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	<title>Überschussbeteiligung Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Flucht ins Risiko?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 13:25:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Gestern las ich in der FTD, die Allianz werde ihre so genannte Überschussbeteiligung für Kunden der klassischen Lebens- und Rentenversicherung auf den Sparanteil der Prämien (etwa 80 Prozent der Prämie) im kommenden Jahr auf 4,1 Prozent senken. Eine Folge der Finanzkrise, weil die Lebensversicherer verständlicherweise für neue Anlagen, etwa in zehnjährige Bundesanleihen, derzeit nicht einmal 3 [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern las ich in der FTD, die Allianz werde ihre so genannte Überschussbeteiligung für Kunden der klassischen Lebens- und Rentenversicherung auf den Sparanteil der Prämien (etwa 80 Prozent der Prämie) im kommenden Jahr auf 4,1 Prozent senken. Eine Folge der Finanzkrise, weil die Lebensversicherer verständlicherweise für neue Anlagen,<span id="more-6650"></span> etwa in zehnjährige Bundesanleihen, derzeit nicht einmal 3 Prozent Zinsen p. a. bekommen. Sicherlich erzielen die meisten Versicherungsgesellschaften derzeit noch eine höhere Verzinsung aus Anleihen, die sie bereits länger im Bestand halten. Aber diese werden in nächster Zeit peu à peu auslaufen.</p>
<p>Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten äußert dabei zu Recht, die Absenkung der Überschussbeteiligung könnte bei einigen Kunden zu einem „Aha-Erlebnis“ führen. Und er fügt hinzu: &#8222;Sie sehen, dass die Altersversorgung nicht mehr das geplante Niveau hat, und können durch andere Investitionen gegensteuern&#8220;. Was natürlich für jemanden, der jetzt nicht mehr Geld für die Altersversorgung investieren möchte, im Klartext heißen würde, die Lebens- oder Rentenversicherung kündigen zu müssen, was aber, so auch Thorsten Rudnik, wegen der Hohen Einbußen bei vorzeitiger Auflösung kaum Sinn macht.</p>
<p>Clevere Zeitgenossen könnten aber durchaus auf die Idee kommen, ihre Lebensversicherung einfach stillzulegen und die so gesparten Beiträge anderweitig zu investieren. Wohl wissend, dass mit höheren Erträgen auch bestimmte Risiken eingegangen werden müssen. Risiken, die möglicherweise noch in ferner Zukunft liegen, aber im schlimmsten Fall genau das anrichten, was wir heute um jeden Preis vermeiden wollen: die Minderung unseres Kapitals.</p>
<p>Wer jedoch unterstellt, dass man in Zukunft keine Inflation fürchten muss (was angesichts der teils massiven Sparanstrengungen in Europa nicht völlig aus der Luft gegriffen wäre), braucht sich eigentlich wegen der niedrigeren Überschussbeteiligung der Lebensversicherer nicht wirklich zu grämen. Denn es wird tunlichst übersehen, dass der Zins zumindest teilweise einen Ausgleich für die Geldentwertung darstellen soll, die sich in einem inflationären Umfeld zwangsläufig ins angesparte (Versicherungs)kapital hineinfressen würde<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ftn1">[1]</a>. Wenn Geldentwertung jedoch nicht stattfindet, bleibt der Wert des so eingezahlten Kapitals erhalten. Schön, wenn es dann noch eine kleine Überschussbeteiligung gibt.</p>
<p>Am Ende bleibt (wie immer) nur eine Frage zu lösen: Werden wir Inflation oder Deflation bekommen?</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ftnref1">[1]</a> Tatsächlich handelt es sich beim eingezahlten Versicherungskapital und den Überschüssen um zwei mentale Konten. Die Überschüsse werden von den Kunden als Gewinn separat wahrgommen, während sich die Versicherungssumme nominal nicht ändert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/flucht-ins-risiko/">Flucht ins Risiko?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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