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	<title>dots Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Vorhersehbare Überraschung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2016 15:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-9156 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/09/Senti_21092016-300x114.jpg" alt="senti_21092016" width="300" height="114" />Ich habe den Eindruck, dass selten über eine Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) so viel diskutiert wurde wie über diejenige, die heute ansteht. Obwohl die Futures-Händler nur eine etwas über 20 Prozent liegende Wahrscheinlichkeit eingepreist haben, dass die Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte erhöhen wird, gibt es offenbar zwei Bankhäuser (Barclays und BNP Paribas<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>), die gegen die Mehrheitsmeinung halten. Anscheinend gehen die beiden nicht nur davon aus, dass der FOMC heute einen Zinsschritt verkünden, sondern dass dies auch die einzige Erhöhung für dieses Jahr bleiben wird.</p>
<p>Auch ich vertrete die Ansicht, dass ein Zinsentscheid am heutigen Tage, verbunden mit der Ansage, für den Rest des Jahres nicht mehr an der Zinsschraube zu drehen, die beste aller Handlungsalternativen für die Fed darstellen würde.</p>
<p>Denn heute wieder nichts zu tun und stattdessen lediglich eine Prognose (bei der Pressekonferenz der heutigen Sitzung des FOMC werden auch die berühmten „dots“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> publiziert) abzugeben, die eine Zinserhöhung im Dezember implizieren würde, wäre eigentlich ein wenig seltsam. Denn wenn die Fed tatsächlich ernsthaft beabsichtigte, erst in einem Vierteljahr aktiv zu werden, spräche im Grunde doch nichts dagegen, diese Entscheidung sofort umzusetzen.</p>
<p>Aber ich höre schon wieder die Warnungen manches Kommentators, dass eine Zinserhöhung für die Mehrheit der Akteure eine faustdicke Überraschung darstellen und die Finanzmärkte in ein Chaos stürzen könnte. Nein, ein solches Risiko werde die Fed nicht eingehen, ist das Kalkül der meisten Akteure.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Außenseitermeinung als Anker</strong></p>
<p>Wenn sich nun tatsächlich eine kleine Gruppe von Analysten gegen die Mehrheitsmeinung stellt und davon ausgeht, dass es heute zu einer überraschenden Zinserhöhung kommt, geschieht dies wahrscheinlich sogar mit einer gewissen Absicht. Denn solange es bei einem verbalen Statement dieser Art bleibt, kostet dies denjenigen, der es abgibt, eigentlich nichts. Aber wenn man mit dieser Außenseitermeinung am heutigen Tage Recht behalten sollte, sähe das fantastisch aus. Mehr aber noch sorgen solche Meinungen, wenn sie von Häusern, die auch noch zu den bevorzugten Anleihe-Handelspartnern der US-Notenbank zählen (vgl. Bloomberg), vorgetragen werden, dafür, dass ein für viele aus heutiger Sicht unerwarteter Zinsschritt nicht mehr wirklich eine Überraschung darstellen würde. Denn die Minderheitsmeinung wirkt wie ein Anker.</p>
<p>Außerdem würden die Markteilnehmer selbst nach einem kurzzeitigen Einbruch der Aktienkurse schnell zu dem Schluss kommen, dass eine vorgezogene Zinserhöhung gar nicht so schlecht sei. Vielleicht kämen sie sogar zu dem Schluss, dass die Fed aus einer Situation der Stärke gehandelt habe.</p>
<p>Ob die hiesigen mittelfristigen orientierten Aktienhändler, die die Börse Frankfurt allwöchentlich nach ihrer Marktmeinung befragt, angesichts der unsicheren Situation Angst haben oder nicht, können Sie <span style="color: #ff0000;"><strong><a style="color: #ff0000;" href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Steigender-Optimismus-zwischen-den-Notenbanksitzungen-864148">HIER</a> </strong></span>meinem heutigen Kommentar entnehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> vgl. zerohedge.com</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Es handelt sich dabei um Zinsprognosen der einzelnen Ausschussmitglieder für die kommenden Quartale</p>
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		<title>Punktum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2014 16:06:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[dots]]></category>
		<category><![CDATA[FOMC]]></category>
		<category><![CDATA[forward guidance]]></category>
		<category><![CDATA[US-Notenbank]]></category>
		<category><![CDATA[Zinsprognose]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich mir gestern eine Abschrift der jüngsten Rede durchlas, die Richard W. Fisher, Präsident der Federal Reserve Bank Dallas und Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) vor der Bankers Association in Louisiana gehalten hatte[1], war ich doch einigermaßen über dessen Offenheit erstaunt. Es ist nicht allzu lange her, dass sich die Teilnehmer an den [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mir gestern eine Abschrift der jüngsten Rede durchlas, die Richard W. Fisher, Präsident der Federal Reserve Bank Dallas und Mitglied des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) vor der Bankers Association in Louisiana gehalten hatte[1], war ich doch einigermaßen über dessen Offenheit erstaunt.</p>
<p>Es ist nicht allzu lange her, dass sich die Teilnehmer an den Finanzmärkten sowie zahlreiche Ökonomen mit einer Vorhersage-Grafik des FOMC zur Entwicklung der Fed Funds, der so gennannten dot-chart intensiv befassten. Dabei bilden die „dots“ die Zinsprognosen eines jeden einzelnen Mitglieds des Offenmarktausschusses ab. Jeder von ihnen muss dabei vorhersagen, wie sich seines Erachtens die Zinsen zum Ende des laufenden und der beiden darauf folgenden Jahre sowie längerfristig entwickeln werden. Das Diagramm ist genauso wie die ökonomischen Projektionen der Notenbank (Summary of Economic Projections) Bestandteil einer Politik der Transparenz, der so genannten <em>forward guidance</em>, mit der die Federal Reserve Entscheidern – seien es Konsumenten, Investoren oder Banker – Planungshilfe geben möchte.</p>
<p>Zuletzt wurden die „dots“ nach der Sitzung des FOMC am 19. März publiziert und erregten damals großes Aufsehen, weil die Median-Vorhersage für das Jahr 2015 von 0,75 auf ein Prozent und für das Jahr 2016 von 1,75 auf 2,25 Prozent erhöht wurde.</p>
<p>Obgleich bereits Fed-Präsidentin Janet Yellen während der Pressekonferenz im Anschluss am die damalige Sitzung klarstellte, dass diese Vorhersagen im Grunde doch wenig Aussagekraft besäßen, wollten die Spekulationen über einen vorgezogenen Ausstieg der Notenbank aus der Niedrigzinspolitik nach Abschluss des Tapering-Programms, dem Zurückfahren der Anleihekäufe, kein Ende nehmen. Wenn nun Richard Fisher in das gleiche Horn wie die Fed-Präsidentin stößt und die Ergebnisse der „dots“ zu relativieren versucht, ist dies durchaus verständlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Prognosen der FOMC-Mitglieder nur „best guesses“</strong></p>
<p>Aber Fisher ging noch weiter und bezeichnete die Prognosen mit Nachdruck lediglich als „best guesses“ und die Ergebnisse der ökonomischen Projektionen als fehlerhaft. Zum einen, weil es sich bei den Mitgliedern bei voller Besetzung des FOMC zwar um zwölf Regionalpräsidenten und sieben Vorstandsmitglieder handele, die aber trotz ihrer hervorragenden Ausbildung nicht vor menschlichen Irrtümern und Fehleinschätzungen gefeit seien. Zum anderen würden sich außerdem die Größe und Zusammensetzung des Ausschusses sowie die Auswahl der stimmberechtigten Mitglieder mit schöner Regelmäßigkeit ändern, was naturgemäß ebenfalls die Aussagekraft der Zinsprognosen beeinflussen dürfte.</p>
<p>Fisher betonte, die Notenbank verfüge über die besten ökonomischen Denker des Planeten, aber dennoch sei kein Mitglied des FOMC ein Wahrsager à la Nostradamus. Deswegen sei er auch verwundert, dass sich die analytisch [denkende] Gemeinschaft [der Akteure an den Finanzmärkten] und die Marktökonomen so sehr auf die „dots“ fixieren würden; einige Analysten würden die „dots“ regelrecht anbeten, meinte Fisher und nannte in diesem Zusammenhang den Chefökonomen einer internationalen Investmentbank namentlich als Beispiel für diese Haltung. Am Ende gehe die Beschäftigung mit diesen „Prognosepunkten“ so weit, dass der Präsident der Dallas-Fed nicht erstaunt wäre, wenn demnächst Wetten über die vierteljährlichen Veränderungen dieser Prognosen angeboten würden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schafft die „dots“ ab!</strong></p>
<p>Muss man nun am Ende herausfinden, welcher Vorhersagepunkt auf der Grafik welchem FOMC-Mitglied zuzuordnen sei oder soll man nur den Zentralwert der Vorhersagen veröffentlichen anstatt das ganze Schaubild zu zeigen? Alles ungelöste Fragen, die eher Verwirrung als Transparenz stiften.</p>
<p>Am Ende machte Fischer den einzig sinnvollen Vorschlag, den man vielleicht auch bei anderen ökonomischen Prognosen beherzigen sollte: Wenn die Chart mit dem Gewimmel von „dots“ ohnehin nur Verwirrung schaffe, könne man dieses Planspiel doch einfach ganz abschaffen – dem habe ich nichts hinzuzufügen. Dieser Punkt geht eindeutig an Fisher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>[1]Fisher, Richard W. (May 9<sup>th</sup>, 2014): “Comments on Tailored Regulation and Forward Guidance&#8220;, Remarks before the Louisiana Bankers Association 114<sup>th</sup> Annual Convention and Expo, New Orleans, Louisiana</p>
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