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	<title>Jerome Powell Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Der magische Gürtel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2019 04:46:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB-Sitzung]]></category>
		<category><![CDATA[Jerome Powell]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gab Zeiten, da war eine gewisse Aktentasche ein wichtiger Indikator dafür, ob der Offenmarktausschuss der US-Notenbank den Leitzins verändern würde oder nicht. Die Rede ist von der Aktentasche Alan Greenspans, Chef der US-Notenbank von 1987 bis 2006. Wurde Alan Greenspan vor einer Notenbanksitzung mit einer eher flachen Aktentasche gesichtet, galt dies ein Zeichen dafür, dass die Notenbanker den Leitzins wahrscheinlich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1030)</strong>             Es gab Zeiten, da war eine gewisse Aktentasche ein wichtiger Indikator dafür, ob der Offenmarktausschuss der US-Notenbank den Leitzins verändern würde oder nicht. Die Rede ist von der Aktentasche Alan Greenspans, Chef der US-Notenbank von 1987 bis 2006. Wurde Alan Greenspan vor einer Notenbanksitzung mit einer eher flachen Aktentasche gesichtet, galt dies ein Zeichen dafür, dass die Notenbanker den Leitzins wahrscheinlich unverändert belassen würden. War Greenspans Aktentasche hingegen prall gefüllt, stand wohl ein Zinsschritt an. Für die dafür notwendigen Begründungen, durch die die Kollegen im Offenmarktausschuss überzeugt werden sollten, sei, so die Logik der Beobachter, natürlich viel Papier nötig.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11058" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/09092019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/09092019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/09/09092019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Jetzt hat auch Fed-Chef Jerome Powell ein Accessoire erhalten, mit dem er auch ohne Worte einen Zinsschritt ankündigen könnte. Es handelt sich dabei um einen metallbeschlagenen Ledergürtel, den Powell anlässlich eines Vortrags am Freitagabend in Zürich vom gastgebenden Swiss Institute of International Studies geschenkt bekommen hat. Dieses ungewöhnliche Geschenk wurde wohl nicht ganz uneigennützig überreicht; vielmehr ist damit wohl die Absicht verbunden, dass der Fed-Chef durch ein Engerschnallen bzw. Lockern des Gürtels seinen Zuhörern eine Art geldpolitische Forward Guidance signalisieren könnte. Was den großen Vorteil bieten würde, sich verbal nicht festlegen zu müssen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Zwischen den Zeilen gelesen</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dummerweise hat Jerome Powell den Gürtel erst im Anschluss an die Veranstaltung überreicht bekommen und diesen deshalb noch nicht öffentlich anlegen können. Und so mussten die Analysten seinen Worten lauschen und zwischen den Zeilen lesen, weil Powell nur allzu gut bekannte Mantras wiederholte. Kurzum: Indem Powell nicht auf die Thematik einging, widersprach er einerseits nicht der Erwartung der Finanzmarktteilnehmer, die von einer Zinssenkung von 25 Basispunkten ausgehen. Und andererseits gab es so auch keinen Hinweis darauf, dass der Zinsschritt vielleicht ja sogar 50 Basispunkte betragen könnte. Kein Wunder, dass die Märkte unbewegt blieben.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Zuvor hatte am Nachmittag der etwas enttäuschende US-Arbeitsmarktberichts vorübergehend für eine leichte Dollarschwäche gesorgt, die allerdings zum Handelsschluss wieder wettgemacht wurde. Und was die implizite Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung von 25 Basispunkten angeht, lohnt ein Blick auf die Berechnung des CME FedWatch Tools, das für einen derartigen Schritt zum Wochenschluss nur noch eine Wahrscheinlichkeit von rund 91 Prozent berechnete. Die übrigen 9 Prozent weisen allerdings nicht auf einen großen Zinsschritt von 50 Basispunkten hin, sondern gelten dafür, dass die US-Notenbank die Zielzone der Fed Funds bei ihrem kommenden Meeting unverändert belässt.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Schweigeperiode</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Während für die Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) nun die Schweigeperiode bis zum Ende der kommenden Sitzung am 18. September begonnen hat, steht in dieser Woche die EZB-Ratssitzung an. Vielerorts wird eine Senkung des Einlagenzinses um 20 Basispunkte und zumindest mit einem kleinen quantitativen Lockerungsprogramm gerechnet. Sollte die EZB die Erwartungen der Marktteilnehmer enttäuschen, indem sie etwa eine Neuauflage des Anleihekaufprogramms erst zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nähme, wird vielfach erwartet, dass sich der Euro in der Folge zumindest vorübergehend leicht befestigen könnte.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wir gehen allerdings davon aus, dass die Positionierungen der Marktteilnehmer im Euro nach wie vor überschaubar bleiben. Dafür sprechen auch die CFTC-Futures-Positionen (Netto-Positionen „nichtkommerzieller Händler“ an den US-Futures-Märkten). Abgesehen davon, dass man sich darüber streiten kann, ob diese Daten für den globalen Devisenhandel repräsentativ sind, zeigt auch der jüngste Bericht vom vergangenen Freitag, dass es zwar nach wie vor Euro-Shortpositionen gibt. Diese bewegen sich aber seit Anfang Juli in einem recht überschaubaren Rahmen. Überschaubar ist auch der derzeitige kurzfristige Abwärtstrend (<strong>1,1085 (1,1145)</strong> bis <strong>1,0885/90</strong>) des Euro – dieser hat die vergangene Woche sogar mit einem kleinen Wochenplus beschlossen. Überdies befindet sich die Gemeinschaftswährung momentan in einer Korrekturphase, welche mit Unterlaufen von <strong>1,0985/90</strong> allerdings beendet wäre.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
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		<title>Faustregel als Falle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 May 2019 05:58:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Faustregel]]></category>
		<category><![CDATA[Handelskonflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Jerome Powell]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrasteffekt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p> Faustregeln haben den großen Vorteil, dass sie gerade bei Entscheidungen unter Zeitdruck zu schnellen Ergebnissen führen. Verbunden mit dem Nachteil, dass diese Ergebnisse manchmal nicht genau sind oder sogar in die Irre führen. Genauso eine Faustregel galt bislang auch im Devisenhandel, wenn es um Streitigkeiten im Handelskonflikt zwischen den USA und China...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1220)</strong>             Faustregeln haben den großen Vorteil, dass sie gerade bei Entscheidungen unter Zeitdruck zu schnellen Ergebnissen führen. Verbunden mit dem Nachteil, dass diese Ergebnisse manchmal nicht genau sind oder sogar in die Irre führen. Genauso eine Faustregel galt bislang auch im Devisenhandel, wenn es um Streitigkeiten im Handelskonflikt zwischen den USA und China ging. Flammten diese auf, zog der US-Dollar gewöhnlich an, und bahnte sich eine Lösung der Streitigkeiten an, geriet der Greenback unter Druck. Diese Faustregel schien zumindest gestern außer Kraft gesetzt zu sein. Zwar konnte sich der Dollar gegenüber dem Euro am Vormittag tatsächlich etwas befestigen. Doch erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder – der gestrige Kurssprung am Nachmittag ist ein Indiz dafür, dass ein paar Händler trotz des zu eskalieren drohenden Handelskonflikts auf dem falschen Fuß erwischt worden waren. Eine Faustregel, die sich als Falle erwies. Dies ist vor allen Dingen deswegen bemerkenswert, als der ökonomische Kalender gestern nicht gerade mit bedeutenden oder überraschenden Daten gespickt war.<img decoding="async" class="alignright wp-image-10528" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/05/10052019.jpg" alt="" width="150" height="469" /></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Schließlich gab es eine Rede von Fed-Chef Jerome Powell, die im Vorfeld von einigen Marktteilnehmern als „ganz wichtig“ eingestuft wurde. Powell sprach bei der Eröffnung einer Konferenz mit dem Titel &#8222;Renewing the Promise of the Middle Class“. Studiert man dabei den Redetext <span style="color: #000000;">(<a style="color: #000000;" href="https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/powell20190509a.htm"><strong>HIER</strong></a>)</span>, wird man schwerlich einen Hinweis auf die Geldpolitik der Notenbank finden.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Fragwürdiges Rezessionssignal </span></strong></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Wer jedoch auf der Suche nach Rezessionssignalen gewesen sein sollte, wäre gestern fast fündig geworden. Denn der Renditevorsprung der zehnjährigen US-Staatsanleihen gegenüber T-Bills mit dreimonatiger Laufzeit war zum Ende der europäischen Handelssitzung auf null geschrumpft. Wir erinnern uns: Im März dieses Jahres wurde eine Inversion bei diesen beiden Fälligkeiten – diese wird mancherorts als Vorbote einer Rezession gesehen – beobachtet. Ganz nebenbei bemerkt: Bis zum August vergangenen Jahres schauten die Marktteilnehmer diesbezüglich noch auf den sogenannten Spread zwischen Anleihen mit 10- und 2-jähriger Laufzeit. Und der betrug gestern +20 Basispunkte.    </span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Wenn man infolge des US-chinesischen Handelskonflikts mit sinkenden Leitzinsen rechnet, sollte man auf die implizite Wahrscheinlichkeit blicken, die sich für mindestens eine Zinssenkung bis zum Jahresende (vgl. CME FedWatch Tool) seit vergangenen Donnerstag von knapp 50 auf nunmehr 58 Prozent erhöht hat.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">          Bei all diesen Argumenten darf jedoch nicht vergessen werden, dass die gestrige Handelsspanne des Euro deshalb relativ groß erscheint, weil sich der Euro in den beiden Wochen zuvor in noch engeren Bahnen bewegt hat. Ein Kontrast, der vermutlich eher technischen Faktoren zuzuschreiben ist und sich letztlich in einem kleinen Sprung des Euro manifestierte. Zumal der kurzfristige Euro-Abwärtstrend (<strong>1,1255</strong> bis <strong>1,10<u>60/65</u></strong>) bereits an den Tagen zuvor fast zum Erliegen gekommen und die Oberseite immer noch etwas durchlässiger ist. Daran änderte bislang auch die Anhebung der Sonderzölle auf China-Importe seitens der USA im Volumen von 200 Mrd. USD von 10 auf 25 Prozent nichts. Die Regelung trat heute früh um 6 Uhr ME(S)Z in Kraft, nachdem bei den US-chinesischen Handelsgesprächen kein Durchbruch erzielt worden war. Letztere sollen heute immerhin fortgesetzt werden.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße Ihre Gültigkeit. Diese beträgt</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">für EUR/USD 10 Stellen</span></p>
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