<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Verfügbarkeitssheuristik Archive - Joachim Goldberg</title>
	<atom:link href="https://www.joachim-goldberg.com/tag/verfugbarkeitssheuristik/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.joachim-goldberg.com/tag/verfugbarkeitssheuristik/</link>
	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Wed, 22 Jun 2016 16:42:15 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.4</generator>
	<item>
		<title>Die Wohlfühl-Wahl</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/die-wohlfuehl-wahl/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/die-wohlfuehl-wahl/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2016 16:22:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Public Choice]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Brexit]]></category>
		<category><![CDATA[FT Poll of Polls]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektive Überzeugung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitskaskaden]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitssheuristik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://joachim-goldberg.com/?p=8926</guid>

					<description><![CDATA[<p>Betrachtet man die Entwicklung der hiesigen Aktienmärkte seit Wochenbeginn, könnte man fast den Eindruck gewinnen, es handele sich um eine vorgezogene Party. Dabei soll es, dem Volksmund nach, Unglück bringen, wenn man jemandem zu früh zu seinem Geburtstag gratuliert oder die Champagnerkorken vorzeitig knallen lässt. Zugegeben: Die Anspannung vor dem Referendum in Großbritannien über dessen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-wohlfuehl-wahl/">Die Wohlfühl-Wahl</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-8921 alignleft" src="http://joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Big-Ben-300x137.jpg" alt="Big Ben" width="300" height="137" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Big-Ben-300x137.jpg 300w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Big-Ben-768x350.jpg 768w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Big-Ben-800x366.jpg 800w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2016/06/Big-Ben.jpg 802w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" />Betrachtet man die Entwicklung der hiesigen Aktienmärkte seit Wochenbeginn, könnte man fast den Eindruck gewinnen, es handele sich um eine vorgezogene Party. Dabei soll es, dem Volksmund nach, Unglück bringen, wenn man jemandem zu früh zu seinem Geburtstag gratuliert oder die Champagnerkorken vorzeitig knallen lässt. Zugegeben: Die Anspannung vor dem Referendum in Großbritannien über dessen möglichen Austritt aus der EU am morgigen Donnerstag scheint sich etwas gelegt zu haben. Derzeit haben die Gegner eines solchen Brexit die Oberhand gewonnen – im ungünstigsten Fall liegen sie, so die jüngste Berechnung der übergeordneten Umfrage der Financial Times („Poll of Polls“), nur marginal hinter den Befürwortern.</p>
<p>Es gibt nicht wenige, die diesen Stimmungswechsel mit der Ermordung der britischen Abgeordneten Jo Cox in der vergangenen Woche in Verbindung bringen. Und es würde auch mich nicht wundern, wenn dieses schreckliche Ereignis zumindest auf bislang unentschiedene Wähler einen Einfluss in größerem Ausmaß gehabt hätte. So hatte ich bereits in einem anderen Beitrag (<span style="color: #ff0000;"><strong><a style="color: #ff0000;" href="http://joachim-goldberg.com/2016/06/16/im-zweifel-entscheidet-der-bauch/">HIER</a></strong></span>) darauf hingewiesen, dass die meisten Entscheider mit dem Referendum zumindest insofern überfordert sind, als wohl kaum jemand von ihnen in der Lage sein dürfte, sämtliche etwaige Folgen seines Votums aus allen Blickwinkeln und auch mit allen Konsequenzen zu überblicken. Um diesen schwierigen Entscheidungsweg abzukürzen, bedienen sich die meisten Menschen so genannter Heuristiken. Faustregeln, die im richtigen Kontext durchaus hilfreich sein können, weil sie die Komplexität schwer überschaubarer Sachverhalte verringern und so zu schnellen Ergebnissen führen können. Häufig kommt es aber auch zu ungenauen und verzerrten Einschätzungen, besonders bei ökonomischen und politischen Sachverhalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Verfügbarkeitskaskaden entstehen</strong></p>
<p>Eine dieser Heuristiken ist der sogenannte Verfügbarkeitsirrtum, wonach Menschen sich durch besonders knallige, drastische oder eben verabscheuenswürdige Ereignisse, also durch leicht verfügbare Informationen, stark beeinflussen lassen. Werden solche Ereignisse auch noch in der Öffentlichkeit diskutiert und erregen sie starkes Aufsehen, können sogar regelrechte Verfügbarkeitskaskaden entstehen<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>. Am Anfang steht eine einzelne Wahrnehmung, die sich allein durch ihre häufige Erwähnung in den Medien in einer Art Kettenreaktion und sich selbst verstärkendem Prozess schließlich zu einer kollektiven Überzeugung verwandelt – entweder mit breiter sozialer Akzeptanz oder Ablehnung. Doch ist es nicht nur die leicht verfügbare Information, sondern oft auch der (meist unbewusste) Wunsch vieler Menschen, durch  Anpassung ihrer Meinung an die kollektive Überzeugung sozial akzeptiert zu sein, wodurch die Verfügbarkeitskaskaden verstärkt werden. Ein Phänomen, das für die Gesellschaft positive, aber auch negative Folgen haben kann. Daher ist es naheliegend, dass auf Verfügbarkeitskaskaden spezialisierte Aktivisten durch geschicktes Lostreten solcher Kaskaden den politischen Diskurs manipulieren können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Behavioral Public Choice</strong></p>
<p>Und so ist es kein Wunder, wenn sich unter dem Namen „Behavioral Public Choice“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> eine recht junge Wissenschaftsdisziplin mit dem irrationalen Verhalten politischer Akteure und Wähler beschäftigt und dessen Folgen für Politik und Gesellschaft untersucht. Die Experten dieser Forschungsrichtung sind davon überzeugt, dass sich die Wähler gerade in einem emotional aufgeladenen Umfeld wie dem Brexit-Referendum für die Option entscheiden werden, mit der sie sich im Augenblick wohl fühlen, während Nutzen oder Kosten ihrer Wahl in den Hintergrund treten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Frage ist, womit sich die Briten mehrheitlich – auch angesichts des Attentats der vergangenen Woche – vor allem moralisch wohl fühlen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Timur Kuran and Cass R. Sunstein (1999): <em>Availability Cascades and Risk Regulation</em> Stanford Law Review, Vol. 51, No. 4 (Apr., 1999), pp. 683-768</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Vgl. etwa: Gary J. Lucas &amp; Slaviša Tasić (2015): Behavioral Public Choice and the Law, West Virginia Law Review 199 (2015) a</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-wohlfuehl-wahl/">Die Wohlfühl-Wahl</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/die-wohlfuehl-wahl/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wetten, dass?</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/wetten-dass/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/wetten-dass/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 18:18:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Risikowahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfügbarkeitssheuristik]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=655</guid>

					<description><![CDATA[<p>Wetten, dass viele Tageszeitungen Morgen früh damit aufmachen werden? Wetten, dass hochmoralische Talkshow-Runden dieses Thema diskutieren werden? Wetten, dass irgend ein maßgeblicher Mensch Konsequenzen aus diesem tragischen Vorfall fordern wird? Und wetten, dass alle anderen Menschen, die an diesem Wochenende Opfer eines schweren Unfalls wurden, weitaus weniger Anteilnahme erfahren? Denn sie sind ja nicht im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wetten-dass/">Wetten, dass?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wetten, dass viele Tageszeitungen Morgen früh damit aufmachen werden? Wetten, dass hochmoralische Talkshow-Runden dieses Thema diskutieren werden? Wetten, dass irgend ein maßgeblicher Mensch Konsequenzen aus diesem tragischen Vorfall fordern wird? Und wetten, dass alle anderen Menschen, die an diesem Wochenende Opfer eines schweren Unfalls wurden, weitaus weniger Anteilnahme erfahren?<span id="more-655"></span></p>
<p>Denn sie sind ja nicht im Fernsehen verunglückt, vor den Augen von Millionen Zuschauern. Und ihretwegen wurde ja auch nicht die berühmteste Live-Sendung des Zweiten Deutschen Fernsehens zum ersten Mal in ihrer 29jährigen Geschichte abgebrochen. Samuel K., Kandidat von Thomas Gottschalk in der Show „Wetten, dass &#8230;?“, hatte versucht, mit Sprungfedern (Powerboots) an den Füßen, spektakuläre Salti über Autos zu springen, während diese auf ihn zufuhren. Die Crew von<strong> </strong>“Wetten, dass …?” war sich sicher, dass der 23jährige in der Lage war, diese Aufgabe zu meistern. Und dann, während seines Live-Auftritts im Fernsehen, passiert es: Beim vierten Auto springt er wohl zu kurz ab und liegt einen Bruchteil von Sekunden später reglos auf dem Boden.</p>
<p>Ist Samuel K. ein zu hohes Risiko eingegangen, nur um ins Fernsehen zu kommen? Und hat das ZDF diesen Wett-Kandidaten mit seinem waghalsigen Salto mortale deshalb zugelassen, weil dessen Auftritt Quote versprach? Schließlich lief zur selben Zeit auf RTL „Das Supertalent“. Diese Fragen werden jetzt in den Wohnzimmern und Redaktionsstuben heftig diskutiert. Während Samuel K. nach einer zweieinhalbstündigen Not-OP im künstlichen Koma liegt. Und mit Samuels Schicksal verknüpft scheint auch die Karriere von Thomas Gottschalk. Denn schon wird darüber spekuliert, dass er die Sendung nur dann weiter moderieren wird, wenn der junge Mann am Ende einigermaßen glimpflich davongekommen ist. Das ist ihm wirklich zu wünschen, das Unfall- oder gar Todesrisiko solcher Stunts und Mutproben bleibt aber dennoch unvermindert bestehen.</p>
<p>Und all’ die anderen Verunglückten von diesem zweiten Adventwochenende, die die meisten von uns vermutlich gar nicht wahrgenommen haben? Etwa jene 46 Jahre alte Frau aus Aschaffenburg, die auf einem Fußgängerüberweg von einem Auto bei Rot erfasst und schwer verletzt wurde? Da fordert niemand, das Autofahren zu verbieten. Oder man denke an die Nummer des Großen Russischen Staatscircus’ in Konstanz, bei dem im April dieses Jahres drei Motorradfahrer ineinander gerast waren, an den Zirkusartisten, der vom Trapez gefallen und jetzt querschnittsgelähmt ist oder an den Dompteur, der vor gut einem Jahr in der Manege von drei Tigern zerfleischt worden war. Mir ist nicht bekannt, dass ein großer Zirkus wegen eines derartigen Unfalls jemals geschlossen worden wäre. Oder dass sich die Leute davon abhalten ließen, derlei Veranstaltungen in Zukunft zu besuchen. Wenn Sanktionen für den Zirkus gefordert werden, dann betreffen sie stets nur die Tiere, um deren körperliche Unversehrtheit man sich anscheinend mehr sorgt als um das Wohl der Artisten und Akrobaten. Und die haben immer schon alles und oft auch ihr Leben dafür gegeben, die Lust an Nervenkitzel und Gefahr zu bedienen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/wetten-dass/">Wetten, dass?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/wetten-dass/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
