben sollen. Das ist Geld, das letztlich von den Sozialversicherungsbeiträgen der Beitragspflichtigen einbehalten wird. Und zwar nicht nur bei der Kranken-, sondern natürlich auch bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Gemessen am Beitragsaufkommen mag es sich zwar um relativ kleine Beträge handeln, die die meisten von uns eigentlich nicht wahrgenommen hätten, gäbe es da die Medien nicht. Aber bei nominellen Zinsverlusten hört für viele Menschen der Spaß auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Scheckheftgepflegtes Auto für einen Verstorbenen </strong></p>
<p>Die Macht der Nulllinie erfuhr unlängst auch mein Bekannter B. Der hatte nämlich im Jahre 2010 von seinem Vater neben einem Haus auch ein altes Auto und ein Girokonto mit ein paar tausend Euro geerbt. Während die Immobilie längst veräußert wurde, brachte B. es nicht übers Herz, sich von dem Oldtimer, für den ihm niemand mehr als 2.000 Euro anbot, zu trennen. Pietät, liebende und ehrende Erinnerung an den Vater, mögen der eine Grund gewesen sein, aber der Umstand, dass B. nicht den hohen Preis, den er erhofft hatte, erzielen konnte, wog mindestens so schwer.</p>
<p>Und weil sich kein zahlungswilliger Käufer finden wollte, zahlte B. vom geerbten Girokonto brav jedes Jahr Kfz-Steuer und -Versicherung und brachte das betagte Gefährt sogar regelmäßig zum TÜV. Auch kam es für ihn nicht infrage, den Wagen an „irgendjemanden“ zu verkaufen, der vielleicht die Verblendung aus Walnussholz an Schalthebel und Armaturenbrett nicht zu schätzen gewusst und das Gefährt insgesamt nicht in Ehren gehalten hätte. Und so schmolz das Guthaben auf dem Konto langsam zusammen.</p>
<p>Schließlich war es ein kleiner Sollsaldo auf dem Girokonto von gerade einmal 20 Euro, der die Alarmglocken bei B. schrillen ließ. Vergessen war der Vorsatz, das mittlerweile über 20 Jahre alte Automobil des Vaters nur in beste Hände abzugeben. Vergessen waren auch all die jahrelang gezahlten Ausgaben für Steuer, Versicherung und TÜV (versunkene Kosten), weil B. unbedingt an seinem Erbe festhalten wollte.</p>
<p>Plötzlich musste der Wagen ganz schnell weg. Um jeden Preis. Hauptsache, das Girokonto kam wieder ins Haben.</p>
<p>Immerhin hatte die Geschichte etwas Positives: Durch den Übergang auf dem Konto vom Haben ins Soll konnte B. endlich loslassen und mit dem väterlichen Erbe abschließen. Die Nulllinie auf dem Girokonto wirkte wie ein unfreiwilliger Stopp-Loss. So hat sich wieder einmal gezeigt: Menschen empfinden Verluste als viel gravierender und gehen mit ihnen auch ganz anders als mit Gewinnen um.</p>
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		<title>Reizthema Stopp-Loss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2014 14:36:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Intraday-Stopp]]></category>
		<category><![CDATA[Kettenreaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzsichtige Verlustaversion]]></category>
		<category><![CDATA[Panik]]></category>
		<category><![CDATA[Situative Stopps]]></category>
		<category><![CDATA[Stop-Loss]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Thema Stopp-Loss ist vermutlich so alt wie die Finanzmärkte selbst und war beim Kurseinbruch des DAX Mitte Oktober wieder einmal hochaktuell. Denn jemand, der beispielsweise seit Jahresanfang ein DAX-Index-Zertifikat besaß, war mit einem starren Stopp-Loss von 10 Prozent, sofern er denn diszipliniert gehandelt hat, nicht mehr im Markt. Ein systematischer Handelsansatz mit nachgezogenen Intraday-Stopps [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema Stopp-Loss ist vermutlich so alt wie die Finanzmärkte selbst und war beim Kurseinbruch des DAX Mitte Oktober wieder einmal hochaktuell. Denn jemand, der beispielsweise seit Jahresanfang ein DAX-Index-Zertifikat besaß, war mit einem starren Stopp-Loss von 10 Prozent, sofern er denn diszipliniert gehandelt hat, nicht mehr im Markt. Ein systematischer Handelsansatz mit nachgezogenen Intraday-Stopps der gleichen Größenordnung wäre gleich mehrfach eiskalt erwischt worden. Darüber hat sich unlängst ein Kommentator im Internet dermaßen aufgeregt, dass er von einem Joch der Stopp-Loss-Order schrieb. Und wenn von einem Joch die Rede ist, dann schwingt auch immer mit, dass man dieses gefälligst abzuschütteln habe.</p>
<p>Über den Sinn von Verlustbegrenzungen in Form von Stopp-Loss-Marken wird immer wieder heiß diskutiert. Dies geschieht umso mehr, als viele Anlagekonzepte heute so ausgelegt sind, dass sie mit automatischen Verlustgrenzen arbeiten. Die einen mit einem engen Stopp-Loss, die anderen mit einer großzügigeren Grenzziehung – wer erst bei einem Verlust von 20 Prozent die Bremse ziehen wollte, den hätte es in diesem Jahr zum Beispiel nicht erwischt. Aber hinterher ist man immer schlauer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der erste kleinste Verlust wiegt am schwersten</strong></p>
<p>Auch mag es in Märkten, die nicht sehr liquide sind, geradezu Kettenreaktionen von Stopp-Loss-Orders geben, die eng gestaffelt bei hohen Handelsvolumina wie eine Reihe umfallender Dominosteine nacheinander ausgelöst werden, was mitunter auch dazu führen kann, dass sich solche Bewegungen panikartig verselbstständigen. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden: Derartige Kettenreaktionen stehen naturgemäß nicht am Anfang einer solchen Entwicklung; vielmehr treten sie in einer späteren Phase des Kurseinbruchs auf oder aber auch bei einer Kaufpanik nach einigen Prozent schneller Kursgewinne. Denn im Frühstadium solcher Kursentwicklungen ist die Bereitschaft zur Verlustbegrenzung besonders gering. Denn Menschen reagieren paradox: Auch wenn der erste Verlust der kleinste ist, wiegt er für sie dennoch am schwersten.</p>
<p>Ich klebe nicht an irgendwelchen prozentualen Verlustlimits. Aber Anleger sollten einen Plan haben, was zu tun ist wenn sich die Dinge an ihrem Markt nicht so wie vorgestellt entwickeln. Vor allem wenn sich Verluste so richtig schnell vollziehen, fangen viele Anleger zu zweifeln an, ob Durchhalten tatsächlich die richtige Strategie sein kann. Gerade, weil wir unser Marktumfeld, sobald wir eine Position eingegangen sind, unter dem Eindruck von Verlusten ohnehin nur noch selektiv wahrnehmen, muss es einen Plan geben, der vor Eingehen eines Engagements festgelegt wurde. Am besten schriftlich.</p>
<p>Auch muss eine Verlustbegrenzung durchaus nicht preisgebunden sein. Man kann ja auch aussteigen, wenn bestimmte Voraussetzungen, die man eigentlich für die Grundlage seiner Entscheidung ursprünglich einmal gewählt hat, nicht mehr gegeben sind. Doch wird es schwierig, wenn diese Kriterien nicht aus harten Zahlen sondern womöglich aus weichen Qualitätsmerkmalen einer Aktiengesellschaft bestehen. Ohnehin verhindert es die selektive Wahrnehmung, einigermaßen objektiv zu bleiben – Marktpreise sind klar und unmissverständlich und das Resultat von Angebot und Nachfrage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Situative Stopps, wenn es bereits brennt?</strong></p>
<p>Natürlich kann man angesichts der jüngsten DAX-Erholung sagen, es wäre besser gewesen keinen Stopp-Loss gehabt zu haben. Vor allem keinen großzügigen Stopp, wo man mit einem zweistelligen Prozentverlust aus dem Markt geworfen wurde und nun Schwierigkeiten hat, den Wiedereinstieg zu finden. Im Nachhinein lässt sich da immer gut argumentieren. Was wäre denn passiert, wenn der DAX 25 Prozent an Wert verloren hätte? Wäre man dann auch noch ruhig geblieben?</p>
<p>Soll man nun das Joch des Stopp-Loss abstreifen? Oben genannter Kommentator gibt eine findige Antwort: „Nein, sicher nicht generell, aber begreifen, dass sie nicht Allheilmittel sind“. Verlustbegrenzung also nach Gusto? Ein Engagement womöglich durchzuhalten, weil es fundamental das richtige ist?</p>
<p>In einer Zeit, wo die Finanzmärkte – vor allem die Aktienmärkte – wie nie zuvor durch Notenbankinterventionen geradezu manipuliert werden, tue ich mich schwer an fundamentale Bewertungsmaßstäbe zu glauben. Aber auch in normalen Zeiten haben wir immer wieder erlebt, dass sich Aktienkurse durchaus und für lange Zeit von ihren fundamental gerechtfertigten Bewertungsmaßstäben entfernt haben.</p>
<p>Egal, woran man glaubt, ob an enge Verlustbegrenzungen oder großzügige Stopps oder gar ein Aktieninvestment ohne Netz<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. Situativ, also mal so oder mal so zu agieren, halte ich selbst für hart gesottene Börsenprofis für eine große Herausforderung. Ab und zu vielleicht einen Stopp zu nutzen? Eine solche Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Es kann teuer werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Wie ich selbst mit Verlustbegrenzungen umgehe, können Sie übrigens <a href="https://www.joachim-goldberg.com/stopp-loss-aversion-ii/"><strong>HIER</strong></a> nachlesen</p>
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		<title>Ohne Rücksicht auf Verluste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 11:52:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein. Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein.<span id="more-2133"></span> Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu fahrlässiger Weise ihren Lesern vermitteln möchte, nachhaltig verstimmt. Doch nachgerade erschüttert war ich über die Argumentation, mit der diese den Sinn automatischer Verlust-Limits in Frage zu stellen versucht. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Um zu belegen, dass eine systematische Stopp-Loss-Strategie nur wenig Erfolg verspricht, hat Gertrud Hussla als Beispiel einen iShares-Indexfonds, der den DAX abbildet, ausgewählt und dessen Performance über die vergangenen drei Jahre verfolgt. Bei ihrer Analyse wendet sie folgende simple Regel an: Ein Anleger investiert 10.000 Euro in diesen Fonds, wobei unterstellt wird, dass er nach einem Verlust von 15 Prozent aussteigt und am Anfang des folgenden Monats seine Anteile wieder zurückkauft. Das Ergebnis dieser Strategie ist in der Tat eher bescheiden, so dass die Autorin zu dem Schluss gelangt, dass es sinnvoller gewesen wäre, den Indexfonds einmal zu kaufen und ohne Rücksicht auf Verluste bis heute zu halten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Ich habe mich gefragt, warum Gertrud Hussla ausgerechnet 15 Prozent als Verlustbegrenzung angesetzt hat. Ich habe mich auch gefragt, warum sie für den Ausstieg eine preisabhängige Prozentregel und für den Wiedereinstieg ein zeitabhängiges Datum, nämlich ausgerechnet den Monatsanfang, wählt. Verhält sich so ein Privatanleger? Tatsächlich möchten die meisten Anleger doch erst einmal einen Beweis für eine deutliche Erholung nach einem großen Verlust sehen. Wäre es nicht folgerichtiger gewesen, wenn ein Wiedereinstieg ebenfalls preisabhängig erfolgt wäre, etwa nachdem der Indexfonds wieder 15 Prozent gestiegen wäre? Ganz zu schweigen vom Testzeitraum der Strategie, der mit einer Dauer von drei Jahren und mit ein paar Signalen (die werden im zum Artikel gehörenden Videoclip von der Autorin erläutert) viel zu kurz ist. Außerdem beginnt er ausgerechnet auch noch mit einem außergewöhnlichen Ereignis (Lehman) und einem statistisch nicht gerade alltäglichen Kurssturz. Immerhin betont Frau Hussla mehrfach, dass das Beispiel natürlich willkürlich gewählt sei, um aber sogleich hinzuzufügen, wissenschaftliche Studien kämen zu einem ähnlichen Schluss.  Wobei sie uns leider Titel, Autor, Erscheinungsort und -jahr dieser Studien verschweigt.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Was kann uns dieser Artikel also trotz meiner Bedenken beweisen? Sicherlich nicht, dass Stopp-Loss-Orders von geringem Nutzen sind. Stattdessen hat die Journalistin eindrucksvoll bewiesen, wie wenig sinnvoll die von ihr selbst gewählte Strategie ist. Viel gravierender scheint mir aber, dass auch sie glaubt, mit solch einem “Backtraden“, also mit dem nachträglichen Handeln und Optimieren von Handelssignalen einer bekannten Vergangenheit,  eine gute Strategie für eine unbekannte Zukunft finden zu können – ein Irrglauben, dem auch immer wieder selbst erfahrene Marktteilnehmer erliegen. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Etwas Positives kann die Kolumne am Ende Stopp-Loss-Orders doch noch abgewinnen: Sie beruhigen ungemein die Nerven. Deswegen würde selbst Gertrud Hussla sie „ab und zu vielleicht doch mal nutzen“. Wann, das sollte sich der geneigte Leser oder Anleger am besten selbst aussuchen. Und diese Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Das kann teuer werden …</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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