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	<title>relativer Verlust Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Nicht mehr als ein Waffenstillstand</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Oct 2019 04:42:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[relativer Verlust]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskonflikt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man Donald Trump an seinen eigenen Maßstäben misst, der noch vor ein paar Wochen nur ein umfassendes Abkommen als einzig mögliche Lösung im Handelskonflikt sah, könnte man sogar von einem relativen Misserfolg des US-Präsidenten sprechen. Aber das wäre irgendwie unfair. Denn selbst die größten Optimisten an den Finanzmärkten hatten nicht mit einem großen Durchbruch bei den Verhandlungen gerechnet. Tatsächlich benötigte Trump wahrscheinlich nicht viel mehr als diesen Waffenstillstand, um...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1030)</strong>             US-Präsident Donald Trump sprach von einer „substanziellen Phase 1“ eines Teilabkommens zur Beilegung des Handelsstreits, auf das sich die USA und China mündlich am Freitag geeinigt haben. Allerdings muss das Teilabkommen, das eigentlich nicht mehr als ein Waffenstillstand im Handelskrieg darstellt, in den kommenden Wochen noch in Schriftform gegossen werden. Und aus bitterer Erfahrung wissen wir: Bis dahin kann viel passieren. So gesehen dürfte der Fondsmanager Jeffrey Gundlach Recht haben, wenn er den „Deal“ eher als kosmetisch denn reell bezeichnete.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11184" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/14102019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/14102019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/10/14102019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Relativer Misserfolg?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und wenn man Donald Trump an seinen eigenen Maßstäben misst, der noch vor ein paar Wochen nur ein umfassendes Abkommen als einzig mögliche Lösung im Handelskonflikt sah, könnte man sogar von einem relativen Misserfolg des US-Präsidenten sprechen. Aber das wäre irgendwie unfair. Denn selbst die größten Optimisten an den Finanzmärkten hatten nicht mit einem großen Durchbruch bei den Verhandlungen gerechnet. Tatsächlich benötigte Trump wahrscheinlich nicht viel mehr als diesen Waffenstillstand, um von großen Verhandlungserfolgen sprechen zu können. Für einen großen Durchbruch wäre es in Anbetracht der erst in mehr als einem Jahr stattfindenden US-Wahlen ohnehin noch viel zu früh gewesen. Weil die US-Wähler bis dahin diesen Erfolg für Trump womöglich schon längst vergessen hätten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Nur Verzicht auf Verschlechterung des Status quo</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun verzichten die USA lediglich darauf, die bereits bestehenden Strafzölle auf China-Importe im Volumen von 250 Milliarden USD am 15. Oktober nicht von 25 auf 30 Prozent zu erhöhen. Von den bestehenden Strafzöllen, die seit Beginn des Handelskriegs Anfang 2018 in Kraft traten – dazu gehören Zölle in Höhe von 15 Prozent auf Waren im Volumen von 110 Mrd. USD, die seit September erhoben werden –, ist indes kein einziger beseitigt worden. Auch von einer Streichung oder Verschiebung der für den 15. Dezember vorgesehenen Strafzölle auf bestimmte chinesische Konsumgüter war keine Rede.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Auch die chinesischen Konzessionen kann man nicht gerade als großzügig bezeichnen. Peking stimmte zwar zusätzlichen Käufen von Agrarprodukten, insbesondere Sojabohnen und Schweinefleisch in einem jährlichen Wert zwischen 40 und 50 Milliarden USD zu – das entspricht immerhin mehr als einer Verdoppelung der bisherigen Ankäufe. Darüber hinaus gab es nur Absichtserklärungen Chinas, unter anderem zu einer stärkeren Marktöffnung und mehr Transparenz der Währungspolitik. Was diese tatsächlich wert sind, wird sich allerdings erst noch zeigen müssen, wenn es in den kommenden Wochen ins Detail geht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>US-Verbrauchertrauen optimal</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die US-Aktienmärkte, die am Freitag zunächst noch ausgesprochen positiv reagiert hatten, scheinen am Ende der Woche dann doch enttäuscht gewesen zu sein. Denn vom anfänglichen Tagesgewinn von rund 1 Prozent blieben am Ende, gemessen am breitgestreuten S&amp;P 500 Index, fast nichts mehr übrig. Dies ist umso bemerkenswerter, als das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan in der vorläufigen Version für den Oktober mit einen Wert von 96,0 publiziert wurde und somit selbst die optimistischen Prognosen der Ökonomen und auch den Vormonatswert (93,2) übertrafen. Ganz nebenbei bemerkt: Der Bericht zum Verbrauchervertrauen enthielt auch die langfristigen Inflationserwartungen, die im Oktober mit 2,2 Prozent auf den niedrigsten Stand der seit 1979 bestehenden Aufzeichnungen fiel.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat der Euro seinen kurzfristigen Aufwärtstrend erwartungsgemäß beendet und hält sich in seiner stabilen Position (mit Potenzial bis <strong>1,1085/90, </strong>darüber auch bis <strong>1,1240</strong>), solange er sich oberhalb von <strong>1,0975</strong> bewegt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Blasenreiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 11:50:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[relativer Verlust]]></category>
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		<category><![CDATA[Spekulationsblase]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der Börsenszene kann man derzeit viele Menschen treffen, die angesichts der jüngsten, teils dramatischen Ereignisse an den Finanzmärkten – etwa an den Anleihe- und Rohstoffmärkten oder aber auch bei Gold und Silber – schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kommen. Manche Akteure sind aus der Finanzmarktkrise sogar geradezu als Meister im Erkennen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In der Börsenszene kann man derzeit viele Menschen treffen, die angesichts der jüngsten, teils dramatischen Ereignisse an den Finanzmärkten – etwa an den Anleihe- und Rohstoffmärkten oder aber auch bei Gold und Silber – <span id="more-6645"></span>schnell auf die Bildung gefährlicher Blasen zu sprechen kommen. Manche Akteure sind aus der Finanzmarktkrise sogar geradezu als Meister im Erkennen von Blasen hervorgegangen.Wobei die erste Reaktion eigentlich immer auf den kategorischen Imperativ eines „Finger weg!&#8220; vom gefährdeten Markt hinausläuft. In der Vergangenheit hatte das häufig zur Folge, dass sich Investoren viel zu früh aus den betroffenen Marktsegmenten zurückzogen. Wer etwa im Dezember 1996 auf den damaligen Fed-Chef Alan Greenspan gehört hatte, der eindringlichst vor dem irrationalen Überschwang gewarnt hatte, in welchen sich die Märkten hineingesteigert hätten, der musste im Anschluss daran ganze drei Jahre lang zusehen, wie jene erst recht zu einer Mega-Hausse ansetzten, bevor die Blase dann tatsächlich platzte.</p>
<p>&#8222;Blasen kann man richtig reiten&#8220;, sinnierte unlängst ein Profi-Bekannter von mir, um unvermittelt fortzufahren: &#8222;Und ich glaube, dass die meisten von uns mittlerweile clever genug sind, um rechtzeitig wieder abzusteigen.“ Ich dachte mir meinen Teil, denn ich kenne nicht viele, die damals, am Höhepunkt der Dotcom-Blase, wirklich den Ausstieg geschafft haben. So hatte etwa ein guter Freund von mir lediglich Glück gehabt, weil er Anfang März 2000 zufällig gerade sein neues Eigenheim bezahlen und dafür einen Großteil seiner Aktien verkaufen musste.</p>
<p>Auch bin ich skeptisch, ob heutzutage der Ausstieg aus einem „Blasenmarkt“ tatsächlich besser gelingen könnte. Und das nicht nur deshalb, weil ich glaube, dass die meisten Menschen sowieso viel zu overconfident sind, also ein zu großes Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten setzen, was gerade in Phasen der Euphorie ihren Blick auf die Märkte vernebelt. Oder weil uns das Erfolgsgerede der anderen, erfolgreichen Mitstreiter an den Märkten am Ende einer Blasenphase allzu sehr beeindruckt und der sichtbare Beweis täglicher Erfolge selbst die Warner (die naturgemäß zu dieser Zeit von der Seitenlinie und ohne materielles Commitment zusehen) verstummen lässt.</p>
<p>Nein, es sind vor allem unsere eigenen Referenzpunkte, die uns immer wieder einen Streich spielen. Denn wer gerade an einem Jahres-oder Allzeithoch steht, dürfte unschlüssig sein, ob er die Party ausgerechnet dann verlassen möchte, wo es am schönsten ist. Sollte er jedoch mit ansehen müssen, wie sein Lieblingsinvestment urplötzlich und scheinbar aus dem Nichts an einem Tag 5 Prozent seines Wertes verliert, wird er sich alsbald beruhigen und glauben, dabei handele es sich nur um eine gesunde Korrektur. Mental aber sorgt der Bezugspunkt &#8222;Allzeithoch&#8220; dafür, dass sich die meisten Akteure bereits von diesem Moment an in einer Verlustsituation wähnen. Und wie versucht man gemeinhin,  einen solchen <em>relativen</em> Verlust wieder wett zu machen? Richtig! Durch Aussitzen. Und deswegen dürften die meisten von uns es nicht einmal bemerken, wenn just in diesem Augenblick die Blase platzt. Und ehe wir uns versehen, hat sie uns bereits aus dem Sattel geworfen, und wir landen unsanft auf dem Boden der Tatsachen. Oder noch tiefer, dort, wo die Kurse in den Keller fallen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/blasenreiter/">Blasenreiter</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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