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	<title>LTRO Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Aus den Szenarien gerissen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 07:01:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich war ich nur zehn Tage in Urlaub gewesen, doch danach sah die Welt der Finanzmärkte wieder vollkommen anders aus. Das vergleichsweise ruhige Marktumfeld vor Ostern hat sich während dieser Zeit wieder einmal in einen Krisenschauplatz verwandelt. Vornehmlich wegen Italien und Spanien. Ich, der sich während dieser Zeit den Luxus geleistet hatte, sich über die [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich war ich nur zehn Tage in Urlaub gewesen, doch danach sah die Welt der Finanzmärkte wieder vollkommen anders aus. Das vergleichsweise ruhige Marktumfeld vor Ostern hat sich während dieser Zeit wieder einmal in einen Krisenschauplatz verwandelt. Vornehmlich <span id="more-3752"></span>wegen Italien und Spanien. Ich, der sich während dieser Zeit den Luxus geleistet hatte, sich über die Finanzmärkte nur ganz oberflächlich zu informieren, bin richtig aus „meinen Szenarien“ gerissen worden. Natürlich mit kräftiger medialer „Hilfe“, wo einige Kommentatoren für Spanien keinen Ausweg mehr sehen wollen. Und nachdem deren Anleiheemission am Dienstag besser als befürchtet verlaufen ist, bewirken die neuesten Meldungen, dass sich die Investoren vorsorglich vor der heutigen Auktion abermals sorgen. Denn die Hauspreise sind weiter gefallen und die Banken müssen sich mit faulen Krediten herumschlagen – so sehr wie zuletzt vor 18 Jahren.</p>
<p>Unterdessen wundere ich mich über die Prognosen des IWF, die vor allen Dingen auf der Inflationsseite so niedrig sind, dass man nicht nur von der europäischen Notenbank Zinssenkungen und noch mehr günstige Kredite erwartet. Erstere wären ohnehin nur symbolischer Natur und weitere LTRO-Gelder wenig sinnvoll, wenn man bedenkt, dass bereits beim letzten Dreijahrestender Sicherheiten hinterlegt wurden, auf die ein so genannter Haircut von bis zu 75 Prozent in Ansatz gebracht wurde. Ganz zu schweigen davon, dass viele Kreditinstitute ihr Geld am liebsten eher heute als morgen zurückzahlen möchten und somit als LTRO-Nachfrager nicht infrage kämen. Am Ende wird EZB wieder Staatsanleihen kaufen müssen, weswegen man sich um weitere Auktionen von Staatsanleihen eigentlich kaum Sorgen machen muss.</p>
<p>Die Stimmung der deutschen Börsianern, die in der Vorwoche noch so gut gewesen war, hat sich derweil wieder verschlechtert, weil einige Optimisten schon wieder kalte Füße bekommen haben – weitere werden wohl folgen. Was dies für die Aktienkurse in den kommenden Tagen bedeuten könnte, habe ich unlängst in meinem jüngsten Clip zu <a href="http://www.wgz-zertifikate.de/de/zertifikate/infothek/cognitrend-tv/index.html">WGZ Cognitrend TV</a> kommentiert. Meine schriftliche Analyse zur <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/de/marktsentiment">jüngsten Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt</a> finden Sie hier. </span></p>
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		<title>Eine 180-Grad-Wende</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Mar 2012 07:52:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn man Anfang des Jahres Marktteilnehmer befragt hätte, ob sie für dieses Jahr einen DAX-Stand von mehr als 7.000 Zählern sehen würden, hätte es durchaus einige Akteure gegeben, die dieser Vision zugestimmt hätten. Wer jedoch zu jener Zeit geäußert hätte, er könne sich vorstellen, wie der DAX bereits im ersten Quartal dieses Jahres in diese [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man Anfang des Jahres Marktteilnehmer befragt hätte, ob sie für dieses Jahr einen DAX-Stand von mehr als 7.000 Zählern sehen würden, hätte es durchaus einige Akteure gegeben, die dieser Vision zugestimmt hätten. Wer jedoch zu jener Zeit geäußert hätte,<span id="more-3474"></span> er könne sich vorstellen, wie der DAX bereits im ersten Quartal dieses Jahres in diese Sphären vorstoßen könnte, wäre vermutlich als hoffnungsloser Optimist verlacht worden. Vielleicht standen aber auch zu viele Marktteilnehmer vor drei Monaten noch unter dem Eindruck des zweiten Halbjahres 2011 und des während dieser Zeit deutlich gefallen Aktienmarktes, begleitet von großer Unsicherheit, schlechten Wachstumsaussichten, Wahlen, Deadlines für Griechenland et cetera.</p>
<p>Nun ist alles doch ein bisschen anders gekommen als das viele in ihren pessimistischen Träumen befürchtet hatten. Etwa, weil man die Effektivität der Liquiditätsmaßnahmen der EZB, namentlich LTRO1 und LTRO2, vielleicht unterschätzt hatte. Ungeachtet aller langfristigen Nebenwirkungen. Aber auch kurzfristig soll dies  natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in der Eurozone der Abstand zwischen den Kernländern und den Staaten an der Peripherie weiter vergrößert hat. Alleine, wenn man bedenkt, dass Deutschland die niedrigste Arbeitslosenquote seit Bestehen der Eurozone aufweist, während andere Länder genau mit dem Gegenteil, mit Rekordarbeitslosigkeit, zu kämpfen haben. Dabei dürften die dreijährigen Liquiditätsmaßnahmen der EZB sogar zu einer Vergrößerung dieses Abstandes beigetragen haben. Denn wenn man sich die Daten der kreditaufnehmenden Teilnehmer am LTRO-Programm und denjenigen Kreditinstituten betrachtet, die gleichzeitig im großen Stil Liquidität auf Konten der EZB halten, wird eines deutlich: Die Kreditnehmer kamen hauptsächlich aus Italien und Spanien, während die Anleger in erster Linie von finnischen, luxemburgischen und deutschen Adressen gestellt wurden. Anders ausgedrückt: das LTRO-Programm der EZB hat gewissermaßen für einen Ausgleich einer Kapitalflucht von Süd- nach Nordeuropa gesorgt.</p>
<p>Aber auch in den USA, wo man sich monatelang große Sorgen gemacht hatte, schlägt sich die Wirtschaft besser als erwartet. Die Daten sind sogar so robust gewesen, dass die meisten Investoren mittlerweile (sprich: innerhalb einer Woche) glauben, die<strong> </strong>Fed werde kein weiteres quantitatives Lockerungsprogramm auflegen.</p>
<p>Immerhin haben die Anleger, die die Börse Frankfurt allwöchentlich nach der Stimmung befragt, zum jüngsten Aufschwung des DAX selbst beigetragen, so dass der Optimismus innerhalb von drei Wochen von seinem rekordverdächtigen Tief nunmehr auf das höchste Niveau des Jahres gestiegen ist.</p>
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		<title>Sinnlose LTRO-Prognosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 10:32:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist das wichtigste Datum des Monats Februar endlich herausgekommen. Es handelt sich um die Höhe des Volumens der Liquiditätsoperation der EZB, genannt LTRO, am 29. Februar – die Kreditinstitute haben 529 Milliarden Euro dieses Tenders in Anspruch genommen. Obwohl eigentlich niemand so recht gewusst haben mag, was in diesem Zusammenhang eine „gute“ oder „schlechte“ [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ist das wichtigste Datum des Monats Februar endlich herausgekommen. Es handelt sich um die Höhe des Volumens der Liquiditätsoperation der EZB, genannt LTRO, am 29. Februar – die Kreditinstitute haben 529 Milliarden Euro dieses Tenders in Anspruch genommen. Obwohl eigentlich niemand so recht gewusst haben mag, <span id="more-3317"></span>was in diesem Zusammenhang eine „gute“ oder „schlechte“ Zahl ist, gab es dennoch allerhand Prognoseversuche.</p>
<p>Die einen erwarteten eine Inanspruchnahme des dreijährigen Tenders in Höhe von 650 Milliarden €, wobei ein deutlich geringeres Volumen angeblich schlecht für die Aktienkurse gewesen sein soll. Auf der anderen Seite erfuhr ich bei CNBC, dass ein Volumen von mehr als 750 Milliarden € ebenfalls schlecht für die Aktienmärkte, aber gut für den Goldpreis wäre. Eines hat man mit diesen Prognosen erreicht: Es sind psychologische Ankerwerte im Kampf gegen die Unsicherheit gesetzt worden. Eine Unsicherheit, mit der Finanzmarktteilnehmer offenbar nicht besonders gut umgehen können. Sonst wäre der Wunsch nach derlei Prognosen nicht so stark – Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang gerne von einem Kontrollbedürfnis. Ein Bedürfnis, das wir übrigens bei Wirtschaftsdaten ebenfalls häufig zu spüren bekommen und das manchmal so weit geht, dass sogar unsinnige Schätzungen von Schätzungen abgegeben werden.</p>
<p>Was den LTRO angeht, waren die Vorhersagen, die mindestens den Rang eines wichtigen ökonomischen Datums einnahmen, eigentlich sinnlos. Denn jetzt, wo wir das Volumen kennen, sind wir keineswegs schlauer. Entscheidend ist doch, wofür die von der EZB zur Verfügung gestellte Liquidität tatsächlich verwendet wird. Ist es etwa schlecht, dass die Kreditinstitute mit dem Geld Staatsanleihen kaufen? Ist es schlecht, dass die Banken wieder vermehrt Unternehmenskredite ausleihen? Einzig wenn dieses Geld zu großen Teilen wieder bei der EZB geparkt würde, wäre dies ein dramatisches Zeichen, ein wichtiges Indiz, dass die EZB die einzige kreditwürdige Institution wäre – zugegebenermaßen ein Extremszenario.</p>
<p>Tatsächlich stellt das LTRO-Programm, das die EZB im Dezember vergangenen Jahres verkündet hatte, einen genialen Schachzug dar, unabhängig davon, wie viel Liquidität tatsächlich in Anspruch genommen wurde. Einzig die Laufzeit hätte noch etwas länger sein können. Denn langfristige Investitionen bedürfen auch einer langfristigen Planungssicherheit. Und deswegen erscheint es wichtig, dass die EZB frühzeitig erkennen lässt, ob sie die dreijährigen Programme verlängern wird.</p>
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