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	<title>Computerhandel Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Computerhandel III: Zyklische Erfolge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Aug 2012 06:08:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tatsächlich lassen sich für computerisierte Handelssysteme keine regelmäßigen Erfolgszyklen feststellen. Denn die Summe aller möglichen zu verdienenden Extrarenditen, etwa im Devisenmarkt, ist begrenzt. Doch war es in trendreichen Zeiten einigen wenigen „Systemhändlern“ gelungen, beachtliche Gewinne mit computerisierten Handelsmodellen zu erzielen, was deren Mythos begründete und die Neugier vieler anderer Akteure an den Finanzmärkten weckte. Schon [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-iii-zyklische-erfolge/">Computerhandel III: Zyklische Erfolge</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tatsächlich lassen sich für computerisierte Handelssysteme keine regelmäßigen Erfolgszyklen feststellen. Denn die Summe aller möglichen zu verdienenden Extrarenditen, etwa im Devisenmarkt, ist begrenzt. Doch war es in trendreichen Zeiten einigen wenigen „Systemhändlern“ gelungen, beachtliche Gewinne <span id="more-4881"></span>mit computerisierten Handelsmodellen zu erzielen, was deren Mythos begründete und die Neugier vieler anderer Akteure an den Finanzmärkten weckte.</p>
<p>Schon bald gab es daher etliche Nachahmer, Trendfolger, die allesamt nach einem ähnlichen Ansatz handelten, deren Positionen aber insgesamt so groß wurden, dass sie den Markt beeinflussten. Aus Trendfolgern wurden Trenderzeuger. Mit der Folge, dass Trends nicht durch Fehlentscheidungen und Verlustpositionen von Menschen, sondern durch die Handelsmodelle selbst kreiert wurden, weswegen sie auch nicht von allzu langer Dauer sein konnten. Anders ausgedrückt: Systematische Ansätze gingen an ihrer eigenen Größe zugrunde. Die Gewinner dabei waren übrigens jene, die die großen Orders ausführten und aufgrund von deren hohen Volumina eine  entsprechend hohe Sicherheitsmarge verlangten, die natürlich (als Slippage) zu Lasten der Performance der Computertrader ging. Übrig blieben also, trotz aller Disziplin beim Handeln, Verluste, durch die die meisten computerisierten Trendjünger entmutigt und aus dem Markt geworfen wurden. Also waren es wieder Menschen, die in der Mehrheit dort die Entscheidungen trafen, und dank ihrer Schieflagen und Verluste bildeten sich auch wieder ausgedehnte Trends heraus. Und mit den Trends kamen die Gewinne zurück, auch für die wenigen hartgesottenen Computertrader, die bis dahin immer noch nicht aufgegeben hatten. Ihr Erfolg sprach sich schnell herum, auch andere Händler probierten computergestützte Modelle aus, so dass das ganze Spiel wieder von vorne begann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Self-fulfilling destruction</strong></p>
<p>Die größte Gefahr für den trendfolgenden Computerhandel besteht jedoch nicht nur im oben beschriebenen „Dinosaurier“-Effekt, wenn zu hohe Volumina letztlich zu einer so genannten s<em>elf-fulfilling destruction</em> führen können. Vielmehr ist es der Mensch selbst, der seinen ursprünglich selbst einmal gesetzten Regeln besonders nach einer Serie kleinerer Verluste nicht mehr folgen möchte. Meist rechtfertigt er diesen Abbruch damit, dass die Märkte sich irgendwie geändert hätten und sich plötzlich ganz anders und unberechenbar gebärdeten oder dass Fundamentaldaten (die in solchen Modellen normalerweise ohnehin nichts zu suchen haben!) nicht die gewohnten Reaktionen hervorrufen würden.</p>
<p>Dabei sind es nur eben jene kleinen Verluste, die uns ähnlich ärgern wie mehrere kleine Taxirechnungen. Aber hätte man das nicht vorher wissen müssen, als man sich den viel gerühmten so genannten <em>Track Record</em>, die Erfolgsbilanz des Trendfolgesystems oder -fonds zur Kontrolle angesehen hatte? Und wenn man diesen dann noch einmal genau betrachtet, findet man tatsächlich häufig nur Einzelverluste in einer Größenordnung von weniger als einem Prozent der Performance. Sieht auf dem Papier eigentlich harmlos aus. Selbst wenn das dreimal hintereinander geschieht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wohlbefinden kostet Geld</strong></p>
<p>Tatsächlich ist etwa ein Gewinn von 10 Prozent beeindruckend. Aber bei den Verlusten vergisst man schnell, dass sie in der Realität viel schmerzhafter sind als in der Theorie. Und man unterschätzt überdies, wie schnell man sich in Wirklichkeit an einen Gewinn gewöhnen kann. Ein Gewinn, den man übrigens bei Trendfolgern oft nicht an der Performancespitze realisiert, sondern erst nach einem Rücksetzer. Und von einem bereits mental vereinnahmten Gewinn etwas wieder hergeben zu müssen, ist besonders unangenehm.</p>
<p>Am Ende ist der Handel mit Trendfolgemodellen langfristig sicherlich als erfolgreich zu bezeichnen. Allerdings besteht das Hauptproblem für den Anwender darin, dass die Gewinne oftmals auf psychisch denkbar unangenehme Weise erwirtschaftet werden müssen. Denn Marktineffizienzen auszunutzen, die durch den Dispositionseffekt anderer Marktteilnehmer entstehen, bedeutet in der Konsequenz, das Gegenteil von sehr menschlichen Verhaltensmustern durchhalten zu müssen. Verhaltensmustern, die auf dem Wunsch beruhen, auf möglichst angenehme Art profitabel handeln zu können. Also mit vielen kleinen Gewinnen und nur wenigen, aber dafür größeren Verlusten. Doch das Handeln mit Computermodellen verläuft anders: möglicherweise sehr viel profitabler, aber durchaus auch unangenehmer. Zwar soll der Rechner die Disziplin aufbringen, die dem Menschen fehlt, aber es wird einem auch viel Disziplin dabei abverlangt, ihm dabei zuzusehen zu müssen, ohne eingreifen zu dürfen. </p>
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		<title>Computerhandel im Test</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Aug 2012 05:47:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Computerhandel]]></category>
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		<category><![CDATA[systematisches Handeln]]></category>
		<category><![CDATA[Trendfolgemodelle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Immer schon träumten viele Händler und Anleger an den Finanzmärkten von einem Computer, der nicht nur unnötige und oft verlustbringende Emotionen ausschaltet, sondern auch noch systematisch Gewinne erwirtschaftet. Doch las ich neulich in der FTD (Ausgabe vom 7.8.2012), dass zumindest die Devisenmärkte für Rechner zu sprunghaft seien und computergestützte Fonds beim Aufspüren von Trends an [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-im-test/">Computerhandel im Test</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Immer schon träumten viele Händler und Anleger an den Finanzmärkten von einem Computer, der nicht nur unnötige und oft verlustbringende Emotionen ausschaltet, sondern auch noch systematisch Gewinne erwirtschaftet. Doch las ich neulich in der FTD (Ausgabe vom 7.8.2012), dass zumindest die Devisenmärkte für Rechner zu sprunghaft seien<span id="more-4861"></span> und computergestützte Fonds beim Aufspüren von Trends an Währungsmärkten (Trendfolgemodelle) in jüngster Zeit nicht gerade erfolgreich gewesen sein sollen. Und sofort erinnerte ich mich an die vielen Diskussionen, die meine Kollegen und ich schon zu diesem Thema geführt hatten. Denn ob der computergesteuerte Handel Sinn macht oder nicht, ist bis heute umstritten. So zeigt auch die Performance-Aufstellung in der FTD , dass sich die von ihr ausgewählten Devisenfonds mit Trendfolgestrategie in ihrer Performance zum Teil dramatisch unterscheiden. Vor allem im Einjahresvergleich ergeben sich Unterschiede, die von einem winzigen Plus von 1,4 Prozent Gewinn bis zu einem Verlust von mehr als 9 Prozent reichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Computermodelle auch für Devisenmärkte</strong></p>
<p>Daraus zu schließen, dass Computerhandelsmodelle generell ungeeignet für die Devisenmärkte seien, erscheint mir dennoch ein bisschen vorschnell. Denn die Performanceunterschiede können sich schon alleine durch unterschiedliche Handelsansätze – auch wenn diese durchweg trendfolgend sein sollten – ergeben. Etwa im Umgang mit Verlustbegrenzungen, die jedes gute Programm in irgendeiner Weise berücksichtigen muss, genau wie jeder Händler auch, der sich zumindest in der Theorie eine Verlustbegrenzung setzen sollte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Nicht jeder Stopp-Loss ist sinnvoll</strong></p>
<p>Leider hat die Risikoaversion vieler Akteure dazu geführt, dass man bei systematischen Handelsansätzen vorwiegend mit einem Intraday-Stopp-Loss<a title="" href="#_ftn1">[1]</a> arbeitet. Ich selbst habe mich von diesen Stopps auf Grund eigener, bitterer Erfahrung (mehr dazu können Sie<a href="http://www.blognition.de/blog/markte/stopp-loss-aversion-ii/" target="_blank"> hier </a>lesen) bereits vor etlichen Jahren verabschiedet. Stattdessen zog ich es vor, mir einen ganz bestimmten Tageszeitpunkt auszusuchen, an dem ich überprüfte, ob meine Position den von mir gesetzten Stopp-Loss verletzt hat. Und wenn ja, wurde das Engagement aufgelöst. Jene Methode hat immerhin den Vorteil, dass man nicht durch etwaige Marktmanipulation oder eine ungünstige temporäre Zufallsbewegung aus dem Markt geworfen wird.</p>
<p>Aber auch diese Methodik ist nicht ohne Probleme. Selbst wenn man ein Computermodell diese Arbeit verrichten lässt, kann sich durch eine unglückliche Wahl des Handelszeitpunkts zumindest auf 12-Monats-Sicht ein vollkommen unterschiedliches Bild ergeben. So weist etwa ein Handelsmodell, angewandt zu einem Zeitpunkt am frühen Vormittag, eine völlig andere Performance aus, als wenn es zu einer bestimmten Uhrzeit nachmittags angewendet worden wäre. Über lange Zeiträume gleichen sich derartige Unterschiede jedoch meist weitgehend aus.</p>
<p>Gerade in Phasen, in denen sich Computermodelle nicht so gut schlagen, kann man immer wieder beobachten, wie sich Händler schadenfroh auf die Schenkel klopfen und eifrig gute Ratschläge anbieten. Aber dazu lesen Sie mehr am Montag im zweiten Teil des Blogs.</p>
<div><br clear="all" /></p>
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<p><a title="" href="#_ftnref1">[1]</a> Intraday-Stopp-Loss bedeutet, dass das Engagement mit einer permanenten Verlustbegrenzung geschützt wird.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/computerhandel-im-test/">Computerhandel im Test</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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