<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Kostenlos Archive - Joachim Goldberg</title>
	<atom:link href="https://www.joachim-goldberg.com/tag/kostenlos/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.joachim-goldberg.com/tag/kostenlos/</link>
	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 Jan 2014 07:24:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.3</generator>
	<item>
		<title>Teure Freunde</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/teure-freunde/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/teure-freunde/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2014 07:24:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kostenlos]]></category>
		<category><![CDATA[Referenzpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Verlustaversion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=6869</guid>

					<description><![CDATA[<p>Geburtstagsfeiern können richtig anstrengend sein. Vor allen Dingen, wenn man sie selbst ausrichtet. Das Ganze kann sogar in Stress ausarten, falls man beispielsweise zehn Personen zum Abendessen bewirten möchte. Dabei sollte so eine Einladung für das Geburtstagskind entspannend sein und nicht bedeuten, dass man bis zur letzten Sekunde den Kochlöffel schwingt und am Ende schweißüberströmt [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/teure-freunde/">Teure Freunde</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Geburtstagsfeiern können richtig anstrengend sein. Vor allen Dingen, wenn man sie selbst ausrichtet. Das Ganze kann sogar in Stress ausarten, falls man beispielsweise zehn Personen zum Abendessen bewirten möchte. Dabei sollte so eine Einladung für das Geburtstagskind entspannend sein und nicht bedeuten, dass man bis zur letzten Sekunde den Kochlöffel schwingt und am Ende schweißüberströmt neben seinen Gästen Platz nimmt. So ging es zumindest meinem Freund K. aus Berlin fast jedes Jahr. Die Gäste haben es genossen und sind immer gerne gekommen. Und er stand den ganzen Tag in der Küche und, nach zwei, drei Stunden Geselligkeit, landete er wieder dort, zwischen Bergen von dreckigem Geschirr, verschmierten Gläsern und jeder Menge Essensresten. </p>
<p>Dieses Mal sollte es anders werden – kein Kochen, kein Stress, schwor sich K. Stattdessen lud mein Freund in ein Restaurant ein, wobei er der Einladung den Hinweis hinzufügte, dass er sämtliche Getränke übernehmen werde. Um es gleich vorwegzunehmen: Es handelt sich nicht um eines dieser Restaurants, in denen der Kellner sichtlich verstimmt reagiert, wenn man nicht ein mehrgängiges Menü bestellt, sondern nur eine Kleinigkeit aus der Karte wählt.</p>
<p>Aber es sollte nicht lange dauern, nachdem mein Freund die Einladungen verschickt hatte, da erhielt er von einem seiner Gäste eine Email mit der alarmierten Anfrage, ob man sich etwa Sorgen um K.‘s finanzielle Situation machen müsse. Dem angeschlossen war der „freundschaftliche“ Hinweis, K. solle doch lieber die komplette Rechnung übernehmen, um alle Irritationen zu vermeiden: „So kennt man Dich nicht“, hieß es in der Nachricht.  Nicht dass es gar Gerede oder gar eine Missstimmung gebe. Auch ein anderer der Geladenen machte eine ähnliche Bemerkung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Fluch des Kostenlosen</b></p>
<p>Mein Freund K. wirkte ziemlich verunsichert, als er mich anrief. Dabei hatte er seine Entscheidung bereits getroffen: Ja, er habe es sich überlegt, er werde in den sauren Apfel beißen, die ganze Rechnung übernehmen und vermutlich für diesen Abend mehrere 100 Euro berappen müssen. Zu schade, dass ich aus zeitlichen Gründen werde nicht dabei sein können, denn diese anspruchsvollen Zeitgenossen hätte ich gerne einmal näher kennengelernt.</p>
<p>Überhaupt habe ich mich gefragt, woher das Anspruchsdenken dieser beiden Gäste herkam. Solche Freunde braucht man eigentlich nicht. Zumal K., ein Journalist, zwar als wohlhabend, aber dennoch nicht als steinreich gelten kann, als dass er mal eben in einem Restaurant eine Party schmeißen könnte. Und selbst, wenn! Aber mit den Jahren hatte sich offensichtlich bei einigen dieser Gäste ein Referenzpunkt eingeschlichen. Man war es gewohnt, alljährlich vom Geburtstagskind bekocht zu werden. Und jetzt soll man plötzlich einen Teil der Zeche selbst zahlen? Das ist schon wie ein wahrgenommener Verlust, obwohl man sich doch eigentlich denken könnte, dass Restaurantbesuche meist viel teurer sind als häusliche Einladungen. Oder war dies die Strafe für K., dass er sich dieses Mal nicht persönlich ins Zeug legen wollte?</p>
<p>Oder gehört dieses Anspruchsdenken gar zum Zeitgeist? Unwillkürlich fühlte ich mich an eine andere Situation erinnert. So dachte ich an die Zeitungen und Journalisten, die im Internet tagtäglich wertvollen Content produzieren; und dies kostenlos. Die Texte werden gern gelesen, und an die Geschichten erinnert man sich. Aber, wehe, der Tag kommt, an dem die Produzenten dieser Geschichten den Lohn bekommen möchten, der ihnen eigentlich zustünde. Wenn solche Inhalte mit einem Male und selbst mit einem nur geringen Obolus bezahlt werden müssen, ist das Geschrei der Leser riesengroß und nicht selten gibt es sogar unverschämte Reaktionen. Aus psychologischer Sicht mag dies verständlich sein, wird man als Verbraucher doch plötzlich mit einem Verlust konfrontiert, den man früher nicht gehabt hat. Aber es kann doch eigentlich nicht selbstverständlich sein, solche Leistungen kostenlos und stillschweigend zu beziehen.</p>
<p>Immerhin war ich am Ende froh, von meinem Freund zu hören, es hätte ihm ein dritter Gast geschrieben. Verbunden mit dem Dank für die Einladung fügte er hinzu, er wäre auch zu K.‘s Geburtstag gekommen, wenn er alles hätte selbst bezahlen müssen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/teure-freunde/">Teure Freunde</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/teure-freunde/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
