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	<title>Reflations-Trade Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>„Bad news is good news“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 05:53:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Reflations-Trade]]></category>
		<category><![CDATA[US-Stimuluspaket]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vermutlich war es ein Satz der US-Finanzministerin Janet Yellen vom Wochenende, der dafür gesorgt hat, dass die Aktienmärkte in den USA und hierzulande auch der DAX Allzeithochs markierten. Das größte ökonomische Risiko bestehe darin, nicht genug zu tun, um den kleinen Unternehmen und den Arbeitslosen zu helfen, hatte Yellen erklärt. &#160; Immer noch das gleiche [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Vermutlich war es ein Satz der US-Finanzministerin Janet Yellen vom Wochenende, der dafür gesorgt hat, dass die Aktienmärkte in den USA und hierzulande auch der DAX Allzeithochs markierten. Das größte ökonomische Risiko bestehe darin, nicht genug zu tun, um den kleinen Unternehmen und den Arbeitslosen zu helfen, hatte Yellen erklärt.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-13065" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/09022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/09022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/09022021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Immer noch das gleiche Paket</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun sprechen wir immer noch von demselben US-Konjunkturpaket in Höhe von rund 1,9 Billionen USD. Und dass dieses Stimulus-Paket irgendwie zum Tragen kommen würde, ist nun seit Anfang Januar, also, seit die Demokraten im Senat über eine hauchdünne Mehrheit verfügen, bei den Teilnehmern an den Finanzmärkten Konsens. Einzig und allein das Tempo bis zum Inkrafttreten und die endgültige Höhe des Pakets sind weiterhin offen. Dennoch hatte ich nie den Eindruck, dass die Aktienmärkte deswegen irgendwelche Zweifel in Form von Abverkäufen gezeigt hätten. Die größere Korrektur im Januar wird zumindest von der Mehrheit der Kommentatoren nicht mit Schwierigkeiten beim Stimulus-Programm in Verbindung gebracht.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Probleme werden ausgeblendet</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Man könnte also vor allen Dingen den Aktienhändlern in den USA fast so etwas wie eine gewisse Euphorie bescheinigen. Zumindest, wenn man bedenkt, dass beispielsweise ungünstige Nachrichten zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie (Verzögerungen bei der Impfung der Bevölkerung, eingeschränkte Wirksamkeit von bestimmten Impfstoffen) derzeit anscheinend nicht wahrgenommen werden. Natürlich ist es verständlich, dass die Akteure genug von schlechten Neuigkeiten haben. Und sobald ungünstige Nachrichten wie etwa der US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag bekannt werden, werden sie flugs umgedeutet. Wie heißt es so schön: „Bad news is good news“. Ein Satz, den man vor allen Dingen während stark haussierender Aktienmärkte zu hören bekommt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Auch ein Appell</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und so konnte man bereits am Wochenende den Eindruck bekommen, dass die Marktteilnehmer angesichts der miserablen Zahlen insgeheim noch mehr Stimulus für die USA erwarten. Woraus – und das wurde von Janet Yellen indirekt bestätigt – abgeleitet wurde, dass es wegen des Stimulus mehr Wachstum und natürlich auch mehr Inflation geben würde. Eine Inflation, die bis zum Erreichen des 2-Prozent-Ziels der Fed, zumindest für meinen Geschmack, etwas verharmlosend als Reflation bezeichnet wird. Aber halten wir fest: Das Stimulus-Programm hat sich nicht vergrößert, und die Mehrheitsverhältnisse im US-Senat haben sich auch nicht verändert. Selbst wenn die Demokraten über eine extrem knappe Mehrheit verfügen, müssen alle Senatoren der Partei immer noch unter einen Hut gebracht werden. So gesehen, muss man Janet Yellens Statement nicht nur als Bestätigung der Politik ihres Präsidenten Joe Biden, sondern auch als Appell an die eigene Partei verstehen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nicht nur deswegen, sondern auch wegen der Risikofreude an den Aktienmärkten hätte der US-Dollar gestern durchaus etwas stärker unter Druck geraten können. Tatsächlich legte er auch gegenüber dem Euro fast schon eine lustlose Handelssitzung hin, die dort endete, wo sie gestern begonnen hatte. Erst heute früh in Fernost zeigte nun auch der Greenback Reaktion. Ob nun die Reflationserwartungen noch mehr Auftrieb erhalten, wird sich möglicherweise bereits morgen herausstellen, wenn die Entwicklung der US-Verbraucherpreise für den Monat Januar publiziert werden. Davon unabhängig bleibt der Euro jedoch in seiner ungünstigen Position, solange <strong>1,2095/00</strong> nicht überwunden wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Ungebremste Risikofreude</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2021 10:45:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Sonntag]]></category>
		<category><![CDATA[Reflations-Trade]]></category>
		<category><![CDATA[Stimulus]]></category>
		<category><![CDATA[US-Arbeitsmarktbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitunter kommt es vor, dass die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt in der Version der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vom Mittwoch oder auch in Gestalt anderer Indikatoren nicht der im Arbeitsmarktbericht des BLS (Bureau of Labor Statistics) entspricht. Auch am vergangenen Freitag zeigte sich dieses Phänomen, indem sich der anfängliche Optimismus nicht bestätigte. Um es kurz zu machen: [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Mitunter kommt es vor, dass die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt in der Version der privaten Arbeitsmarktagentur ADP vom Mittwoch oder auch in Gestalt anderer Indikatoren nicht der im Arbeitsmarktbericht des BLS (Bureau of Labor Statistics) entspricht. Auch am vergangenen Freitag zeigte sich dieses Phänomen, indem sich der anfängliche Optimismus nicht bestätigte. Um es kurz zu machen: Die Zahlen des Monats Januar waren eine einzige Enttäuschung.<img decoding="async" class="alignright wp-image-13061" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/08022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/08022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/08022021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schlechte Zahlen = noch mehr Stimulus?</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Zahl der neu geschaffenen Stellen lag mit einem Plus von lediglich 49 Tsd. nicht nur unter der letzten Median-Schätzung der Ökonomen (+105 Tsd.). Auch die Revisionen der beiden Vormonate waren mit negativen Vorzeichen versehen. Ganz zu schweigen davon, dass der Prozentsatz derjenigen, die nun 27 Wochen oder länger arbeitslos sind, auf knapp 40 Prozent hochgeschnellt ist. Die Reaktion der Finanzmärkte war dieses Mal auf jeden Fall eindeutig: Mehr denn je ist das Stimulus-Paket vonnöten und im Grunde, so war zu hören, müsse es eigentlich noch größer sein als bisher gedacht.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hätte die Zahl der neu geschaffenen Stellen sogar die Medianprognose bei weitem übertreffen können, aber die Reaktion wäre wahrscheinlich selbst dann den Akteuren nur ein Schulterzucken wert gewesen. Denn die Erwartungen waren mancherorts ohnehin schon recht hochgesteckt – im Extrem ging man sogar von bis zu 700 Tsd. neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (modifiziert, vgl. meinen Kommentar zu den Ankern <span style="color: #000000;"><strong><a style="color: #000000;" href="https://www.joachim-goldberg.com/2021/02/05/die-ausgebremste-revolution/" target="_blank" rel="noopener">HIER</a></strong></span>) aus. Eine positive Überraschung wäre also nur schwerlich möglich gewesen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Beste Woche seit November 2020</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass die US-Aktienmärkte dabei die beste Woche seit drei Monaten produzierten, ist vermutlich anderen Umständen zu verdanken. Wobei der Hauptauslöser nicht einmal die Rückkehr des Reflations-Narrativs gewesen sein dürfte. Auch wenn die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen auf den Arbeitsmarktbericht reagierten. Vielmehr dürfte der (wahrscheinlich) zu Ende gegangene „GameStop-Aufstand“ der sogenannten „Reddit Crowd“ wesentlich zu den Kurssteigerungen der US-Aktienmärkte beigetragen haben, nachdem diese in der Woche zuvor noch in erster Linie deswegen den größten Wochenverlust seit vergangenem Oktober hinnehmen mussten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Am Ende ist es für die Märkte vermutlich nur eine Randnotiz wert, dass der US-Senat nach einer Mammutsitzung und rund 400 Änderungsanträgen (Stand Mittwoch) in der Nacht zum Freitag in der Frühe einen wichtigen Verfahrensschritt verabschiedet hat. Mit einer Mehrheit von 51 zu 50 Stimmen (die Stimme der Vizepräsidentin Harris gab zum ersten Mal wegen der Pattsituation den Ausschlag) wurde nämlich ermöglicht, dass viele Teile von Joe Bidens 1,9 Billionen USD schweren Stimulus-Programms nicht mehr einer Mehrheit von 60 Stimmen (inklusive des damit verbundenen Filibustering) bedürfen, sondern mit einfacher Mehrheit beschlossen werden können. Eine Verfahrensänderung, die übrigens noch am selben Tage von der Mehrheit des Repräsentantenhauses bestätigt wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Beschleunigte Gesetzgebung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die Aussicht auf eine schnelle Verabschiedung des US-Stimulus-Pakets, inklusive der heimlichen Hoffnung auf mehr, hat sich auch beim US-Dollar niedergeschlagen, der sich zumindest am Freitag der sich vielerorts aufgekeimten Risikofreude anschloss. Und so sieht auch der Wochenverlust des Euro, der noch am Freitag früh 1,5 Prozent betragen hatte, mit einem Minus von nurmehr 0,8 Prozent längst nicht mehr so dramatisch aus. </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Indes: Ein Teil der Marktteilnehmer dürfte auf die sinkenden Euro-Kurse der Tage zuvor insofern reagiert haben, so dass mancherorts Euro-Long-Positionen zurückgefahren wurden. Dies gilt auch für die spekulativen Euro-Long-Positionen an der Chicagoer Futures-Börse, die sich per vergangenem Dienstag (gemäß CFTC-Meldung vom Freitag) gegenüber der Vorwoche um rund 15 Prozent verringert haben. Allerdings handelt es sich bei den verbliebenen 137 Tsd. Kontrakten immer noch um die mit Abstand größte spekulative Währungsposition. Die jüngste Entwicklung hat zwar etwas Druck vom Euro genommen, der allerdings heute <strong>1,2100/05</strong> (modifiziert!!) überwinden muss, um aus seiner ungünstigen Situation herauszukommen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
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		<title>Die ausgebremste Revolution</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Feb 2021 05:56:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktienmärkte]]></category>
		<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Anker]]></category>
		<category><![CDATA[Reddit Crowd]]></category>
		<category><![CDATA[Reflations-Trade]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist derzeit nicht ganz einfach, alles, was sich aktuell an den Finanzmärkten abspielt, unter einen Hut zu bekommen. Da haben wir auf der einen Seite haussierende Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Unter anderem mit der Begründung, dass das Reflations-Narrativ nach einer kurzen Winterpause nunmehr wieder zurück sei. Und es sieht für viele Akteure [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Es ist derzeit nicht ganz einfach, alles, was sich aktuell an den Finanzmärkten abspielt, unter einen Hut zu bekommen. Da haben wir auf der einen Seite haussierende Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks. Unter anderem mit der Begründung, dass das Reflations-Narrativ nach einer kurzen Winterpause nunmehr wieder zurück sei. Und es sieht für viele Akteure tatsächlich so aus, als ob die Phase ganz niedriger Inflationsraten, ausgedrückt in den Konsumentenpreisindices, bald verschwinden würde. <img decoding="async" class="alignright wp-image-13055" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/05022021.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/05022021.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2021/02/05022021-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /><br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Reflations-Narrativ kommt zurück</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dieser Gedanke wird durch die Entwicklung der ökonomischen Daten in den USA unterstützt. Nicht nur weil der ISM-Preisindex des verarbeitenden Gewerbes in dieser Woche den neunten Monat hintereinander auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2011 gestiegen ist. Auch am US-Arbeitsmarkt scheint sich die Lage zu verbessern, weil gestern etwa die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 29 Januar zum dritten Mal hintereinander, und stärker als dies die Ökonomen erwartet hatten, gefallen ist.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Anker im Kopf</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und für heute rechnet man vielerorts hinter vorgehaltener Hand mit einer dicken positiven Überraschung beim US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Januar. Für die sogenannten Nonfarm-Payrolls geht man in der Konsensprognose von einem Zuwachs von +85 Tsd. neu geschaffenen Stellen aus, wobei das Prognoseband allerdings sehr weit gefasst ist. So war gestern in einer Extremschätzung ein Zuwachs der Stellen im Nichtagrarbereich von 800 Tsd. angenommen worden. Eine Outsider-Prognose, die sich dennoch als Anker in den Köpfen mancher Akteure festgesetzt haben dürfte. Mit der Folge, dass eine positive Überraschung an der Oberseite wohl bereits weitgehend eingepreist sein könnte.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Verpuffter Aufstand</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch ein anderer Effekt wurde bei der Aktienmarktrallye mancherorts mit einer gewissen Schadenfreude, mindestens aber mit Erleichterung positiv konnotiert. Denn es sieht so aus, als ob der Aufstand der sogenannten „Reddit Crowd“ wohl doch nicht das US-Finanzsystem in Schutt und Asche legen wird. Zumindest was die Aktie von GameStop betrifft, ist deren Kurs gestern praktisch auf das Ausgangsniveau von rund 55 USD vor der Boomphase von vergangener Woche zurückgefallen. Offenbar ging es dann bei manchen Akteuren doch mehr darum, das eingesetzte Geld irgendwie zu retten, als sich einer Art französischer Revolution im Aktienmarkt anzuschließen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Dollar-Stärke gibt Rätsel auf</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Was gestern allerdings nicht ins Bild passte, war die Entwicklung des US-Dollar, der weiterhin sehr gut nachgefragt war. Dort scheint man nicht an das Reflations-Narrativ zu glauben, obwohl in den USA – so die Geschichte am US-Aktienmarkt – Geld- und Fiskalpolitik an einem Strang ziehen. Auch wenn die Positionen bei den Gesprächen zum US-Konjunkturpaket noch weit auseinanderliegen, glaubt man, dass zumindest irgendein Paket am Ende zum Tragen kommen wird. Und wenn es die Demokraten allein durchpeitschen müssen. Allerdings wird dieses Paket mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Größenordnung von 1,9 Billionen USD erreichen. Doch bin ich keineswegs der Meinung, dass der Greenback gestern deswegen den vierten Handelstag hintereinander mit einem Gewinn beschloss.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Auch hinsichtlich des damit einhergehenden Euro-Kursrückgangs scheinen sich einige Analysten schwer zu tun, sofern sie nicht technisch orientiert sind. Man darf nicht vergessen: Es ist nicht allzu lange her – und auch an dieser Einschätzung hat sich bei manchen Strategen noch nicht viel geändert –, dass man vielerorts von einem Euro-Anstieg auf 1,25 ausging. Die dahinter stehenden Positionierungen sind auch gestern unter Druck geraten, so dass die mittelfristige Perspektive für den Euro bestenfalls seitwärts gerichtet ist. Kurzfristig bleibt die Gemeinschaftswährung allerdings unter Druck, wobei wir in Richtung 1,1850 schielen. Das Ganze allerdings nur unter der Prämisse, dass nun <strong>1,2095</strong> nicht mehr überschritten wird.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-ausgebremste-revolution/">Die ausgebremste Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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