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	<title>Horrorszenarien Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Immer wieder Neues zum Schweizer Franken – oder: Was Sie im September möglicherweise verpasst haben&#8230;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 06:30:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auch gestern kursierten wieder einmal im Devisenmarkt Gerüchte, die Schweizer Nationalbank (SNB) werde möglicherweise ihren Interventionsboden gegenüber dem Euro hoch setzen. Nachdem es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Spekulationen gegeben hatte, der derzeitige Mindestkurs des Euro werde von 1,20 auf 1,25 CHF erhöht, sprach man gestern sogar von 1,30 CHF. Natürlich könnte man der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Auch gestern kursierten wieder einmal im Devisenmarkt Gerüchte, die Schweizer Nationalbank (SNB) werde möglicherweise ihren Interventionsboden gegenüber dem Euro hoch setzen. Nachdem es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Spekulationen gegeben hatte, der derzeitige Mindestkurs des Euro <span id="more-2603"></span>werde von 1,20 auf 1,25 CHF erhöht, sprach man gestern sogar von 1,30 CHF. Natürlich könnte man der SNB unterstellen, sie würde – sofern sich die Gerüchte als stichhaltig erweisen – die Akteure zu spekulativen Eurokäufen verleiten, um der Nationalbank die Arbeit eigener Interventionen abzunehmen. Wobei allerdings vergessen wird, dass diese Käufe im Falle einer tatsächlichen Erhöhung der Euro-Interventionsgrenze von den Händlern mit Gewinn und letztlich doch wieder (und das womöglich mit einem deutlich höheren Kurs als notwendig) an die SNB verkauft würden. Warum um alles in der Welt, sollte sich die SNB derart unter Druck setzen, wo man doch schon mit der 1,20er Untergrenze den Eindruck hat, der Euro habe in den vergangenen beiden Wochen nicht wirklich einen Aufwärtstrend entwickeln können? Wo es sich bei dieser Entwicklung doch um ein Indiz handelt, dass Franken von langfristiger Seite immer noch benötigt werden.</p>
<p><span style="font-size: small;">Dass der Schweizer Franken auch bei unseren Lesern reges Interesse hervorgerufen hat, zeigt die Hitliste unserer schriftlichen Blog-Beiträge, die von &#8222;<a href="http://www.blognition.de/wirtschaft/ein-schwerer-sundenfall" target="_blank">Ein schwerer Sündenfall</a>&#8220; im September angeführt wurde. Auf Platz zwei fanden wir &#8222;<a href="http://www.blognition.de/investmententscheidungen/der-sicherste-goldtresor-der-welt" target="_blank">Der sicherste Goldtresor der Welt</a>&#8220; vor, ein Artikel, der sich mit der Aufbewahrung physischen Goldes beschäftigt. Auf der dritten Position landete das leidige Thema der Horrorszenarien &#8222;<a href="http://www.blognition.de/markte/willkommen-in-der-kammer-des-schreckens" target="_blank">Willkommen in der Kammer des Schreckens</a>&#8220; – ein Kommentar, der möglicherweise auch Fans von Harry Potter angezogen haben mag.</span></p>
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		<title>Willkommen in der Kammer des Schreckens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 05:46:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen. Nein, sogar das von mir hochgeschätzte „Handelsblatt“, normalerweise nicht als ein Hort der Hysterie bekannt, hat [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/willkommen-in-der-kammer-des-schreckens/">Willkommen in der Kammer des Schreckens</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Horrorszenarien zum Zerfall der Eurozone sind momentan groß in Mode. Aber nicht nur durch das World Wide Web galoppieren zurzeit ganze Schwadrone apokalyptischer Reiter, nicht nur an vielen Facebook-Boards prangen Menetekel, die uns vor dem Untergang unseres Geldsystems warnen. <span id="more-2472"></span>Nein, sogar das von mir hochgeschätzte „Handelsblatt“, normalerweise nicht als ein Hort der Hysterie bekannt, hat erst unlängst ein eigenes Untergangs-Szenario mit der „Titanic“ in der Hauptrolle entwickelt. Und das wirkte selbst auf mich so überzeugend, dass ich am Ende fast daran geglaubt hätte. Obwohl ich doch eigentlich weiß, dass es sich bei diesen Wenn-Dann-Worst-Case-Szenarien um die künstliche Verknüpfung von Ereignissen handelt, von denen nur eines nicht eintreten muss, um die Kette an möglichen Katastrophen gleich am Anfang abreißen zu lassen.</p>
<p>Interessanterweise lässt sich immer wieder beobachten: Je genauer ein Szenario dargestellt wird, desto mehr Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit wird ihm geschenkt – etwas, nach dem Untergangspropheten offenbar besonders stark streben. Dabei sind es doch genau diese farbigen und detaillierten Bilder über die Zukunft, deren Eintreten wenig wahrscheinlich ist. Man denke nur an ein einfaches Wenn-Dann-Szenario, das aus drei Ereignissen besteht, die miteinander eintreten müssen um einen verheerenden Schaden anzurichten. Selbst wenn man jedem dieser einzelnen Ereignisse für sich betrachtet eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit von 80 Prozent beimessen mag, ist die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe nicht viel höher als fifty-fifty (0,80<sup>3</sup>). Dennoch gilt: Mit fallender Wahrscheinlichkeit steigt offenbar die Glaubwürdigkeit einer Horror-Story.</p>
<p>Im Internet geht die Diskussion indes noch viel weiter. Hier versinkt nicht nur die Titanic im eisigen Meer, hier wird sogleich das Weltenende eingeläutet. Dabei sind alle Geschichten oftmals nach demselben Baukastenprinzip der Wenn-Dann-Szenarien aufgebaut. Nur, dass einzelne Bausteine manchmal auch schlichtweg falsch sind, so dass diese Geschichten sofort in sich zusammenfallen wie das berühmte Kartenhaus. Aber immerhin bietet das Internet heute auch Minderheiten die Chancen, sich weltweit Gehör verschaffen, was ihnen früher stets verwehrt geblieben war. Das ist das Doppelgesicht der neuen Freiheit. So kann ich mich noch daran erinnern, dass es mehrere Verlage noch Anfang 2001 rundweg abgelehnt hatten, eine Sammlung von Essays, in denen überwiegend pessimistische Szenarien entwickelt wurden, überhaupt zu veröffentlichen. Einfach weil sich so ein Buch bei der damals allgemein noch optimistischen Stimmung kaum hätte verkaufen können.</p>
<p>Doch diese Freiheit, dass jeder schreiben und veröffentlichen kann, was er möchte, hat auch ihren Preis. Horror-Szenarien, wie sie derzeit zuhauf im Internet verbreitet werden, sind mittlerweile zu stark repräsentiert, weil sie so schön stimmig klingen und einer scheinbar zwingenden Logik gehorchen. Mehr noch: Selbst wenn viele von ihnen ähnlich klingen und möglicherweise auch der eigenen Meinung entsprechen, ist ihre Wirkung keineswegs gutartig. Denn es ist nur allzu menschlich wenn man diese oft ähnlich klingenden Geschichten nicht als möglicherweise voneinander kopiert ansieht, sondern als jeweilige <em>Bestätigung</em> der anderen versteht. Eine Bestätigung, die deshalb so gefährlich ist, weil sie uns zu einer Meinungsänderung verleitet, die am Ende wesentlich extremer als unsere ursprüngliche Position ausfallen kann.</p>
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