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	<title>Macht Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Veto!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 07:32:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei meinen Vorträgen zur Behavioral Finance spiele ich mit den Zuhörern fast immer ein Ultimatumspiel. Unter anderem, um zu zeigen, dass die Menschen nicht wie in der Theorie des homo oeconomicus beschrieben reine Nutzenmaximierer sind. So wird in der Spielsituation simuliert, dass ein Teilnehmer 10.000 € bekommen soll.  Aber nur unter der Bedingung, dass er [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Bei meinen Vorträgen zur Behavioral Finance spiele ich mit den Zuhörern fast immer ein Ultimatumspiel. Unter anderem, um zu zeigen, dass die Menschen nicht wie in der Theorie des homo oeconomicus beschrieben reine Nutzenmaximierer sind. So wird in der Spielsituation simuliert, dass ein Teilnehmer 10.000 € bekommen soll.  Aber nur unter der Bedingung, <span id="more-1166"></span>dass er diese mit einem anderen Spieler teilt, wobei er bestimmen darf, wie viel er selbst und wie viel der Andere erhält. Stimmt dieser der Aufteilung zu, bekommen beide ihr Geld. Lehnt der Mitspieler indes  ab, ist die ganze Summe futsch, und beide gehen leer aus.  </p>
<p>500 Mal habe ich dieses Spiel bestimmt im Laufe der Jahre gespielt, und niemals ist es vorgekommen, dass ein Mitspieler gemäß der ökonomischen Standardtheorie 9.999,99 € für sich behalten und seinem Mitspieler nur die kleinstmögliche Geldeinheit von einem Cent angeboten hätte. Stattdessen entscheiden sich die meisten Menschen – ob Privatperson oder Investmentprofi – für eine Fifty-Fifty-Lösung, weil diese als besonders fair empfunden wird. Obwohl von Vornherein klar ist, dass es sich nur um  hypothetische 10.000 Euro handelt, haben nur wenige Mut, mehr als die Hälfte des Spielgeldes für sich zu beanspruchen. Vermutlich wollen sie in der Öffentlichkeit nicht als egoistisch und habgierig dastehen.  </p>
<p>In den Fällen, in denen ein Spieler mehr als die Hälfte für sich reklamierte, waren die Mitspieler meist nicht bereit, der vorgeschlagenen Verteilung des Geldes zuzustimmen, wenn ihr Anteil ein Drittel des Geldes oder weniger betrug.</p>
<p>Auf der anderen Seite habe ich es schon ein paarmal erlebt, dass Menschen bei der Verteilung des Geldes ihrem Mitspieler mehr als die Hälfte (meist 60 Prozent) zugedacht haben, „um sich der Zustimmung des anderen&#8220; völlig sicher zu sein – eine Verhaltensweise, die vom übrigen Publikum meist belächelt wird.</p>
<p>Seit einiger Zeit lasse ich dieses Spiel von drei Personen spielen, wobei eine von ihnen verteilt, eine zweite der Verteilung zustimmen muss (ansonsten bekäme niemand etwas) und die dritte ohne Vetorecht das akzeptieren muss, was ihr zugedacht wird.<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">[i]</a> Interessanterweise bekommt die dritte Person fast immer etwas vom Kuchen (meist zwischen zehn und 20 Prozent) ab – manchmal aber eben auch nichts. Richtig interessant wurde es allerdings bei meiner jüngsten Veranstaltung. Denn dort entschied sich derjenige, der über die Verteilung zu bestimmen hatte, für eine vordergründig fair erscheinende Lösung, indem er jedem ein Drittel des Gesamtbetrages zubilligte. Doch sein Mitspieler, dem das Vetorecht verliehen war, fühlte sich gegenüber dem dritten Partner ohne Einspruchsmöglichkeit ganz offensichtlich benachteiligt. Er lehnte die Verteilung mit der Begründung ab, sie würde seiner (Macht)Position nicht gerecht werden. Immerhin verzichtete er  auf 3333,33 €, nur damit die anderen beiden nichts bekämen. Ob er das im richtigen Leben und mit echtem Geld auch so gemacht hätte? Jemand der so denkt, mag vielleicht nicht ganz so viel, aber zumindest einen gewissen Betrag opfern, damit ein anderer Geld verliert.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">[i]</a> Genau genommen, handelt es sich um eine Kombination eines Ultimatum- mit einem Diktatorspiel</p>
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		<title>Wie jeder mehr Macht bekommen kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 10:40:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor kurzem veröffentlichte das US-Magazin Fortune wieder einmal die jährliche Hitliste der 50 mächtigsten Frauen der Welt. Und wie konnte es anders sein: Indra Nooyi, Vorstandschefin von PepsiCo nahm zum fünften Mal den Siegerkranz für sich in Anspruch – Oprah Winfrey belegte übrigens einen respektablen sechsten Platz.  Es dauerte nicht lange und mein Blog-Mitstreiter aus [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem veröffentlichte das US-Magazin <em>Fortune</em> wieder einmal die jährliche Hitliste der 50 mächtigsten Frauen der Welt. Und wie konnte es anders sein: Indra Nooyi, Vorstandschefin von PepsiCo nahm zum fünften Mal den Siegerkranz für sich in Anspruch – Oprah Winfrey belegte übrigens einen respektablen sechsten Platz.  Es dauerte nicht lange <span id="more-477"></span>und mein Blog-Mitstreiter aus unserer englischsprachigen Abteilung (unexpectedutility.com) <em>Unwonted Candor</em> fragte mich, was eigentlich unter Macht zu verstehen sei. Denn ein flüchtiger Blick ins Magazin lässt uns allenfalls erahnen, dass dieser Begriff offenbar mit der Ertragskraft des Unternehmens gleichgesetzt wird, über das die Kandidatin herrscht. Woraufhin mein Kollege sogleich einwand, Umsatz und Gewinne seien letztlich doch nur ein Nebenprodukt wirklicher Macht. Und als Beleg zitierte er den Ökonomen J. K. Galbraith, der Macht als die Fähigkeit bezeichnete, das Verhalten anderer Menschen beeinflussen zu können – sogar gegen deren Willen.*</p>
<p>Natürlich gibt es noch viele andere Definitionen von Macht, wobei die meisten von uns bei diesem Begriff schnell an Geld oder militärische Macht denken mögen. Dinge also, die für einen Durchschnittsmenschen nicht ohne weiteres erreichbar sind. Ihnen bleibt jedoch die Möglichkeit, Macht etwa durch Charme, Berühmtheit oder Beziehungen zu erlangen, sofern sie gesellschaftlich nicht benachteiligt sind.</p>
<p>Auch die verhaltensorientierte Ökonomie verfügt übrigens über einige Möglichkeiten, mit denen praktisch <em>jeder</em> andere Menschen zu bestimmten Verhaltensweisen bewegen kann. Etwa über das so genannte Framing, mit dem man über die Art der Darstellung von Handlungsalternativen Einfluss auf das Ergebnis einer Entscheidung nehmen kann. Denn eine neue Diät, die als „50 Prozent fettfrei“ angepriesen wird, könnte nämlich auch als „enthält nur 50 Prozent Fett“ bezeichnet werden. Vermutlich würden die meisten Menschen sich aber nur für die erste Darstellungsvariante entscheiden.</p>
<p>Genauso würden sich die meisten, die zwischen der Online Version einer Zeitung zum Preis von 59 Euro oder einer Online-Version plus Printausgabe für 125 Euro wählen können, sich für die billigere Variante entscheiden. Ganz anders sieht die Sache jedoch aus, wenn man die beiden Angebote zusätzlich mit einem Dummy anreichert. Etwa mit einem reinen Print-Abo für 125 Euro. Ein Vertrag, für den sich vermutlich niemand entscheiden würde, wenn er für das gleiche Geld  ein Print-Abo plus die Online-Ausgabe einer Zeitung bekommen kann – die billige 59 Euro-Online-Version scheint dann übrigens für viele Menschen nicht mehr interessant zu  sein**. Das ist wahre Macht!</p>
<p>*John Kenneth Galbraith, <em>The Anatomy of Power</em> (Boston: Houghton Miffling, 1983) p. 2</p>
<p>**vgl. Dan Ariely – <em>Predictably Irrational</em>, Harper Perennial, 2008</p>
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