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	<title>Ankereffekt Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ungebrochene Risikofreude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Feb 2020 05:56:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nun ist der Dollar also den vierten Tag hintereinander gegenüber einem Korb von Währungen, auch als Zeichen der derzeitigen globalen Risikofreude, gestiegen. Dass die globale Risiko-Rallye gestern eine Fortsetzung fand, war noch nicht einmal neuen Nachrichten hinsichtlich des Corona-Virus geschuldet. Vielmehr reichte den Akteuren als Auslöser fortgesetzter Aktienkäufe hierzulande und in Fernost – die chinesischen Aktien waren gestern den dritten Tag hintereinander auf deutlichem Erholungskurs – die Nachricht, dass China seine Strafzölle auf US-Importe im Volumen von etwa 75 Mrd. Dollar halbieren würde. Eine Nachricht, die eigentlich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,0980)</strong>             Nun ist der Dollar also den vierten Tag hintereinander gegenüber einem Korb von Währungen, auch als Zeichen der derzeitigen globalen Risikofreude, gestiegen. Dass die globale Risiko-Rallye gestern eine Fortsetzung fand, war noch nicht einmal neuen Nachrichten hinsichtlich des Corona-Virus geschuldet. Vielmehr reichte den Akteuren als Auslöser fortgesetzter Aktienkäufe hierzulande und in Fernost – die chinesischen Aktien waren gestern den dritten Tag hintereinander auf deutlichem Erholungskurs – die Nachricht, dass China seine Strafzölle auf US-Importe im Volumen von etwa 75 Mrd. Dollar halbieren würde. Eine Nachricht, die eigentlich nicht hätte für Furore sorgen müssen, denn diese „wunderbare“ Maßnahme ist ohnehin letztlich Bestandteil des sogenannten „Phase-Eins-Deals“, dem Teilabkommen zwischen den USA und China, das im Januar verabschiedet wurde. Mit der gestrigen Dollarstärke ist auch der Euro weiter unter Druck geraten und fiel kurzzeitig mit rd. 1,0965 auf ein Niveau, das zuletzt im Oktober 2019 gehandelt wurde.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11595" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/07022020.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/07022020.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2020/02/07022020-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Vor allem Dollarstärke</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Sucht man nach einem Auslöser für den gestrigen Rückgang des Euro, der weit mehr auf einer Dollarstärke als auf eigener Schwäche beruhte, könnte man auf den ersten Blick rasch fündig werden. Denn dass der Auftragseingang der Deutschen Industrie im Dezember (gegenüber Vormonat) um 2,1 Prozent unerwartet deutlich gefallen war, kam bei vielen Kommentatoren nicht gut an. Zumal die Ökonomen von einem Orderplus von 0,6 Prozent im Mittel ausgegangen waren. Noch dramatischer gestaltet sich diese Zahl, wenn man den Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe auf Jahresbasis betrachtet. Demnach brachen die Auftragseingänge um heftige 8,7 Prozent ein – das ist der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2009. Indes: Der Euro geriet eigentlich nicht wegen dieser miserablen Zahlen richtig unter Druck, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt während des Handelstages.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>ADP-Zahl als Anker</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dollarseitig gab es gestern keine wichtigen Konjunkturdaten zu begutachten. Dafür steht heute die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts an, bei dem der Zuwachs der Stellen im Nicht-Agrarbereich (Nonfarm Payrolls) in der Median-Schätzung zwar nur bei einem Plus von 160 Tsd. Stellen liegt. Allerdings dürften die Erwartungen angesichts der Super-Zahl der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vom vergangenen Mittwoch (+291 Tsd.) insgeheim höher liegen. Zumindest bildet dieser hohe Wert einen mentalen Anker. Zumindest wird es damit schwierig, noch für eine richtig große Überraschung bei den Devisenhändlern zu sorgen.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Außerdem meldete sich gestern der Präsident der regionalen Fed von Dallas, Robert Kaplan, zu Wort. Der wartete nämlich mit einer exakten Wachstumsschätzung für die USA auf und rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 2,25 Prozent anziehen wird. Tatsächlich, so Kaplan, sei eigentlich noch mehr drin, wenn es nicht die Boeing-Probleme und das Corona-Virus gäbe. Dieses allein würde die USA vermutlich rund 0,4 Prozent des BIP kosten.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Weniger Konjunktursorgen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass man sich um die US-Konjunktur offenbar keine Sorgen mehr machen muss, zeigt auch die Entwicklung am Anleihemarkt. Zwar konnten die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries gestern nicht mehr zulegen, aber der viel beachtete Renditeabstand zu den 3-monatigen T-Bills liegt mittlerweile bei +6 Basispunkten. Auch die implizite Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinssenkung der Fed bis zur Jahresmitte hat sich wieder deutlich verringert. So berechnete sich über das CME FedWatch-Tool dafür zuletzt nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 39 Prozent; vor Wochenfrist betrug diese immerhin noch fast 50 Prozent. </span><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Unterdessen hat die Gemeinschaftswährung ihre „Komfortzone“ zwischen 1,0980 und 1,1180 an der Unterseite verletzt. Damit ist zwar noch kein kurzfristiger Abwärtstrend eingeleitet, aber der Euro bleibt unterhalb von <strong>1,1070/75</strong> unter Druck.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>„Hätte, könnte, würde“ – Gewissheiten im Konjunktiv</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jun 2019 04:54:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Ankereffekt]]></category>
		<category><![CDATA[G20-Treffen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bei der Fed gibt Donald Trump keine Ruhe. Und vermutlich wird es auch nie genug sein, was die US-Notenbank an Zinssenkungen präsentieren wird. Trumps Kritik kam gestern wieder einmal in Form von zwei Tweets, obwohl die Fed unlängst einen Schwenk zu einer taubenhafteren Geldpolitik andeutete. Auch wenn die Fed Funds Futures möglicherweise eine etwas überzogene Markterwartung vermitteln und die daraus abgeleitete Wahrscheinlichkeit für...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1410)</strong> Bei der Fed gibt Donald Trump keine Ruhe. Und vermutlich wird es auch nie genug sein, was die US-Notenbank an Zinssenkungen präsentieren wird. Trumps Kritik kam gestern wieder einmal in Form von zwei Tweets, obwohl die Fed unlängst einen Schwenk zu einer taubenhafteren Geldpolitik andeutete. Auch wenn die Fed Funds Futures möglicherweise eine etwas überzogene Markterwartung vermitteln und die daraus abgeleitete Wahrscheinlichkeit für mindestens drei Zinssenkungen bis zum Jahresende über 70 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool) liegt, wirft Trump den Fed-Entscheidern Versagen vor. Man müsse sich nur einmal vorstellen, was geschehen wäre, wenn die US-Notenbank in seinem Sinne gehandelt hätte, spekulierte Trump via Twitter. Der Dow-Jones-Index läge Tausende von Punkten höher, und vor dem Komma der US-Wachstumszahl stünde gar eine 4 oder eine 5, schwärmte der US-Präsident. Aber dennoch beteuerte er, nie die Absicht gehegt zu haben – obwohl er das Recht dazu habe –, Fed-Chef Jerome Powell zu entlassen. <img decoding="async" class="alignright wp-image-10735" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/06/25062019.jpg" alt="" width="150" height="469" /><br />
</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch wenn die meisten Kommentatoren diese Tiraden für Blödsinn halten mögen, setzen sich diese dennoch als mentale Anker in den Gehirnen der meisten Marktteilnehmer fest. Und schüren, wenn auch oft ungewollt, übertriebene Hoffnungen. Was aber würde die US-Notenbank tun, wenn sich beim geplanten Treffen des US-Präsidenten mit Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels am 28./29. Juni tatsächlich wider Erwarten eine Annäherung zwischen beiden Staatsoberhäuptern vollziehen und die Chancen auf eine Beilegung des US-chinesischen Handelskrieges deutlich steigen würden? Ein Szenario, das vermutlich im Kalkül der meisten Händler derzeit ausgeblendet sein dürfte. Denn in der Folge würde für die Fed eine wesentliche Grundlage für etwaige Zinssenkungen wegfallen. Und wie würden dann nach der Trumpschen Logik die Aktienmärkte reagieren?</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während wir also von Trump belehrt wurden, dass die Fed nicht wisse, was sie tut, glauben wir immerhin zu wissen, was die Europäische Zentralbank als nächstes tun wird. Einer Reuters-Umfrage zufolge glaubt nämlich eine große Mehrheit von knapp 80 Prozent der von Reuters befragten Ökonomen, dass die EZB bis Ende September entweder ihren Einlagenzins – die Vorhersagen reichen (derzeit liegt dieser Satz bei -0,4 %) bis zu einer Senkung auf -0,8 Prozent – oder ihre sogenannte Forward Guidance ändern wird. Und zwar dergestalt, dass demnächst der Hinweis auf eine erste mögliche Zinserhöhung – derzeit wird diese mehrheitlich ohnehin nicht vor Ende 2020 erwartet – vollkommen weggelassen werden könnte. Aber trotz all dieser Prognosen wird man den Eindruck nicht los, dass man mancherorts nicht mehr so unbedingt wie früher an die Durchschlagskraft dieser Instrumente glaubt. Instrumente, zu denen auch eine mögliche Wiederauflage des Anleihekaufprogramms zählt. Dies mag auch einer der Gründe sein, warum der Euro gegenüber dem Dollar derzeit kaum nachgibt. Dessen kleiner Impuls (für einen kurzfristigen Aufwärtstrend reicht es weiterhin nicht) mit Potenzial bis nunmehr <strong>1,1460/1,1515</strong> bleibt überdies intakt, solange <strong>1,1260</strong> nicht unterschritten wird.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/haette-koennte-wuerde-gewissheiten-im-konjunktiv/">„Hätte, könnte, würde“ – Gewissheiten im Konjunktiv</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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