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	<title>Motivation Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Nicht auf der faulen Haut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2016 07:09:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun haben also die Schweizer am vergangenen Wochenende in einem Referendum über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Aber nur 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler votierten  für diesen Vorschlag, dessen Umsetzung bedeutet hätte, dass künftig jede dauerhaft in der Schweiz ansässige volljährige Person bis zu 2.500 Franken im Monat bekommen würde. Dabei hat es mich gewundert, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun haben also die Schweiz<img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-8885 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S-300x200.jpg" alt="altes wohnhaus detail" width="300" height="200" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S-300x200.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S-768x512.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Fotolia_42137647_S.jpg 849w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />er am vergangenen Wochenende in einem Referendum über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. Aber nur 22 Prozent der Wählerinnen und Wähler votierten  für diesen Vorschlag, dessen Umsetzung bedeutet hätte, dass künftig jede dauerhaft in der Schweiz ansässige volljährige Person bis zu 2.500 Franken im Monat bekommen würde. Dabei hat es mich gewundert, wie wenig Interesse hierzulande diese doch brisante Abstimmung  hervorgerufen hat. Zumal im Vorfeld des Referendums teilweise heftig diskutiert wurde. Zu teuer sei das Ganze, hieß es oft, und das bedingungslose Grundeinkommen setze falsche Anreize, war zu hören.</p>
<p>Anfang des Jahres gab es vom schweizerischen Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE eine erste repräsentative Umfrage, die zu dem Ergebnis kam, dass nach Einführung des bedingungslosen Einkommens nur 2 Prozent der Befragten zu arbeiten aufgehört hätten. Mehr als die Hälfte der Befragten gab stattdessen an, das Einkommen dafür zu nutzen, mehr Zeit für Familie und Weiterbildung aufzubringen. Fast hörten sich die Antworten an, als habe man die Frage: „Wie würde ein Lottogewinn Ihr Leben verändern?“ gestellt. Doch offensichtlich wollten die Schweizer keinen Lottogewinn.</p>
<p>Dennoch bezweifle ich, dass die Mehrheit der Wahlberechtigten einfach blind der Empfehlung der Regierung gefolgt ist, die sich bereits vor der Abstimmung deutlich gegen das bedingungslose Grundeinkommen gestellt hatte. Oder hatten die Bürgerinnen und Bürger gar Angst, das Grundeinkommen könne die öffentliche Moral untergraben und, wie es in der Internetausgabe des Economist vom 5. Juni hieß, die braven Schweizer in eine „Gesellschaft von unmotivierten sozialen Trittbrettfahrern“ verwandeln? Immerhin zeigte sich an der Umfrage von DemoSCOPE , dass rund ein Drittel der Befragten dachte, die <em>Anderen</em> würden mit Einführung eines Grundeinkommens die Arbeit niederlegen. Nach dem Motto: Ich selbst würde natürlich genauso fleißig weiterarbeiten wie zuvor, aber meinem Nachbar traue ich diese Haltung nicht zu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Grundübel sozialer Vergleich</strong></p>
<p>Und damit wären wir bei einem menschlichen Grundübel angelangt: dem sozialen Vergleich. Ein Gewinn von einer Million Euro wäre zwar ganz nett, aber wenn die Nachbarn auch jeweils eine Million Euro gewinnen würden, dann fänden das viele Menschen nicht so lustig. Ähnlich mag es sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen verhalten.</p>
<p>Denn viele Menschen haben den Drang, ihre Stufe auf der sozialen Leiter ständig mit der anderer Leute abzugleichen, um den eigenen Rang gegenüber Dritten zu manifestieren. Dies geschieht normalerweise über Positionsgüter, über die ich <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://joachim-goldberg.com/2013/10/11/wer-hat-das-groesste-geweih/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>HIER</strong></span></a></span> und <span style="color: #ff0000;"><a style="color: #ff0000;" href="http://joachim-goldberg.com/2013/10/16/positionsgueter-sind-kein-nullsummenspiel-teil-2/" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;"><strong>HIER</strong></span></a> </span>vor längerer Zeit ausführlich geschrieben habe. Und der Wert dieser Positionsgüter bemisst sich eben an der Exklusivität, mit der man ihren Besitz für sich reklamieren kann. Was für alle und für jeden erschwinglich ist, taugt nun einmal nicht zum Positionsgut.</p>
<p>Obwohl Positionsgüter eine Gesellschaft nicht glücklich machen, weil der Blick nach oben unzufriedener macht als die Genugtuung, von der eigenen Höhe auf andere, niedriger Gestellte herabzusehen. Und weil es meist nur einen Gewinner geben kann, dafür aber umso mehr Verlierer, denn eine Villa muss die größte in der Straße sein und nur einer darf auf dem Chefsessel Platz nehmen. Am Ende eines Wettrennens kommt Einer als Erster ins Ziel, und die Anderen laufen frustriert hinter ihm her.</p>
<p>Das bedingungslose Grundeinkommen wäre möglicherweise sozial gerecht gewesen und hätte gerade in den unteren Einkommensschichten für eine gewisse monetäre Sicherheit gesorgt. Aber möglicherweise haben bei der Abstimmung am vergangenen Sonntag viele Menschen die Abhängigkeit von einem bedingungslosen Grundeinkommen als Makel empfunden. Als Stillstand und Hemmnis für die eigene  Weiterentwicklung. Denn die Hoffnung und der Wille, es in Zukunft auf jeden Fall besser als heute und besser als andere haben zu wollen, ist eine wichtige Triebfeder für das wirtschaftliche Wachstum einer Gesellschaft. Um den Preis einer steigenden Ungleichheit.</p>
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		<title>Lob der Diäten-Disziplin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Sep 2013 08:13:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Abnehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Anstrengung]]></category>
		<category><![CDATA[Diät]]></category>
		<category><![CDATA[Disziplin]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Zielvorgaben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch ich gehöre zu den Menschen, die Zeit ihres Lebens auf ihr Gewicht achten müssen. Dabei habe ich alles Mögliche ausprobiert, um schlank zu bleiben beziehungsweise zu werden. Manchmal ist es mir tatsächlich gelungen, viel abzunehmen, aber ich war mindestens so erfolgreich darin, alles, was ich an Pfunden verloren hatte, erneut in Form von Fettreserven [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/lob-der-diaeten-disziplin/">Lob der Diäten-Disziplin</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch ich gehöre zu den Menschen, die Zeit ihres Lebens auf ihr Gewicht achten müssen. Dabei habe ich alles Mögliche ausprobiert, um schlank zu bleiben beziehungsweise zu werden. Manchmal ist es mir tatsächlich gelungen, viel abzunehmen, aber ich war mindestens so erfolgreich darin, alles, was ich an Pfunden verloren hatte, <span id="more-6528"></span>erneut in Form von Fettreserven wieder aufzubauen. Ja, ich kenne mich wirklich aus. Man könnte mich mit verbundenen Augen die verschiedenen Diät-Pulversorten kosten lassen, und ich würde die jeweilige Marke sofort am Geschmack erkennen und benennen können. Ich könnte Ihnen auch aus dem Stand seitenlange Kalorientabellen auswendig aufsagen. Ja, ich habe, ach, auch die Low-Carb und die Low-Fat-Theorien  studiert und verfüge zusätzlich über Jahre lange Erfahrungen mit Trennkost. Meiner Schwiegermutter verdanke ich die Bekanntschaft mit der berühmten Kohlsuppen-Diät nach Köhnlechner, nur muss ich an dieser Stelle bekennen, dass ich dieses Experiment vorzeitig abgebrochen habe. Noch heute beschleicht mich Übelkeit, wenn ich nur an diese grünlich-wässrige Brühe denke. Kurzum: Auf dem Felde der Diäten kann man mir nichts mehr vormachen.</p>
<p>Dachte ich jedenfalls, bis mich neulich ein Beitrag in der Online-Ausgabe der Zeitung <i>Die Welt<a title="" href="#_ftn1"><b>[1]</b></a> </i>aufhorchen ließ, wo nach neuesten Erkenntnissen zufolge harte Abmagerungskuren Kilo nachhaltiger purzeln lassen als jede sanfte Diät. Also Schluss mit dem langsamen Abnehmen, so wie es mir Ernährungs-Profis und Ärzte immer geraten haben. Von wegen realistische Ziele setzen, gepaart mit etwas mehr Bewegung im Alltag, weil  Körper und Gehirn Zeit bekommen sollen, sich an die Gewichtsreduktion zu gewöhnen – offenbar alles ein Trugschluss, wie ein Forscherteam der University of Florida bereits vor drei Jahren ermittelt hat!<a title="" href="#_ftn2">[2]</a> Danach verloren  Menschen mit einem höheren Gewichtsverlust in den ersten Monaten (mehr als 680 g pro Woche) am Ende nicht nur mehr Gewicht als diejenigen, bei denen der Zeiger auf der Waage im ersten Monat deutlich weniger nach links zurückging. Die disziplinierten Schnellabnehmer konnten außerdem mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit als ihre bedächtigeren Mitstreiterinnen selbst nach 18 Monaten noch ihren zehnprozentigen Gewichtsverlust halten.</p>
<p>Wie kann es zu solch umwerfenden neuen Erkenntnissen kommen? Zunächst einmal verweisen Psychologen darauf, dass es früher nur wenige Studien gab, die sich mit nicht-klinischen Beispielen  massiven Übergewichts beschäftigten. Ganz zu schweigen davon, dass sich viele Studien zum Thema Diäten alleine mit dem Gewichtsverlust, nicht aber mit deren Einflüssen auf das Verhalten der Betroffenen auseinandersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Zielvorgabe ist Referenzpunkt </b></p>
<p>Denn oftmals wird übersehen, dass Zielvorgaben –  egal, ob es sich um das Traumgewicht für den Strand oder eine Gewinnvorgabe an der Börse handelt – gleichzeitig als Referenzpunkt und als Trennlinie zwischen Zufriedenheit und Enttäuschung fungieren. Menschen mit hohen Zielen setzen ihre Zufriedenheitsmarke demnach höher, weswegen ein Gewichtsverlust von fünf Kilogramm bei einem Abnehm-Ziel von zehn Kilo zu einer größeren Unzufriedenheit führt als bei jemandem, der sich nur einen Gewichtsverlust von sechs Kilogramm vorgenommen hat. Daher mag auch die Überlegung rühren, dass hohe Ziele leicht zu großer Frustration bei den Betroffenen führen können. Allerdings strengen sich Menschen mit hohen Zielvorgaben wesentlich mehr an, weil sie so diesem Gefühl der Unzufriedenheit aus dem Wege gehen möchten. Im Gegensatz zu denjenigen, die sich nur kleine Ziele setzen<a title="" href="#_ftn3">[3]</a>.</p>
<p>Hochgesteckte Ziele sind jedoch nur mit eiserner Disziplin als einem wesentlichen Bestandteil aller Anstrengungen zu erreichen. Geringe Zielvorgaben mögen zwar schneller und leichter erfüllbar sein, aber genau deswegen erfordern sie auch keine so große Anstrengung, so dass in der Konsequenz auch die Notwendigkeit der Disziplin meist nicht erkannt wird. Vor allem wenn kleine Ausrutscher in Form von Sahnetorte oder Pizza immer wieder vom geraden Weg zum Ziel ablenken. Verführungen, denen Menschen ohne Disziplin nicht nur häufiger nachgeben. Sie glauben außerdem, dass sie diese Kalorienüberschüsse auch nicht sofort wieder durch knallharte Reduktion der Essensmenge am nächsten Tag gleich wieder ausgleichen müssen. Nach dem Motto: „Ich kann mir ja Zeit lassen. Die Vorgabe, bis Jahresende insgesamt fünf Kilo abgenommen zu haben, schaffe ich trotzdem noch.“ Hier wird der Weg so häufig zum Ziel gemacht, dass man dort nie mehr ankommt und der Referenzpunkt „Zufriedenheit“ in unerreichbare Ferne rückt.</p>
<p>Und ein Leben, das nur aus Disziplin besteht? Das macht auch keinen Spaß.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Die Welt online vom 15.7.2013 </p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref2">[2]</a> Nackers, L. et al (2010): <i>The Association Between Rate of Initial Weight Loss and Long-Term Success in Obesity Treatment: Does Slow and Steady Win the Race?</i> International Journal of Behavioral Medicine, 2010, Sep, 17 (3), pp. 161-167</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="#_ftnref3">[3]</a> Vgl. Locke, Edwin A. et Latham, Gary, P. (2002): <i>Building a Practically Useful Theory of Goal Setting and Task Motivation, A 35-Year Odyssey</i>, American Psychologist, Vol 57, No. 9, 705-717</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
</div>
</div>
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