<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Hauspreise Archive - Joachim Goldberg</title>
	<atom:link href="https://www.joachim-goldberg.com/tag/hauspreise/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.joachim-goldberg.com/tag/hauspreise/</link>
	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
	<lastBuildDate>Tue, 28 Feb 2012 07:38:54 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>
	<item>
		<title>Die große Pleite</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/die-grose-pleite/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/die-grose-pleite/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 07:38:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Hauspreise]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht-Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[Positionsgüter]]></category>
		<category><![CDATA[Reallöhne]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Ungleichheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ungleichverteilung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=3308</guid>

					<description><![CDATA[<p>Geahnt haben wir es wohl immer schon, wie die große Pleite des Mittelstandes in den USA zustande gekommen ist. Wirklich verstanden und mit nackten Zahlen und harten Fakten vor Augen geführt wurde mir das Ganze allerdings erst, als ich ein lesenswertes neues Buch mit vielen statistischen Materialien über soziale Ungleichheit durchlas[1]. In diesem Band wird [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-grose-pleite/">Die große Pleite</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Geahnt haben wir es wohl immer schon, wie die große Pleite des Mittelstandes in den USA zustande gekommen ist. Wirklich verstanden und mit nackten Zahlen und harten Fakten vor Augen geführt wurde mir das Ganze allerdings erst, <span id="more-3308"></span>als ich ein lesenswertes neues Buch mit vielen statistischen Materialien über soziale Ungleichheit durchlas<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn1">[1]</a>. In diesem Band wird die Entwicklung des mittleren Familieneinkommens in den USA (vor Steuern) gezeigt, das sich während der vergangenen drei Dekaden seit 1971 inflationsbereinigt gerade einmal um 16 % erhöht hat – während der vergangenen zehn Jahre gab es sogar überhaupt keinen Einkommenszuwachs mehr. Wenn man bedenkt, dass während der gleichen Zeit (ebenfalls inflationsbereinigt) der Preis eines mittleren Einfamilienhauses von 129.000 auf 247.900 US-Dollar gestiegen ist, muss man sich schon fragen, wie sich die Leute einen solchen Wohlstand überhaupt leisten konnten.</p>
<p>Richtig schwindlig wurde mir, als ich in diesem Buch den Beitrag von Kevin T. Leicht las, aus dem hervorging, dass die Stundenlöhne der Beschäftigten (außerhalb der Landwirtschaft) zwischen 1988 und 2007 praktisch nicht gestiegen sind, wohl aber deren Produktivität. Natürlich kann man nicht erwarten, dass die Stundenlöhne mit der Produktivität zu 100 Prozent Schritt halten. Dann hätte sich der durchschnittliche Stundenlohn während dieses Zeitraums von 11,37 auf 16,51 USD erhöhen müssen. Aber selbst eine Beteiligung der Arbeitnehmer an einem Viertel ihrer Produktivität hätte immerhin zu einem Anstieg des realen mittleren Stundenlohns um 9 Prozent geführt.</p>
<p>Ich möchte an dieser Stelle gar nicht einmal der Frage nachgehen, wer sich dieses Geld in die eigene Tasche gesteckt hat. Die Antwort darauf ist hinlänglich bekannt und lässt sich besonders deutlich in den Statistiken zum oberen Promille der Einkommensverteilung der US-Bevölkerung<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn2">[2]</a> ablesen. Aber es gibt einem schon zu denken, wie es den USA gelingen konnte, sich zu einer Zeit, da die meisten Amerikaner real nicht mehr Geld in der Tasche hatten, so ausschließlich auf den privaten Verbrauch als Konjunkturmaschine zu verlassen.</p>
<p>Natürlich kann man einwenden, dass die Beschäftigten vielleicht einfach mehr gearbeitet haben, um die stagnierenden Reallöhne auszugleichen. Sei es, dass die Zahl der täglichen Arbeitsstunden erhöht wurde oder der Lebenspartner sich stärker am Broterwerb beteiligt hat<a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftn3">[3]</a>. Wenn man jedoch bedenkt, dass das Wettrüsten um Statussymbole, also Positionsgüter, während der vergangenen Jahrzehnte nicht nachgelassen, sondern sogar noch an Geschwindigkeit gewonnen hat, ist es nicht verwunderlich, wenn zur Finanzierung des Eigenheims neben allen anderen gestiegenen Kosten Ersparnisse angegriffen und Kredite aufgenommen werden mussten. Kredite, die bekanntlich vor allem auf hochgerechneten Immobilienwerten beruhten.</p>
<p>Viel schwerer wiegt jedoch der Verlust an Lebensqualität, der in Form von verlängerten Arbeitszeiten, unsicheren Arbeitsbedingungen und manchmal gar schlechter bezahlten Jobs hingenommen wurde, nur um ja nicht beim sozialen Vergleich hinten runter zu fallen. Anders ausgedrückt: Um den Lebensstandard zu halten, mussten Nicht-Positionsgüter wie Wohlbefinden, Erholung etc., deren Mangel man erst auf lange Sicht bemerkt, gegen Positionsgüter eingetauscht werden, an die man sich außerdem ja noch ziemlich schnell gewöhnt.</p>
<p>Was ist übrig geblieben? Durch die drastisch gesunkenen Hauspreise, die gestiegenen Pleiten, sind viele Menschen nicht nur ihrer Positionsgüter beraubt worden. Viel schwerer wiegt die verlorene Zeit, die man mit der Familie oder mit Freunden hätte verbringen können, die fehlende Erholung, um einem Burnout oder Herzinfarkt vorzubeugen, die im Alltagsstress zerrüttete Ehe, die zerbrochene Partnerschaft. All das kann einem niemand mehr zurückbringen. Nicht einmal dadurch, dass man denjenigen, die bei der ganzen Geschichte überproportional gewonnen haben, alles wieder abnehmen würde.</p>
<div><br clear="all" /></p>
<hr align="left" size="1" width="33%" />
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref1">[1]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Porter, Katherine, Ed. (2012): <em>Broke &#8211; How Debt Bankrupts the Middle Class</em>, Stanford University Press</span></span></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref2">[2]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Bakiya Jon et al.:<a href="http://indiana.edu/~spea/faculty/pdf/heim_JobsIncomeGrowthTopEarners.pdf" target="_blank"> <em>Jobs and Income Growth of Top Earners and the Causes of Changing Income</em></a><em><a href="http://indiana.edu/~spea/faculty/pdf/heim_JobsIncomeGrowthTopEarners.pdf" target="_blank"> Inequality: Evidence from U.S. Tax Return Data</a>, </em>November 2010, p. 51    </span></span></p>
</div>
<div>
<p><a title="" href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=342-20110630#_ftnref3">[3]</a><span style="font-size: x-small;"><span style="font-family: Calibri;"> Leicht, Kevin T. ebenda: <em>Borrowing to the Brink, Consumer Debt in America</em></span></span></p>
</div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/die-grose-pleite/">Die große Pleite</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/die-grose-pleite/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>8</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hin und Her</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/hin-und-her/</link>
					<comments>https://www.joachim-goldberg.com/hin-und-her/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 12:37:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Living]]></category>
		<category><![CDATA[Verschiedenes]]></category>
		<category><![CDATA[Adaption]]></category>
		<category><![CDATA[Glück]]></category>
		<category><![CDATA[Hauspreise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.blognition.de/?p=645</guid>

					<description><![CDATA[<p>Eine interessante Diskussion ergab sich neulich bei einem Bordeaux-Weinabend in unserem Hause. So saßen sich zwei meiner Freunde am Tisch gegenüber. Der eine, gerade frisch geschieden, war vor kurzem in die Stadt gezogen, nachdem er gut zehn Jahre lang 30 Kilometer außerhalb Frankfurts gewohnt hatte. Weit draußen, in der Wetterau, hatte er ein schönes Häuschen mit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/hin-und-her/">Hin und Her</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine interessante Diskussion ergab sich neulich bei einem Bordeaux-Weinabend in unserem Hause. So saßen sich zwei meiner Freunde am Tisch gegenüber. Der eine, gerade frisch geschieden, war vor kurzem in die Stadt gezogen, nachdem er gut zehn Jahre lang 30 Kilometer außerhalb Frankfurts gewohnt hatte. Weit draußen,<span id="more-6648"></span> in der Wetterau, hatte er ein schönes Häuschen mit großem Garten besessen, was er nach der Trennung aber verkaufen musste, um die hohen Unterhaltszahlungen an seine Ex finanzieren zu können. Materiell hatte er sich also eindeutig verschlechtert. Der einzige Trost: Mit der kleineren neuen Stadtwohnung (ebenfalls Eigentum) entfiel das tägliche Pendeln zu seinem Arbeitsplatz mitten in der City.</p>
<p>Da hatte es der andere Freund doch besser getroffen. Er ist, wie man so schön sagt, immer noch glücklich verheiratet und hat zusammen mit seiner Frau zwei Jungs im Lausbubenalter. Als die Söhne jeweils ein eigenes Zimmer beanspruchten, wurde die Wohnung im Frankfurter Westend allmählich zu klein. Während die Miete gerade mal wieder erhöht worden war. Und so fiel die Entscheidung nicht schwer, sich nach einigem Suchen ein schönes Häuschen außerhalb von Frankfurt zu kaufen. Da draußen gäbe es richtig gute Luft, schwärmte der Familienvater der weinseligen Runde vor. Die Preise in Frankfurt seien sowieso völlig überzogen, so dass man das günstigere Eigenheim im Grünen dem Lärm und Krach der Großstadt vorgezogen habe. „Und einen Zweitwagen brauchen wir auch nicht“, sekundierte die Gattin: „Mein Mann nimmt die S-Bahn.“</p>
<p>Ich fragte mich, wer von meinen beiden Freunden langfristig wohl der glücklichere sein würde. Denn mir war klar, dass sich beide an ihr neues Heim – sei es nun größer oder kleiner als zuvor – schon bald gewöhnt haben würden. Aber das Pendeln zwischen Wohnung und Arbeitsplatz? Kein Problem für meinen frisch geschiedenen Gast. Der brauchte nämlich im Gegensatz zu früher kaum mehr als 10 Minuten bis zu seinem Arbeitsplatz. Wie aber stünde es in Zukunft mit unserem idyllischen Familienleben auf dem Lande? Würden sich die Vier damit arrangieren können, künftig jeden Morgen zwischen 30 und 45 Minuten Zeit für einen Weg aufwenden zu müssen?</p>
<p>Interessanterweise habe Sozialwissenschaftler vor nicht allzu langer Zeit eine Antwort auf diese Frage gefunden. Ihren Erkenntnissen zufolge gewöhnt man sich an feststehende und sichere Ereignisse wesentlich schneller als an instabile oder unsichere. Das Glücksgefühl, das man aus einem größeren Eigenheim ziehen kann, hält demnach nicht allzu lange an. Ganz anders jedoch verhält es sich mit Faktoren, die unsicher und vor allem unberechenbar bleiben<a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_edn1">1</a>. Im Guten sorgen sie für länger anhaltendes Wohlbefinden. So freut man sich über ein unerwartetes Geschenk wesentlich länger und intensiver als über eines, mit dem man schon lange fest gerechnet hatte. Dann und wann ein Blumenstrauß an die Frau Gemahlin, ohne dass Geburtstag, Hochzeitstag etc. anstehen, kann also Wunder wirken. Das Gleiche gilt leider auch im Negativen. Wer etwa bei einer schweren Krankheit keinerlei Chance auf eine Genesung sieht, gewöhnt sich an diesem Zustand interessanterweise viel schneller als ein Patient, der immer wieder von neuem Hoffnung schöpfen darf. Auch jemand, der täglich während der Rushhour pendelt, muss sich ständig auf neue Situationen einstellen: Mal gibt es Stau auf der Autobahn, mal ist eine Oberleitung defekt oder ein Signal gestört, so dass sich die Abfahrt der S-Bahn um 20 Minuten verzögert. Nie weiß man im Voraus, ob alles reibungslos klappen wird. Und diese Unsicherheit sorgt für anhaltendes Unbehagen. Ganz zu schweigen von der Lebenszeit, die man Tag für Tag auf der Straße oder den Schienen verliert, statt sie Familie und Freunden zu widmen. Auf die Fortsetzung dieser Debatte bin ich gespannt. Den Wein für die nächste Runde habe ich schon mal bereitgestellt.</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.blognition.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/paste/pasteword.htm?ver=327-1235#_ednref1">1</a> Hsee, Christopher K., (2008): <em>Two Recommendations on the Pursuit of Happiness</em>, Journal of Legal Studies vol. 37</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/hin-und-her/">Hin und Her</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.joachim-goldberg.com/hin-und-her/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
