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	<title>Instex Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Fri, 07 Jun 2019 05:54:57 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ein bisschen taubenhaft ist nicht genug</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Jun 2019 05:49:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
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		<category><![CDATA[TLTRO III]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eigentlich können wir Mario Draghi eine clevere Umsicht bescheinigen. Denn zum einen hat der EZB-Präsident nicht (wie von den Akteuren gewohnt) die sprichwörtliche große Bazooka herausgeholt und so das Pulver für schlechtere Zeiten trocken gehalten. Andererseits hat Draghi durch die Änderung der Forward Guidance immerhin  seinen Nachfolger psychologisch gebunden. </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ein-bisschen-taubenhaft-ist-nicht-genug/">Ein bisschen taubenhaft ist nicht genug</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1265)</strong>             Nun sind die Euro-Händler gestern offensichtlich doch auf dem falschen Fuß erwischt worden; genau das hatten sie doch durch ihre Euro-Abgaben im Vorfeld der gestrigen Sitzung der Europäischen Zentralbank unbedingt vermeiden wollen. Mit anderen Worten: Vielerorts hatte man offenbar mit einer taubenhaften Überraschung der Zentralbank gerechnet. Tatsächlich hat die EZB bei ihrer gestrigen Ratssitzung den Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent und den Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent belassen. Dass die sogenannte Forward Guidance, die vorausschauende Orientierung für die künftige Strategie der Geldpolitik, geändert wurde, so dass der derzeitige Hauptrefinanzierungssatz nun mindestens bis Mitte 2020 auf seinem jetzigen Niveau verbleiben wird, war von den Akteuren anscheinend bereits mental längst diskontiert.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-10674" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/07062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Extremer Referenzpunkt</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber nicht nur das. Der tatsächliche Referenzpunkt der Händler muss offenbar extremer gewesen sein: Man hatte noch Taubenhafteres von der EZB erwartet. Zwar stellte sich in der anschließenden Pressekonferenz heraus, dass innerhalb des EZB-Rats durchaus geldpolitische Lockerungen diskutiert wurden, aber eben nur für den Notfall. Ein solcher Notfall würde zweifelsohne bei einer Eskalation im globalen Handelskrieg eintreten. Dass die EZB für diesen Fall gut vorbereitet sein soll, schien den Marktteilnehmern nicht zu reichen, so dass kurzfristige bearishe Engagements eiligst wieder glattgestellt wurden und der Euro das Vortageshoch bestätigte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings machte EZB-Präsident Mario Draghi deutlich, dass die EZB eine Zinserhöhung als nächsten Schritt nicht für wahrscheinlicher als eine Zinssenkung halte. Diese Aussage steht indes Beobachtern zufolge in einem gewissen Widerspruch zur gestern verkündeten geringfügigen Verschlechterung der Konditionen für die dritte Serie der gezielten Langfristtender (TLTRO III).</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Den Nachfolger verpflichtet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Psychologisch gesehen können wir Mario Draghi eigentlich eine clevere Umsicht bescheinigen. Denn zum einen hat der EZB-Präsident, wie von den Akteuren gewohnt, längst nicht die sprichwörtliche große Bazooka herausgeholt und so das Pulver für schlechtere Zeiten trocken gehalten. Zumal die neuen Wachstums- und Inflationsvorhersagen gravierendere Maßnahmen ohnehin nicht gerechtfertigt hätten. Indes: Wie von uns gestern bereits erwähnt, hat Draghi durch die Änderung der Forward Guidance immerhin seinen Nachfolger psychologisch gebunden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Uneins sind sich die Währungsstrategen allerdings darüber, was dies für die weitere Zukunft des Euro bedeutet. Dabei gibt es nicht wenige, die davon ausgehen, dass die Gemeinschaftswährung ihre Konsolidierungszone, die wir nach wie vor zwischen <strong>1,1110</strong> und <strong>1,1320/25</strong> sehen, an der Oberseite nicht nachhaltig durchbrechen wird. Selbst wenn der weiter zu eskalieren drohende Handelskrieg zwischen den USA und China eine Verschiebung von Kapitalströmen aus dem Dollar heraus in Richtung Euro nahelegt, steht dennoch weiterhin die berechtigte Frage im Raum, warum man dem Euro derzeit aus ökonomischen Gründen den Vorzug geben sollte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dennoch ist die Angst mancher langfristig orientierter Akteure nicht zu unterschätzen, dass sie sich auch wegen möglicherweise zu befürchtender US-Sanktionen (vgl. etwa die Drohung gegenüber der europäischen Institution Instex <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/31/sinkflug-in-zeitlupe/">HIER</a>) im Dollar nicht wohl fühlen. Eine Angst, die schwerer wiegt als alle fundamentalen Erwägungen. Aber der Euro bleibt ohnehin gegenüber dem Greenback zu bevorzugen, solange er sich oberhalb von <strong>1,1185</strong> bewegt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweise</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wegen der Pfingstfeiertage erscheint der nächste Bericht erst am Dienstag, den 11. Juni.</span></p>
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		<title>Sinkflug in Zeitlupe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 May 2019 04:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Instex]]></category>
		<category><![CDATA[Italien-Bonds]]></category>
		<category><![CDATA[Sanktionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dass das US-Arsenal hinsichtlich etwaiger Sanktionen und anderer Bestrafungen längst nicht ausgeschöpft ist, zeigt ein Brief des Staatssekretärs Sigal Mandelker, zuständig für Terrorismus und Geldwäsche im US-Finanzministerium. Dieser Brief, der bereits am 7. Mai verfasst und auf den sich BNN Bloomberg am Mittwoch berief, befasst sich nämlich mit der Zweckgesellschaft ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/sinkflug-in-zeitlupe/">Sinkflug in Zeitlupe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1125)</strong>             Es hat schon fast etwas Quälendes, sich den derzeitigen Kursverfall des Euro anzuschauen. Jetzt könnte man natürlich argumentieren, dass der gestrige Himmelfahrtstag zu diesem schleppenden Handelsverlauf beigetragen hat. Aber genau genommen hat die Gemeinschaftswährung mehr als drei Tage gebraucht, um gestern einen Kursrückgang von 100 Punkten bis zur Untergrenze ihrer derzeitigen Konsolidierung zu vollziehen. Und wieder einmal ist der Durchbruch nicht gelungen.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10640" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/31052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dafür, dass der Sinkflug des Euro in Zeitlupe verläuft, gibt es kaum eine Erklärung; eigentlich müsste er doch viel schneller fallen. Denn zum einen geht die Europäische Zentralbank mittlerweile nahezu sicher davon aus, dass es auch im zweiten Halbjahr 2019 keine Erholung beim Wirtschaftswachstum der Eurozone geben wird. Mit Recht, denn die ökonomische Datenlage vermittelt keineswegs den Eindruck, dass ein Aufbäumen der Wirtschaft unmittelbar bevorstünde.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Risiko-Gemenge</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Ganz zu schweigen von der unsicheren politischen Situation in Italien, ein Risiko-Gemenge, von dem niemand so recht weiß, wie es aufgelöst werden wird. Der Gradmesser für derartige Risiken, der Renditeabstand zwischen den italienischen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit und vergleichbaren Bundesanleihen, hat sich während der vergangenen beiden Tage jedenfalls nur unwesentlich verringert.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch die ersten Schätzungen zur Inflation im Mai in Frankreich und Spanien, die am Mittwoch bzw. Donnerstag publiziert wurden, blieben hinter den moderaten Erwartungen der Ökonomen zurück, so dass die entsprechenden Daten der Eurozone, die am kommenden Dienstag zur Veröffentlichung anstehen, eher zu dem Schluss führen dürften, dass es sich bei der schlappen Entwicklung der Konsumentenpreise nicht nur um ein vorübergehendes Phänomen handeln dürfte. Noch ein Argument gegen den Euro also.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber dann gibt es ja noch den US-chinesischen Handelskrieg, dessen weitere Eskalation zumindest in der Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer Europa mehr schaden soll als den USA.  Nun drohte die chinesische Regierung zuletzt recht unmissverständlich mit einem Stopp des Exports von Seltenen Erden in die USA. Eine Blockade, die zunächst dem US-Hochtechnologiesektor schaden würde. Wie werden die USA reagieren?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Ein Brief und eine Drohung</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass das US-Arsenal hinsichtlich etwaiger Sanktionen und anderer Bestrafungen längst nicht ausgeschöpft ist, zeigt ein Brief der Staatssekretärin Sigal Mandelker, zuständig für Terrorismus und Geldwäsche im US-Finanzministerium. Dieser Brief, auf den sich BNN Bloomberg am Mittwoch berief, wurde bereits am 7. Mai verfasst und befasst sich mit der Zweckgesellschaft Instex. Instex ist eine europäische Organisation, die die US-Sanktionen im Handel mit dem Iran umgehen soll. Denn die meisten europäischen Länder stehen der Entscheidung Donald Trumps, das Atomabkommen mit den Iran aufgekündigt zu haben, kritisch gegenüber.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Der an Instex gerichtete Brief soll eine unmissverständliche Drohung enthalten, wonach für den Fall einer Umgehung der US-Sanktionen mit ernsten Konsequenzen zu rechnen sei. Konsequenzen, die auch für jeden, der Instex nahestehe, gelten sollen, bis hin zu einem Verlust des Zugangs zum US-Finanzsystem. Ob damit auch ein Einfrieren von Dollar-Guthaben der Betroffenen gemeint sein könnte? Auch wenn der Brief wahrscheinlich bei den meisten Akteuren wenig Beachtung gefunden haben dürfte, hinterlässt er einen seltsamen Nachgeschmack (vgl. auch meinen Beitrag zu den langfristigen Kapitalströmen vom 17. Mai <a href="https://www.joachim-goldberg.com/2019/05/17/vergleich-mit-2003/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><span style="color: #000000;">HIER</span></strong></a><span style="color: #000000;">)</span>.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dessen ungeachtet bleibt der Euro kurzfristig immer noch innerhalb seiner derzeitigen Konsolidierung zwischen <strong>1,1105/10</strong> und <strong>1,1320/25</strong> gefangen. Dabei ist die Gefahr einer Fehlentwicklung nach einem etwaigen Versagen der Untergrenze des Feldes relativ hoch einzuschätzen: Statt der vielerorts in der Folge erwarteten Wiederaufnahme des Abwärtstrends könnte es im weiteren Verlauf zu einer stärkeren Gegenbewegung des Euro kommen.  </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/sinkflug-in-zeitlupe/">Sinkflug in Zeitlupe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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