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	<title>Schwellenpreise Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Die Angst vor der 5 vor dem Komma</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 04:45:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[CFTC]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenpreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vielleicht blieb es gestern deshalb vergleichsweise ruhig an den Finanzmärkten, weil für heute die Zahlen zur US-Konsumentenpreisinflation zur Veröffentlichung anstehen. Für den Monat Juni wird im Mittel ein Anstieg des Index um 4,9 Prozent (Kernrate 4,0 Prozent) gegenüber dem Vorjahr von den Märkten erwartet. Wobei ein gewisser Effekt beachtet werden sollte: Im Ernstfall klingen 5,0 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vielleicht blieb es gestern deshalb vergleichsweise ruhig an den Finanzmärkten, weil für heute die Zahlen zur US-Konsumentenpreisinflation zur Veröffentlichung anstehen. Für den Monat Juni wird im Mittel ein Anstieg des Index um 4,9 Prozent (Kernrate 4,0 Prozent) gegenüber dem Vorjahr von den Märkten erwartet. Wobei ein gewisser Effekt beachtet werden sollte: Im Ernstfall klingen 5,0 deutlich höher als 4,9 Prozent. Im Einzelhandel würde man von Schwellenpreisen sprechen, weil sich 1 Liter eines bestimmten Kaltgetränkes für 0,99 leichter als für einen runden Euro verkaufen lässt. Gut möglich, dass dem einen oder anderen Akteur der Schreck in die Glieder fährt, wenn bei der US-Konsumentenpreisinflation tatsächlich die fünf vor dem Komma stehen sollte. <img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13673" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/13072021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/13072021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/07/13072021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Neue Allzeithochs</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Aktienmärkte scheint das aber alles nicht groß zu scheren, und Inflation, solange die US-Notenbank sie als vorübergehend betrachtet, macht sowieso niemandem etwas aus. Zumindest, solange keine ernsthafte Diskussion über ein Zurückfahren der Wertpapierkäufe der Fed einsetzt. Tatsächlich kommen dann wie gestern Kommentare vom Chef der Fed von York wie gerufen. So hatte John Williams geäußert, dass die US-Wirtschaft noch keinen weiteren wesentlichen Fortschritt erreicht hätte. Nichts Marktbewegendes, aber eben auch nichts Beunruhigendes. Dies- und jenseits des Atlantiks gab es jedenfalls wieder neue Allzeithochs zu bejubeln.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Blick nach Chicago </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so wundert es auch nicht, dass der Euro gestern gegenüber dem US-Dollar nicht aus der Handelsspanne vom vergangenen Freitag herausfand. Was indes den Trend der Gemeinschaftswährung angeht, bleibt dieser dennoch abwärts gerichtet. Diese Stimmung vermitteln auch die am Freitag veröffentlichten Positionszahlen der CFTC, die in der Woche per 6. Juli zum vierten Mal hintereinander einen Rückgang spekulativer Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse zu vermelden hatten. Dabei ging es immerhin um ein Abschmelzen der Engagements in einer Größenordnung von mehr als 10 Prozent auf nunmehr 77,2 Tsd. Kontrakte. Natürlich werde ich nicht müde zu betonen, dass diese Daten weder repräsentativ für den Gesamtmarkt noch zeitnah sind. Dennoch vermitteln sie zumindest ein gewisses Stimmungsbild.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende des gestrigen Tages kann man auf jeden Fall resümieren, dass es der Gemeinschaftswährung abermals nicht gelungen ist, das Niveau von <strong>1,1895/00</strong> in Angriff zu nehmen, um den auf dem Euro lastenden Druck etwas zu mindern. An der Unterseite bleibt <strong>1,1770/75</strong> (modifiziert) das Niveau, das von vielen Akteuren als Auslöser weiterer Kursrückgänge für den Euro eingestuft werden dürfte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Günstig nach Venedig verschaukelt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jun 2013 06:45:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Optionsprämie]]></category>
		<category><![CDATA[Regret]]></category>
		<category><![CDATA[relative Bewertung]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenpreise]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als meine Frau und ich unlängst im ZDF eine Sondersendung zur Biennale in Venedig sahen, waren wir so fasziniert, dass uns erneut eine heftige Attacke des Venedig-Fiebers ergriff. Und nach einer halben Stunde war uns klar: Da müssen wir wieder hin! Die Giardini Biennale, die alten Werften von Arsenale, die Lagunenstadt in ihrer ganzen Pracht [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als meine Frau und ich unlängst im ZDF eine Sondersendung zur Biennale in Venedig sahen, waren wir so fasziniert, dass uns erneut eine heftige Attacke des Venedig-Fiebers ergriff. Und nach einer halben Stunde war uns klar: Da müssen wir wieder hin! Die Giardini Biennale, die alten Werften von Arsenale, <span id="more-6205"></span>die Lagunenstadt in ihrer ganzen Pracht und Schönheit zog an uns vorbei. Eine Venedig-Reise könnte bereits in den Sommerferien wieder Wirklichkeit werden, dachten wir. Also reichlich kurzfristig. Aber wir hatten Glück, denn es waren gleich noch mehrere preisgünstige Unterkünfte frei, und auch die Flüge blieben trotz der knappen Vorlaufzeit noch erschwinglich.</p>
<p>Und so buchte ich online bei der Lufthansa unsere Plätze und machte von der recht kostspieligen, 48 Stunden gültigen Reservierungsoption Gebrauch, da unser angefragtes Apartment vom Vermieter noch nicht endgültig bestätigt worden war. Für 30 Euro also war der Flugpreis von 258 Euro pro Person nebst Sitzplatz garantiert. Sofern man denn auch den Flug innerhalb der Garantiezeit bestätigte. Ansonsten würde die Reservierung verfallen. Nun ja, es soll teurere Optionen geben.</p>
<p>Bereits am nächsten Tag war die Anmietung unseres Appartements perfekt, und ich machte mich daran, die Lufthansa-Flüge nach Venedig zu bestätigen. Aber ich wäre ein schlechter Geschäftsmann, wenn ich zuvor nicht noch einmal den Markt „gecheckt“ hätte, ob sich der Preis der Flüge in der Zwischenzeit womöglich nicht doch noch zu meinen Gunsten verändert hätte. Und da macht es einem die Lufthansa ganz einfach, man muss nur den zuletzt ausgewählten Flug noch einmal online und bereits abgespeichert abrufen und siehe da, tada: Der Preis für meine Flüge musste in der Zwischenzeit regelrecht explodiert sein. Jetzt sollte ein einziger Flug nach Venedig und retour zu exakt den gleichen Flugdaten plötzlich etwas mehr als 500 Euro pro Person kosten! Ich staunte nicht schlecht und hatte eingedenk meiner Garantie von 258 € nicht nur das Gefühl, ein Schnäppchen in der Hand, sondern auch noch ein super Timing bewiesen zu haben. Bei diesem Preis fühlte ich mich geradezu verpflichtet, meine Kauf-Option auszuüben und den Deal perfekt zu machen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Venedig-Virus auf PCs?</b></p>
<p>Mein toller Riecher hatte mich also nicht im Stich gelassen! Aber als misstrauischer Zeitgenosse, der in Fragen der Behavioral Economics auch nicht als allzu unbeleckt zu gelten braucht, fragte ich noch einmal bei meinem praxiserprobten Mitstreiter Herman nach, ob er meine, dass mit dem neuen Preis womöglich etwas faul sein könnte. Denn die Fluggesellschaft hatte offensichtlich alle Register gezogen. Nicht nur, weil ich ein gutes Gefühl hatte und ex post die Optionsprämie von 30 Euro angesichts des hohen <i>relativen</i> Gewinns gern bezahlt hatte. Nein, mit 500 Euro wurde auch noch gleich eine Preisschwelle überschritten, damit diese Alternative richtig konsumentenunfreundlich aussah.</p>
<p>Und so bat ich Herman, doch einmal auf seinem PC bei der Lufthansa genau die gleichen Flugdaten abzufragen. Wir hatten es geahnt: Mein Kollege bekam den Flug sogar leicht günstiger als zu meinem <i>ursprünglichen</i> Preis angeboten! Hatte sich auf meinem PC etwa ein Venedig-Virus breitgemacht? Etwa um zu verhindern, dass ich gar nicht erst auf die Idee kommen sollte, nach einer günstigeren Flugalternative zu suchen? Ich löschte meinen Browser-Cache, um etwaige auskunftsfreudige Cookies endgültig zu entfernen. Noch einmal gab ich meine Flugdaten Schritt für Schritt ein: Jetzt konnte auch ich wieder billig fliegen, denn für die Lufthansa muss nun meine IP-Adresse zumindest bezüglich einer neuen Abfrage ein unbeschriebenes Blatt gewesen sein. Zufall oder bewusste Manipulation – was meinen Sie?</p>
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		<title>Schmerzensgeld</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 05:45:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Schwellenpreise]]></category>
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		<category><![CDATA[Verankerungsheuristik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Venedig gilt als teure Stadt. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn touristisch gesehen gibt es nur in  San Marco und Rialto ständig „Acqua alta“. Abseits dieser Massenströme kann man nicht nur zu fünft in einem angenehmen und bezahlbaren Quartier wohnen, sondern auch zu akzeptablen Preisen essen gehen. Nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bleiben [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Venedig gilt als teure Stadt. Aber das stimmt nur zum Teil. Denn touristisch gesehen gibt es nur in  San Marco und Rialto ständig „Acqua alta“. Abseits dieser Massenströme kann man nicht nur zu fünft in einem angenehmen und bezahlbaren Quartier wohnen, sondern auch zu akzeptablen Preisen essen gehen.<span id="more-2097"></span> Nur bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel bleiben einem keine gestalterischen Möglichkeiten. Natürlich kann man sich zu Fuß auf den Weg machen und sich im Gewirr der Gassen verlieren, aber gleichzeitig bieten die Verkehrsbetriebe ein recht engmaschiges Liniennetz auf dem Wasser an. Und wer etwa auf dem nahe gelegenen Lido dem Städtealltag entfliehen und das Strandleben genießen möchte, besteigt einfach einen dieser stets überfüllten Dampfer und tuckert los. Allein die Fahrpreise wirken abschreckend, doch mit einer Wochenkarte zum Preis von 50 Euro kann man alle Boote unbegrenzt und unentwegt benutzen. Leider gibt es für Kinder keine Ermäßigung, so dass ich zähneknirschend 250 Euro für die erste Ferienwoche berappte.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Tatsächlich gelang es mir, dem Zahlenmenschen, diese bittere Pille schnell zu vergessen. Und als ich meine erste entspannte Bootsfahrt mit dem Wochenticket zurücklegte, fiel mein Blick auf eine Warntafel: Rucksäcke nicht auf dem Rücken tragen, sondern in der Hand. Der beengten Verhältnisse auf dem Boote wegen. Daneben befand sich ein weiteres Schild, wonach Schwarzfahren 48 Euro kosten sollte. Das ist mehr als beim RMV und dem VGF, den Frankfurter Nahverkehrsverbünden, die 40 Euro verlangen, aber die 48 sahen für mich wie eine Einladung zu einem Vergehen aus. So wie ein teurer Frucht-Joghurt, der mit einem Preis von 98 Cent und nicht für 1,01 Euro angeboten wird, damit er möglichst schnell einen Käufer findet. Ob man in Venedig noch nie etwas von Schwellenpreisen gehört hat? Wie wäre es mit einer abschreckenden 50-Euro-Strafe fürs Schwarzfahren? Oder einer Wochenkarte für verlockende 48 statt der satten 50 Euro? </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span>Übrigens: Venedig ist nicht wirklich familienfeindlich. Im berühmten Café Florian am Markusplatz etwa erspart man den Kindern um 22 Uhr abends den obligaten Zuschlag von sechs Euro pro Gedeck für die kleine Kapelle, die vor den weit geöffneten Fenstern aufspielt. Erwachsene müssen indes für diese Fülle des Misslauts auch noch zahlen. Das Wort Schmerzensgeld erhält da einen ganz neuen Sinn.<span id="mce_marker"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/schmerzensgeld/">Schmerzensgeld</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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