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	<title>Segregation von Gewinnen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Geviertelte Freude ist vierfache Freude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jun 2014 17:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
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		<category><![CDATA[Quartalsdividende]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade schickt sich der DAX an, mit Mühen die 10.000er Marke zu erklimmen, aber da keine rechte Freude aufzukommen scheint, macht man sich natürlich Sorgen um den deutschen Anleger. Rechtzeitig zum seit Tagen geplanten medialen Jubelfest hat „Welt online“ deswegen eine Studie von Jens Kleine, Professor an der Steinbeis-Hochschule Berlin, veröffentlicht. Ja, wenn nach Recherchen von Ernst &amp; Young 58 Prozent der DAX-Aktien sich in den Händen ausländischer Investoren befinden und nur 34 Prozent der Deutschen so wenig DAX-Werte wie noch nie zuvor besitzen, dann ist es tatsächlich schlecht bestellt um die heimische Börsenkultur.</p>
<p>Und so sind neue, bahnbrechende Ideen gefragt – eine Herausforderung, die selbst Akademiker nicht einfach arrogant übergehen können. Ein Vorschlag hat selbst mich altes Börsenzirkuspferd neugierig auf Aktien gemacht. Nicht weil ich glaube, dass Aktionäre in Zukunft eine höhere Rendite erwarten könnten, sondern weil mir dieser Einfall aus Sicht der Behavioral Finance beachtenswert erscheint. Denn die Besitzer deutscher Aktien sollen endlich nicht mehr nur einmal im Jahr nach der Hauptversammlung ihre Dividende erhalten, sondern – wie es bereits bei US-Firmen und auch japanischen Unternehmen praktiziert wird – Dividenden parallel zum Quartalsbericht vierteljährlich ausbezahlt bekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Quartalsweise mentale Konten</strong></p>
<p>So mag sich der Professor gefragt haben, ob sich denn die Zahl derer, die bisher noch keine Aktien besitzen, im Falle einer quartalsweisen Dividendenzahlung eher für ein Engagement gewinnen lassen würden. Kenner der Behavioral Finance würden diese Frage intuitiv sofort bejahen. Weil wir Menschen für alle unsere Entscheidungen und Zahlungen mentale Konten im Kopf führen. Danach würde für jede Dividendenzahlung ein gesondertes geistiges Konto eröffnet und als Gewinn wahrgenommen, weswegen ein viermal im Jahr geviertelter (oder sogar jeweils etwas geringerer Betrag) einer einmaligen jährlichen Zahlung vorgezogen würde. Denn die Bewertung dieser vier Einzelgewinne (=Segregation) fällt in der Summe bei den meisten Menschen höher aus als die Bewertung einer jährlichen Einmalzahlung[1].</p>
<p>Auch wenn es verwunderlich erscheinen mag: Die Studie von Jens Kleine hat die Theorie der Mentalen Konten bestätigt: 22 Prozent von repräsentativ befragten 2000 Bürgern, die bisher noch keine Aktien besitzen, würden bei einer quartalsweisen Ausschüttung Aktien kaufen. Und 32 Prozent derer, die bereits Geld in Aktien angelegt haben, würden bei dieser Art der Auszahlung zusätzliches Geld in Dividendentitel investieren!</p>
<p>Schenkt man dem Bericht auf „Welt online“ Glauben, hat der Forscher herausgefunden, dass Quartalsdividenden die Zahl der Aktionäre in Deutschland um bis zu 3,5 Millionen, im ungünstigsten Fall immerhin noch um 500.000 erhöhen könnten. Abgehen von diversen rechtlichen Klippen, die man für die Quartalsdividende hierzulande noch umschiffen müsste, nenne ich die Diskussion darum gutes timing. Kommt die Aktien-Kultur ausgerechnet oberhalb von 10.000 DAX-Zählern also doch noch zurück?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>[1] Mehr dazu im Buch <em>Genial einfach Entscheiden</em>, S. 166 ff., das Christin Stock mit mir zusammen im vergangenen Jahr im Finanzbuchverlag veröffentlicht hat.</p>
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		<title>Schlange stehen mit doppeltem Gewinn</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 08:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Konten]]></category>
		<category><![CDATA[Museums Card]]></category>
		<category><![CDATA[Rabatte]]></category>
		<category><![CDATA[Segregation von Gewinnen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weihnachten 2012 dürfte für viele Menschen das arbeitnehmer-und familienfreundlichste Fest seit langem gewesen sein. Auch für mich. Vor allem, weil man zwischen den Jahren mit wenigen Urlaubstagen die „Brücke bauen“ konnte. Und so machten meine Familie und ich endlich einmal Gebrauch von der jüngst erworbenen Museums-Card, deren Besitzer sich ein Jahr lang kostenlosen Eintritts in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weihnachten 2012 dürfte für viele Menschen das arbeitnehmer-und familienfreundlichste Fest seit langem gewesen sein. Auch für mich. Vor allem, weil man zwischen den Jahren mit wenigen Urlaubstagen die „Brücke bauen“ konnte. Und so machten meine Familie und ich endlich einmal Gebrauch von der jüngst erworbenen Museums-Card, deren Besitzer<span id="more-5609"></span> sich ein Jahr lang kostenlosen Eintritts in die meisten Frankfurter Museen erfreuen kann. Endlich hatten wir einmal ausgiebig Zeit, die eindrucksvollen Ausstellungen &#8222;Gustave Caillebotte – ein Impressionist und die Fotografie&#8220; (Schirn Kunsthalle Frankfurt) und die sagenhafte &#8222;Schwarze Romantik&#8220; im Frankfurter Städel ansehen zu können.</p>
<p>Dass bei beiden Ausstellungen für Museums-Card-Besitzer kein separater Eingang, ein Schnelleinlass, für die Ausstellungen vorhanden war, konnte ich zunächst nicht so recht nachvollziehen. Stattdessen war etwa beim Frankfurter Städel langes Anstehen angesagt. Denn an den Weihnachtsfeiertagen waren offenbar außer uns auch noch andere Menschen auf dieselbe Idee gekommen, weshalb sich  eine lange Schlange ausharrender Kunstliebhaber bilden sollte, an deren Ende nicht nur wir, sondern auch alle Mitwartenden immer wieder unter den Einfluss teils heftiger Regenschauer gerieten. Endlich im Trockenen und an der Kasse angekommen, gab eine freundliche Dame jedem von uns gegen Vorlage des Museumsausweises eine Eintrittskarte – Preis: 0,00 Euro. Ein Blick auf die Preistafel verriet mir, dass ich heute, am zweiten Weihnachtsfeiertag, satte 24 Euro Einlassgeld für eine Familienkarte eingespart hatte. Und auch im anderen Museum war die Ersparnis kaum minder: wieder 20 Euro!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Bewusste mentale Konten für Kunstliebhaber</b></p>
<p>Da wurde mir mit einem Schlage klar, dass man womöglich ganz bewusst auf einen separaten Einlass für Museums-Card-Besitzer in zwei der wichtigsten Frankfurter Museen verzichtet hatte. Der unvermeidbare Blick auf die Preistafel beim Warten vor dem Kassenschalter sorgt nämlich für eine besonders bewusste mentale Kontoführung beim Kunden: Geistige Geldgewinne, für die man beim Erwerb der Museumscard eigentlich schon längst bezahlt hatte, wurden einem mit jedem erneuten Blick auf die Tafel noch einmal richtig eindrucksvoll vor Augen geführt. Schnell nachgerechnet war mir nicht nur klar, dass ich kostenmäßig bereits beim sechsten Museumsbesuch aus dem Schneider sein würde. Aber mehr noch vertreibt der vermeintliche Genuss der jeweils ersparten Eintrittsgelder die schlechte Laune beim Schlange stehen. Da fallen fünf oder mehr Minuten mehr an Warterei, weil sich ein paar Menschen auch noch vordrängeln mussten, nicht mehr wirklich ins Gewicht. Zumal wir das Beste, all die schönen Gemälde im Museum, erst noch vor uns haben sollten. So gesehen, sogar ein doppelter Gewinn.</p>
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