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	<title>Pressefreiheit Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Trump-o-logy</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2016 14:55:54 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Phänomen Donald Trump beherrscht auch zwei Wochen nach der Wahl die Schlagzeilen in den Medien ebenso wie die Finanzmärkte. Dabei fällt auf, dass die Wall Street einerseits eine ausgelassene Trump-Party feiert (Börsenzeitung) und dem US-Aktienmarkt vor lauter Euphorie gestern im morgendlichen Newsletter des Handelsblatts gar ein 15-prozentiger Anstieg seit dem Wahltag bescheinigt wurde, den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9300 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/11/Senti_23112016-300x114.jpg" alt="senti_23112016" width="300" height="114" />Das Phänomen Donald Trump beherrscht auch zwei Wochen nach der Wahl die Schlagzeilen in den Medien ebenso wie die Finanzmärkte. Dabei fällt auf, dass die Wall Street einerseits eine ausgelassene Trump-Party feiert (Börsenzeitung) und dem US-Aktienmarkt vor lauter Euphorie gestern im morgendlichen Newsletter des Handelsblatts gar ein 15-prozentiger Anstieg seit dem Wahltag bescheinigt wurde, den ich in dieser Größenordnung offenbar verpasst haben muss.</p>
<p>Andererseits wird dem hiesigen DAX offenbar eine Konsolidierungszone zum Verhängnis, aus der er trotz aller Jubelrufe aus den USA bislang nicht nach oben ausbrechen möchte. „Langsam wird es peinlich“, konstatierte etwa ard.boerse.de diesbezüglich online. Dabei haben sich im Vergleich zum S&amp;P 500 sowohl der EURO STOXX 50 als auch der DAX gemessen an den Monatstiefs kurz vor oder nach dem Wahltag bislang nicht schlechter geschlagen. Aber ein 6-prozentiger Kursanstieg innerhalb einer sehr breiten, seit Wochen anhaltenden Konsolidierung klingt fast schon etwas langweilig. Dies scheinen die von der Börse Frankfurt allwöchentlich befragten Akteure aber immer noch positiv zu sehen – meinen Kommentar dazu können Sie dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Party-ohne-Musik-1654404" target="_blank"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> abrufen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Videobotschaft</strong></p>
<p>Natürlich kann man sich die Frage stellen, warum ausgerechnet Europa bzw. Deutschland von einem Wahlsieg Donald Trumps profitieren sollten. Denn trotz aller geplanten fiskalpolitischen Maßnahmen des designierten US-Präsidenten, sollte man selbst angesichts eines damit verbundenen Aufwärtstrends des US-Dollar und den damit möglicherweise erwarteten steigenden Erlösen für die europäische Exportwirtschaft nie vergessen: Amerika comes first. Und im Zweifel müssen andere [angesichts möglicherweise drohender Handelsbarrieren] aus den USA draußen bleiben.</p>
<p>Jetzt werden mir gleich wieder einige sagen, ich solle doch nicht so pessimistisch sein, denn auch Donald Trump sei doch bereits dabei, zurück zu rudern. Tatsächlich hatte dieser gestern in einer Videobotschaft die Prioritäten für die ersten 100 Tage seiner Amtszeit dargestellt. Kommentatoren mögen darin nichts Überraschendes gefunden haben und sogar darauf verweisen, dass es wichtiger sei, darauf zu achten, worauf Trump in seiner Botschaft <strong><em>nicht</em> </strong>eingegangen sei. Mag sein, dass in dem etwa zwei-minütigen Videoclip nicht mehr die Rede von einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ist. Auch dass die im Wahlkampf angekündigte Abschaffung von „Obamacare“ nicht mit einem Wort erwähnt wurde. Ganz zu schweigen von anderen von vielen als radikal empfundenen Maßnahmen. Kein Waterboarding also?</p>
<p>Dass all dies keine Erwähnung gefunden hat, heißt nicht, dass es nicht kommt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Rabatte und Mentale Konten wirken </strong></p>
<p>Ich höre schon wieder die Stimmen, die mir weismachen wollen, dass der Mann eigentlich gar nicht so schlimm sei. Dies mag, gemessen an den durch den Wahlkampf extrem gesetzten Referenzpunkten, sogar eine relative Verbesserung sein. Nein, Donald Trump verkauft uns nicht die nackte Wahrheit, sondern eine extreme Vision, reduziert um einen kleinen Rabatt, aber am Ende mit dem gleichen Ergebnis. Genau so, wie man eben einen Gebrauchtwagen verkaufen muss.</p>
<p>Die mentale Kontoführung sorgt dafür, dass wir den Rabatt aus einem überhöhten Verkaufspreis separat und deshalb wie einen Gewinn wahrnehmen. Genauso verhält es sich mit der Einladung der Chefs der wichtigsten Nachrichtensender von Trumps Gnaden am Montag, der bei dieser Gelegenheit seinen Gästen dem Vernehmen nach, obwohl „off the records“, der Lüge bezichtigte und so richtig den Kopf gewaschen haben soll, nur um einem seiner offenkundigen Gegner einen Tag später zu bedeuten, dass er doch alle ganz lieb habe und seine journalistischen Gäste ein großartiges Juwel für Amerika, ja, die ganze Welt seien.</p>
<p>Soll doch da noch jemand von einer bevorstehenden Einschränkung der Pressefreiheit fabulieren. Ich ziehe es jedenfalls vor, statt mich mit diesen Spiegelfechtereien zu beruhigen, mich nicht auf das zu konzentrieren, was Trump sagt, sondern darauf, was er tut. Und da muss man sich nur die von ihm geplante Besetzung der Schlüsselpositionen seiner Regierung ansehen, um zu begreifen, was in den USA trotz anderslautender Beteuerungen zu erwarten ist.</p>
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		<title>Willkommen in der Kammer des Schreckens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 05:46:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Horrorszenarien]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Risky shift]]></category>
		<category><![CDATA[Szenario-Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Verbundene Wahrscheinlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen. Nein, sogar das von mir hochgeschätzte „Handelsblatt“, normalerweise nicht als ein Hort der Hysterie bekannt, hat [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen. <span id="more-2472"></span>Nein, sogar das von mir hochgeschätzte „Handelsblatt“, normalerweise nicht als ein Hort der Hysterie bekannt, hat erst unlängst ein eigenes Untergangs-Szenario mit der „Titanic“ in der Hauptrolle entwickelt. Und das wirkte selbst auf mich so überzeugend, dass ich am Ende fast daran geglaubt hätte. Obwohl ich doch eigentlich weiß, dass es sich bei diesen Wenn-Dann-Worst-Case-Szenarien um die künstliche Verknüpfung von Ereignissen handelt, von denen nur eines nicht eintreten muss, um die Kette an möglichen Katastrophen gleich am Anfang abreißen zu lassen.</p>
<p>Interessanterweise lässt sich immer wieder beobachten: Je genauer ein Szenario dargestellt wird, desto mehr Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit wird ihm geschenkt – etwas, nach dem Untergangspropheten offenbar besonders stark streben. Dabei sind es doch genau diese farbigen und detaillierten Bilder über die Zukunft, deren Eintreten wenig wahrscheinlich ist. Man denke nur an ein einfaches Wenn-Dann-Szenario, das aus drei Ereignissen besteht, die miteinander eintreten müssen um einen verheerenden Schaden anzurichten. Selbst wenn man jedem dieser einzelnen Ereignisse für sich betrachtet eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit von 80 Prozent beimessen mag, ist die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe nicht viel höher als fifty-fifty (0,80<sup>3</sup>). Dennoch gilt: Mit fallender Wahrscheinlichkeit steigt offenbar die Glaubwürdigkeit einer Horror-Story.</p>
<p>Im Internet geht die Diskussion indes noch viel weiter. Hier versinkt nicht nur die Titanic im eisigen Meer, hier wird sogleich das Weltenende eingeläutet. Dabei sind alle Geschichten oftmals nach demselben Baukastenprinzip der Wenn-Dann-Szenarien aufgebaut. Nur, dass einzelne Bausteine manchmal auch schlichtweg falsch sind, so dass diese Geschichten sofort in sich zusammenfallen wie das berühmte Kartenhaus. Aber immerhin bietet das Internet heute auch Minderheiten die Chancen, sich weltweit Gehör verschaffen, was ihnen früher stets verwehrt geblieben war. Das ist das Doppelgesicht der neuen Freiheit. So kann ich mich noch daran erinnern, dass es mehrere Verlage noch Anfang 2001 rundweg abgelehnt hatten, eine Sammlung von Essays, in denen überwiegend pessimistische Szenarien entwickelt wurden, überhaupt zu veröffentlichen. Einfach weil sich so ein Buch bei der damals allgemein noch optimistischen Stimmung kaum hätte verkaufen können.</p>
<p>Doch diese Freiheit, dass jeder schreiben und veröffentlichen kann, was er möchte, hat auch ihren Preis. Horror-Szenarien, wie sie derzeit zuhauf im Internet verbreitet werden, sind mittlerweile zu stark repräsentiert, weil sie so schön stimmig klingen und einer scheinbar zwingenden Logik gehorchen. Mehr noch: Selbst wenn viele von ihnen ähnlich klingen und möglicherweise auch der eigenen Meinung entsprechen, ist ihre Wirkung keineswegs gutartig. Denn es ist nur allzu menschlich wenn man diese oft ähnlich klingenden Geschichten nicht als möglicherweise voneinander kopiert ansieht, sondern als jeweilige <em>Bestätigung</em> der anderen versteht. Eine Bestätigung, die deshalb so gefährlich ist, weil sie uns zu einer Meinungsänderung verleitet, die am Ende wesentlich extremer als unsere ursprüngliche Position ausfallen kann.</p>
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