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	<title>Markteffizienzhypothese Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Streitpunkt Wirtschaftswissenschaften</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2012 12:01:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Economics]]></category>
		<category><![CDATA[Behavioral Finance]]></category>
		<category><![CDATA[Markteffizienzhypothese]]></category>
		<category><![CDATA[Neoklassik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anfang Mai fand an der Uni Heidelberg das 24. Symposium unter dem Motto &#8222;Mut zur Moral&#8220;, eine mehrtägige Veranstaltung mit Vorträgen und Diskussionen zu Wirtschaft, Politik und Kultur, statt.  Ich selbst war zur Podiumsdiskussion &#8222;Streitpunkt Wirtschaftswissenschaften – Realitätsverlust oder Erfolgsgeschichte&#8220; eingeladen, um die Position der Behavioral Economics in der Diskussion um die Wirtschaftswissenschaften zu vertreten. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/streitpunkt-wirtschaftswissenschaften/">Streitpunkt Wirtschaftswissenschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Anfang Mai fand an der Uni Heidelberg das 24. Symposium unter dem Motto &#8222;Mut zur Moral&#8220;, eine mehrtägige Veranstaltung mit Vorträgen und Diskussionen zu Wirtschaft, Politik und Kultur, statt.  Ich selbst war zur Podiumsdiskussion &#8222;Streitpunkt Wirtschaftswissenschaften – Realitätsverlust oder Erfolgsgeschichte&#8220; eingeladen, um die Position der Behavioral Economics in der Diskussion <span id="more-4721"></span>um die Wirtschaftswissenschaften zu vertreten. Die weiteren Diskutanten waren Prof. Dr. Silja Graupe (Juniorprofessorin für Philosophie und Wirtschaft, Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft), Prof. Dr. Rüdiger Bachmann (Professor für Wirtschaftswissenschaften, RWTH Aachen) und Prof. Dr. Volker Caspari (Professor für Volkswirtschaftslehre (Wirtschaftstheorie), TU Darmstadt).</p>
<p>Dabei wurde einmal mehr klar, dass es trotz Finanzkrise erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der klassischen Schule und anderen Ansätzen zu geben scheint. Vor allem dann, wenn es um den praktischen Einsatz der Ökonomie geht. Die Veranstalter des Symposiums haben freundlicherweise einen Mitschnitt der interessanten und stellenweise kontrovers geführten Podiumsdiskussion unter YouTube <a href="http://www.youtube.com/user/SymposiumHeidelberg">hier</a> (erste Reihe, mittleres Video) zusammengestellt. Meine eigenen Beiträge konzentrieren sich auf Teil eins des zweiteiligen Videos (etwa ab der 15. Minute) sowie auf die erste Viertelstunde im zweiten Teil.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/streitpunkt-wirtschaftswissenschaften/">Streitpunkt Wirtschaftswissenschaften</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Das goldene Ei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 06:58:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dispositionseffekt]]></category>
		<category><![CDATA[Einstandspreis]]></category>
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		<category><![CDATA[Markteffizienzhypothese]]></category>
		<category><![CDATA[Momentum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer wieder werde ich darauf angesprochen, Finanzmärkte seien doch nicht prognostizierbar, weil sie angeblich effizient sind. Offenbar können viele Akteure und Analysten immer noch nicht von der Effizienzmarkthypothese Abschied nehmen, die zumindest aus Sicht der Behavioral Finance widerlegt sein sollte. Denn die meisten Menschen bewerten Verluste nun einmal zwei bis zweieinhalbmal so stark wie Gewinne [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/das-goldene-ei/">Das goldene Ei</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Immer wieder werde ich darauf angesprochen, Finanzmärkte seien doch nicht prognostizierbar, weil sie angeblich effizient sind. Offenbar können viele Akteure und Analysten immer noch nicht von der Effizienzmarkthypothese Abschied nehmen, die zumindest aus Sicht <span id="more-1845"></span>der Behavioral Finance widerlegt sein sollte. Denn die meisten Menschen bewerten Verluste nun einmal zwei bis zweieinhalbmal so stark wie Gewinne in gleicher Höhe, was am Ende dazu führt, dass Verluste laufen gelassen und Gewinne zu früh realisiert werden (Dispositionseffekt). Wenn also zwei Akteure miteinander handeln, wird es (unabhängig davon, wohin die Kurse gehen) einen Gewinner und einen Verlierer geben, von denen ersterer naturgemäß eine stärkere Neigung als sein Kontrahent haben dürfte, den Markt wieder zu verlassen – ein Grund übrigens, warum Kurse an den Finanzmärkte häufig Momentum aufweisen.</p>
<p>Somit gibt es immer wieder (längere) Phasen an den Finanzmärkten, in denen sich die Verlierer nicht bewegen können. Weil sie entweder ihren wahrgenommenen Einstandspreis noch nicht gesehen oder, was schlimmer wäre, weil sie noch nicht kapituliert haben. Alleine mit dieser Erkenntnis ließe sich schon Einiges anfangen. Und – sofern die Einstandspreise der mit Verlust konfrontierten Akteure bekannt sind – könnte man auch Rückschlüsse auf zukünftiges Angebot und künftige Nachfrage in einem Markt ziehen. Damit ist natürlich nicht automatisch dessen völlige Vorhersehbarkeit gegeben, aber es dürfte manchem Akteur bereits helfen, wenn er zumindest die Wahrscheinlichkeit einer kommenden Entwicklung besser einschätzen kann.</p>
<p>Trotzdem sei es jedem unbenommen, weiterhin an das so genannte Goldene Ei, an ein Geheimwissen darüber, was die <a href="../../../../../category/markte">Märkte</a> im Innersten zusammenhält, zu glauben. &#8222;Nein, so etwas gibt es nicht, dann wären wir alle steinreich&#8220;, bekam ich kürzlich wieder zu hören. Auch bei der Verneinung dieses Glaubens wird stets vergessen, dass wir, um durch unser Handeln in den Finanzmärkten wirklich reich zu werden, Kontrahenten benötigen. Kontrahenten, die entweder deswegen nicht infrage kommen, weil sie dasselbe wie wir machen wollen<a href="pasteword.htm?ver=3393a#_ftn1">[1]</a>, denn sie wissen ja (wie wir), wohin sich der Markt als nächstes bewegen wird. Oder Kontrahenten, die mit uns gar nicht erst ins Geschäft kommen möchten, da sie davon ausgehen, dass wir das goldene Ei in der Tasche haben und sie daher am Ende die Verlierer sein müssen. Ohne Kontrahenten, ohne Handelspartner kann es aber keine Märkte geben.</p>
<div>
<hr size="1" />
</div>
<p><a href="pasteword.htm?ver=3393a#_ftnref1">[1]</a> vgl. Blogs <em><a href="../../../../../markte/mondsuchtig" target="_blank">Mondsüchtig</a></em> und <a href="../../../../../markte/self-fulfilling-destruction" target="_blank"><em>Self-fulfilling Destruction</em> </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<div>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
</div>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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		<title>Replik an Barry Ritholtz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 12:59:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[gefesselte Verlierer]]></category>
		<category><![CDATA[Kognitive Dissonanz]]></category>
		<category><![CDATA[Markteffizienzhypothese]]></category>
		<category><![CDATA[Prospect Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[selektive Wahrnehmung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weil ich ein glühender Verehrer des Ökonomen Barry Ritholtz und seines in den Finanzmärkten weithin bekannten Blogs bin, hat mich ein Beitrag aus der vergangenen Woche besonders interessiert. Denn dieser beschäftigt sich mit den beiden gegensätzlichen  ökonomischen Weltanschauungen: der Markteffizienzhypothese und der so genannten verhaltensorientierten Ökonomie (behavioral economics)  – mit einem aktuellen Bezug zur (vermeintlichen) Blasenbildung [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/replik-an-barry-ritholtz/">Replik an Barry Ritholtz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weil ich ein glühender Verehrer des Ökonomen Barry Ritholtz und seines in den Finanzmärkten weithin bekannten Blogs bin, hat mich ein <a href="http://www.ritholtz.com/blog/2010/08/linguistical-differences-competing-market-theorists/">Beitrag</a> aus der vergangenen Woche besonders interessiert. Denn dieser beschäftigt sich mit den beiden gegensätzlichen  ökonomischen Weltanschauungen:<span id="more-394"></span> der Markteffizienzhypothese und der so genannten verhaltensorientierten Ökonomie (<em>behavioral economics</em>)  – mit einem aktuellen Bezug zur (vermeintlichen) Blasenbildung am US-Bondmarkt. </p>
<p>Wie immer brachte mich auch dieses Mal Rithotlz’ mitunter provokanter und amüsanter Post zum Schmunzeln. Auch hätte mich seine Beschreibung der verhaltensorientierten Schule nicht sonderlich umgetrieben, wenn nicht selbst dieser brillante Schreiber sie – wie es auch hierzulande leider oft genug geschieht – auf die üblichen Schlagwörter „Irrationalität“ und „emotionale Prozesse“ reduziert hätte. Dass er aber auch noch den praktischen Nutzen der <em>behavioral economics</em> einzig in Extremphasen der Märkte erkennen will, hat mich dann doch verstimmt. Damit wird er diesem Denkansatz nun wirklich nicht gerecht. Fraglich erscheint mir bereits, ob seine Annahme, Händler hätten ihre Emotionen ohnehin die meiste Zeit unter Kontrolle, tatsächlich zutreffend ist. Mit dieser Behauptung erweckt er den Eindruck, eine verhaltensorientierte Finanzwissenschaft habe es nur mit dem emotionalen Ausnahmezustand, also mit der fatalen Gemengelage von Irrationalität, Angst, Hoffnung und Verzweiflung zu tun.</p>
<p>Das sehe ich entschieden anders. Meines Erachtens zeigt sich der praktische Nutzen der <em>behavioral economics</em> bereits in Situationen, die Freud so treffend als „Psychopathologie des Alltagslebens“ bezeichnet hat. Man nehme zum Beispiel nur einmal ein Phänomen wie die <em>Kognitive Dissonanz.</em> Sie tritt dann ein, wenn man eine Entscheidung getroffen hat, die im Resultat zu keinem Erfolg oder Gewinn führt. Statt sich diese Schlappe einzugestehen und in einem frühen Stadium die noch überschaubaren Verluste zu realisieren, kann man immer wieder beobachten, dass sich die Leute ihre Entscheidung schönreden und nur noch solche Informationen zur Kenntnis nehmen, die sie in ihrem Handeln nachträglich bestätigen. Selektive Wahrnehmung nennt man das in der Fachsprache. Um die durch den Verlust hervorgerufene Dissonanz zu verringern, wird das, was zur Entscheidung passt, stark vergrößert und das, was die Position in Frage stellt, enorm verkleinert wahrgenommen. Das kann bis zur vollständigen Ignoranz gehen. Mit einem Multiplikationseffekt: Denn die selektiv wahrgenommene Information wird auch nur selektiv weitergegeben!</p>
<p>Insofern spielen Phänomene, die die Vertreter der <em>behavioral economics</em> als Erste erkannt und beschrieben haben, bereits in der Entstehungsphase von großen Markttrends eine wichtige Rolle. Das zeigt sich, wenn, wie es in den US-Bondmärkten, aber auch hierzulande schon vorgekommen ist, Markttrends durch langfristige Kapitalströme (z. B. die Kaufprogramme der Notenbanken) begründet werden. Die Kontrahenten dieser Transaktion, die Verkäufer der Bonds, beschreibe ich gerne als <em>gefesselte Verlierer</em>. Mental gefesselt, weil sie es nicht fertig bringen, ihre Verluste zu realisieren, und uns stattdessen während des Aufwärtstrends in den Anleihemärkten immer wieder etwas von Inflationsgefahren, drohendem Staatsbankrott und gefährlichen Blasen erzählen.</p>
<p>Lieber Barry, es mag sein, dass sich die <em>behavioral economics</em> noch nicht überall in der Finanzwelt durchgesetzt haben. Doch hat diese Theorie eindeutig mehr zu bieten als ein psychologisches Handbuch für emotionale Extremsituationen. Allein mit den Erkenntnissen der Prospect Theorie, für die Daniel Kahneman 2002 der Nobelpreis verliehen wurde, könnte man manche Analysen der klassischen Ökonomie endlich vom Kopf auf die Füße stellen. Was dem Stand des Menschen in der Welt auch mehr entspräche.</p>
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