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	<title>Commitment-Falle Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>In der Commitment-Falle?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2016 15:43:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Zeitung Die Welt[1] hat jüngst ganz richtig festgestellt, dass sowohl zwischenmenschliche Beziehungen als auch Geldangelegenheiten kompliziert sind. Auf jeden Fall kann man sagen, dass diesbezügliche Entscheidungen auffallende Ähnlichkeiten aufweisen. In dem besagten Artikel ging es zunächst darum, wer eigentlich beim ersten Rendezvous die Rechnung begleichen soll. Dabei beruft sich Die Welt auf eine repräsentative [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/in-der-commitment-falle/">In der Commitment-Falle?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Zeitung <em>Die Welt</em><a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> hat jüngst ganz richtig festgestellt, dass sowohl zwischenmenschliche Beziehungen als auch Geldangelegenheiten kompliziert sind. Auf jeden Fall kann man sagen, dass diesbezügliche Entscheidungen auffallende Ähnlichkeiten aufweisen. In dem besagten Artikel ging es zunächst darum, wer eigentlich beim ersten Rendezvous die Rechnung begleichen soll. Dabei beruft sich <em>Die Welt</em> auf eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa (zusammen mit der Gothaer Versicherung). Demzufolge gibt es zwischen Frauen und Männern unterschiedliche Ansichten, wer beim ersten Date die Rechnung übernehmen soll. Denn im Durchschnitt bestehen in Deutschland 59 Prozent der Frauen darauf, die Kosten zu teilen, während 60 Prozent der Männer – im Alter zwischen 30 und 44 Jahren sind es sogar 68 Prozent – die Rechnung für Speisen und Getränke alleine übernehmen möchten.</p>
<p>Dabei dürfte den wenigsten Herrschaften bewusst sein, dass sie mit der Übernahme der Kosten für ein romantisches Dinner zu zweit eine gewisse Bindung an ebendiese Entscheidung (Commitment) eingehen. Und diese Bindung wird mit jedem weiteren materiellen, aber auch psychischen Einsatz immer stärker – manchmal wird sogar eine lebenslängliche Beziehung daraus. Mit anderen Worten: Derjenige der beim ersten Date die Rechnung übernimmt, sitzt, ohne das vielleicht zu ahnen, ganz schnell in der Commitment-Falle. Denn letztlich soll sich der Einsatz ja auch gelohnt haben. Und dafür bringt man möglicherweise jede Menge weiterer „Opfer“.</p>
<p>Derjenige hingegen, der beim ersten Date eingeladen wird, hat es selbst in der Hand. Wenn sie/er sich einladen lässt, steigen die Chancen, dass sich aus dem ersten Treffen mehr entwickelt. Wer das nicht möchte, sollte auf jeden Fall auf getrennte Rechnungen bestehen. Weil eine Kostenteilung das jeweilige Commitment und die Folgekosten immerhin verringert.</p>
<p>Um Commitments geht es übrigens auch bei der wöchentlichen Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt, die ich wie jeden Mittwoch <strong>(<span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Die-Angst-ins-fallende-Messer-zu-greifen-620486" target="_blank">HIER</a></span></strong>) kommentieren darf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gelesen in der Internetausgabe vom 28. April 2016</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/in-der-commitment-falle/">In der Commitment-Falle?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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		<title>Don Giovanni reloaded</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Jun 2014 14:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commitment-Falle]]></category>
		<category><![CDATA[Overconfidence]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>War am Samstag mit meiner Frau in der Oper. Trotz ausverkauftem Haus, wahrscheinlich wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußballspiels Deutschland gegen Ghana, hatte ich bei eBay doch noch zwei der heißbegehrten Karten für die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni erstehen können. Sie wissen schon, Don Giovanni, das ist der mit den vielen Frauen – [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>War am Samstag mit meiner Frau in der Oper. Trotz ausverkauftem Haus, wahrscheinlich wegen des gleichzeitig stattfindenden Fußballspiels Deutschland gegen Ghana, hatte ich bei eBay doch noch zwei der heißbegehrten Karten für die Neuinszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni erstehen können. Sie wissen schon, Don Giovanni, das ist der mit den vielen Frauen – auf Spanisch: Don Juan. Wir genossen die Oper, das Schauspiel um jenen großen Verführer, der nicht nur seine Frau Donna Elvira betrügt („Treu zu sein wäre grausam gegenüber all den anderen“), sondern auch viele andere Damen ins Unglück stürzt.</p>
<p>Und wieder einmal ist mir die Ambivalenz der Frauen, denen dieser weltberühmte Verführer das Herz bricht, aufgefallen. Einerseits sind die Damen hingerissen von der Attraktivität und dem Nimbus Don Giovannis, fast schon wollen sie seinen Lockungen nachgeben, um sich dann aber doch in letzter Sekunde darauf zu besinnen, was für ein Schuft er doch eigentlich ist. Aber wenn es hart auf hart geht, dann wäre Donna Elvira eben doch bereit, ihrem Mann alle Missetaten zu verzeihen. Weil sie ihn immer noch liebt.</p>
<p>Doch vermittelte zumindest die Frankfurter Inszenierung den Eindruck, dass Giovannis Attraktivität selbst als Bösewicht und Egomane alternativlos ist. Denn die anderen rechtschaffenen jungen Männer und Verlobten von Donna Anna und Zerlina wirken im Vergleich zu Don Juan doch eher bieder und farblos, so dass das Leben an ihrer Seite nicht gerade einem endlosen Feuerwerk der Leidenschaft gleichen dürfte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ohne Regret-Aversion</strong></p>
<p>Ja, irgendwo bewunderte auch ich die Figur des Giovanni und auch der Herr zwei Plätze neben mir hatte so ein Strahlen in seinen Augen, dass ich den Eindruck hatte, er wolle auf der Stelle in den Mantel dieses Frauenverführers schlüpfen. Auch wenn dieser in der Frankfurter Inszenierung bereits sehr stark im Altern begriffen schien. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn zumindest Behavioral Economics Freaks müssen einfach ein Faible für Don Giovanni haben, weil er trotz all’ seiner Untaten nicht im mindesten Bedauern oder Reue verspürt. „Regret Aversion“, die Angst des Entscheiders (und Börsianers) vor einem Fehlgriff oder -tritt, ist ihm vollkommen fremd.</p>
<p>Trotzdem muss er bekanntlich immer wieder den Attacken der rachsüchtigen Liebhaber durch allerlei Tricks entkommen. Und das gelingt ihm so gut, dass sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (wir sprechen in diesem Falle von Overconfidence) fast ins Unermessliche wächst. Auch wenn sein Diener Leporello (für einen mittelprächtigen Bonus, versteht sich) immer wieder den Kopf für ihn hinhalten muss. Sein Selbstvertrauen ist so unerschütterlich, seine Furchtlosigkeit so grenzenlos, dass er am Ende sogar den Steinernen Gast, die Verkörperung des Todes, zum Abendessen einlädt.</p>
<p>Und dann wurde sie wieder einmal gesungen, die Arie des Komturs, bei dessen kurzem, aber extrem wichtigem Auftritt nichts schiefgehen darf. Sonst käme der immer noch rein gar nichts bereuende Don Giovanni –  wir würden seine Gemütslage als „gefangen in der Commitment-Falle“ bezeichnen – nämlich nicht in die Hölle. Denn die Oper endet ja nicht ohne den tröstlichen Hinweis, dass am Ende doch stets das Gute siegen wird.</p>
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