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	<title>Stimulus Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ungebremste Risikofreude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2021 10:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Reflations-Trade]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulus]]></category>
		<category><![CDATA[US-Arbeitsmarktbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitunter kommt es vor, dass die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt in der Version der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vom Mittwoch oder auch in Gestalt anderer Indikatoren nicht der im Arbeitsmarktbericht des BLS (Bureau of Labor Statistics) entspricht. Auch am vergangenen Freitag zeigte sich dieses Phänomen, indem sich der anfängliche Optimismus nicht bestätigte. Um es kurz zu machen: [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mitunter kommt es vor, dass die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt in der Version der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vom Mittwoch oder auch in Gestalt anderer Indikatoren nicht der im Arbeitsmarktbericht des BLS (Bureau of Labor Statistics) entspricht. Auch am vergangenen Freitag zeigte sich dieses Phänomen, indem sich der anfängliche Optimismus nicht bestätigte. Um es kurz zu machen: Die Zahlen des Monats Januar waren eine einzige Enttäuschung.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13061" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/08022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/08022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/08022021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schlechte Zahlen = noch mehr Stimulus?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Zahl der neu geschaffenen Stellen lag mit einem Plus von lediglich 49 Tsd. nicht nur unter der letzten Median-Schätzung der Ökonomen (+105 Tsd.). Auch die Revisionen der beiden Vormonate waren mit negativen Vorzeichen versehen. Ganz zu schweigen davon, dass der Prozentsatz derjenigen, die nun 27 Wochen oder länger arbeitslos sind, auf knapp 40 Prozent hochgeschnellt ist. Die Reaktion der Finanzmärkte war dieses Mal auf jeden Fall eindeutig: Mehr denn je ist das Stimulus-Paket vonnöten und im Grunde, so war zu hören, müsse es eigentlich noch größer sein als bisher gedacht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hätte die Zahl der neu geschaffenen Stellen sogar die Medianprognose bei weitem übertreffen können, aber die Reaktion wäre wahrscheinlich selbst dann den Akteuren nur ein Schulterzucken wert gewesen. Denn die Erwartungen waren mancherorts ohnehin schon recht hochgesteckt – im Extrem ging man sogar von bis zu 700 Tsd. neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (modifiziert, vgl. meinen Kommentar zu den Ankern <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/02/05/die-ausgebremste-revolution/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) aus. Eine positive Überraschung wäre also nur schwerlich möglich gewesen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Beste Woche seit November 2020</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die US-Aktienmärkte dabei die beste Woche seit drei Monaten produzierten, ist vermutlich anderen Umständen zu verdanken. Wobei der Hauptauslöser nicht einmal die Rückkehr des Reflations-Narrativs gewesen sein dürfte. Auch wenn die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen auf den Arbeitsmarktbericht reagierten. Vielmehr dürfte der (wahrscheinlich) zu Ende gegangene „GameStop-Aufstand“ der sogenannten „Reddit Crowd“ wesentlich zu den Kurssteigerungen der US-Aktienmärkte beigetragen haben, nachdem diese in der Woche zuvor noch in erster Linie deswegen den größten Wochenverlust seit vergangenem Oktober hinnehmen mussten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende ist es für die Märkte vermutlich nur eine Randnotiz wert, dass der US-Senat nach einer Mammutsitzung und rund 400 Änderungsanträgen (Stand Mittwoch) in der Nacht zum Freitag in der Frühe einen wichtigen Verfahrensschritt verabschiedet hat. Mit einer Mehrheit von 51 zu 50 Stimmen (die Stimme der Vizepräsidentin Harris gab zum ersten Mal wegen der Pattsituation den Ausschlag) wurde nämlich ermöglicht, dass viele Teile von Joe Bidens 1,9 Billionen USD schweren Stimulus-Programms nicht mehr einer Mehrheit von 60 Stimmen (inklusive des damit verbundenen Filibustering) bedürfen, sondern mit einfacher Mehrheit beschlossen werden können. Eine Verfahrensänderung, die übrigens noch am selben Tage von der Mehrheit des Repräsentantenhauses bestätigt wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Beschleunigte Gesetzgebung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Aussicht auf eine schnelle Verabschiedung des US-Stimulus-Pakets, inklusive der heimlichen Hoffnung auf mehr, hat sich auch beim US-Dollar niedergeschlagen, der sich zumindest am Freitag der sich vielerorts aufgekeimten Risikofreude anschloss. Und so sieht auch der Wochenverlust des Euro, der noch am Freitag früh 1,5 Prozent betragen hatte, mit einem Minus von nurmehr 0,8 Prozent längst nicht mehr so dramatisch aus. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Ein Teil der Marktteilnehmer dürfte auf die sinkenden Euro-Kurse der Tage zuvor insofern reagiert haben, so dass mancherorts Euro-Long-Positionen zurückgefahren wurden. Dies gilt auch für die spekulativen Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse, die sich per vergangenem Dienstag (gemäß CFTC-Meldung vom Freitag) gegenüber der Vorwoche um rund 15 Prozent verringert haben. Allerdings handelt es sich bei den verbliebenen 137 Tsd. Kontrakten immer noch um die mit Abstand größte spekulative Währungsposition. Die jüngste Entwicklung hat zwar etwas Druck vom Euro genommen, der allerdings heute <strong>1,2100/05</strong> (modifiziert!!) überwinden muss, um aus seiner ungünstigen Situation herauszukommen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Kuriertes Mitgefühl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 08:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[abnehmende Sensitivität]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[breaking news]]></category>
		<category><![CDATA[Haiti]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgestern habe ich Ihnen von einem Bekannten erzählt, dessen Vorsatz, für die Flutopfer in Pakistan eine größere Summe zu spenden, durch einen unerwarteten persönlichen „Verlust“ deutlich reduziert wurde. Kurz nachdem ich diesen Blog abgeschickt hatte, fiel mir noch eine weitere Geschichte zu diesem Thema ein. So erinnerte ich mich an eine entfernte Bekannte, die von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.blognition.de/?p=432">Vorgestern habe ich Ihnen von einem Bekannten</a> erzählt, dessen Vorsatz, für die Flutopfer in Pakistan eine größere Summe zu spenden, durch einen unerwarteten persönlichen „Verlust“ deutlich reduziert wurde. Kurz nachdem ich diesen Blog abgeschickt hatte, <span id="more-442"></span>fiel mir noch eine weitere Geschichte zu diesem Thema ein. So erinnerte ich mich an eine entfernte Bekannte, die von all ihren Freundinnen wegen ihres Arbeitseifers bewundert, manchmal aber insgeheim auch ein wenig beneidet wird. Und so erstaunt es nicht, dass mitunter die eine oder andere weniger wohlwollende Erzählung über meine Bekannte die Runde macht. Aber uneingeschränkte Bewunderung erntete sie für ihre großherzige Spendenfreudigkeit, die sich nach dem schrecklichen Erdbeben in Haiti Anfang dieses Jahres zeigte. So sehr hatte sie das Schicksal der Tausenden von Opfern und deren Hinterbliebenen bewegt, dass sie sich unter den Augen ihrer Kollegen spontan dazu entschloss, einen Überweisungsträger mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro auszufüllen. Aber weil sie wie immer im Stress war, verschwand das Papier erst einmal unter einen großen Stapel von Akten und wichtigen Papieren, wo er denn auch für die nächste Monate verblieb, während die Armen der Ärmsten auf Haiti weiter im Elend ihr Dasein fristeten.</p>
<p>Was den Medien allerdings schon lange keine Schlagzeile und keine „breaking news“ mehr wert war. Obgleich sich die Zahl der Traumatisierten und Obdachlosen auf der Karibikinsel  in der Zwischenzeit kaum verringert hatte, wurden keine Sondersendungen mehr zu diesem Thema ausgestrahlt. Und wenn es überhaupt noch Bilder vom Erdbebenunglück zu sehen gab, hatte man sich längst an ihre Schrecknisse gewöhnt. Und so erging es auch meiner Bekannten. Als sie endlich einmal wieder Zeit fand, ihren Schreibtisch aufzuräumen und dabei den Überweisungsträger unterm Papierstapel entdeckte, meinte sie plötzlich, 1.000 Euro seien vielleicht doch ein bisschen zu viel der Mildtätigkeit. Die Hälfte tut’s doch auch, dachte sie, zerriss den Beleg und stellte einen neuen über 500 Euro aus, den sie dann auch tatsächlich am Bankschalter einreichte. So jedenfalls erzählte es mir eine ihrer lieben Freundinnen neulich im Café.</p>
<p>Was war passiert? Meine gutherzige Bekannte unterlag, wie andere Menschen auch, einem ganz natürlichen <em>Adaptionsprozess</em>, der von dem Phänomen einer <em>abnehmenden Sensitivität</em> begleitet wird, die sich immer dann einstellt, wenn man für längere Zeit einem gleich bleibenden Reiz ausgesetzt ist. Ein Stimulus, der am Ende keinerlei Reaktionen mehr auslöst. Deswegen sollten wir – egal, wie sehr uns ein Ereignis schockieren mag – immer damit rechnen, dass sich die Intensität dieser Erfahrung auf Dauer nicht aufrechterhalten lässt. „Die Zeit heilt alle Wunden“, sagt man ja, und manchmal, leider, „kuriert“ sie uns auch von unserem Mitgefühl.</p>
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