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	<title>Handelssignale Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Wiederbelebter Mythos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Aug 2017 13:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[200-Tage Linie]]></category>
		<category><![CDATA[Börse Frankfurt Sentiment-Index]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mögen während der vergangenen Tage viele Gründe dafür gesprochen haben, deutsche Aktien zu verkaufen. Den Vogel schossen jedoch Analysten und Kommentatoren am gestrigen Handelstag ab, denn es trafen gleich zwei Umstände zusammen, warum es den DAX besonders stark erwischt hatte. Zum einen wurde die sagenumwobene runde 12.000er-Linie unterschritten, was für sich alleine betrachtet schon [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mögen während der vergangenen Tage viele Gründe dafür gesprochen haben, deutsche Aktien zu verkaufen. Den Vogel schossen jedoch Analysten und Kommentatoren am gestrigen Handelstag ab, denn es trafen gleich zwei Umstände zusammen, warum es den DAX besonders stark erwischt hatte. Zum einen wurde die sagenumwobene runde 12.000er-Linie unterschritten, was für sich alleine betrachtet schon bei vielen Anlegern offensichtlich große Angst auslöst. Weil aber auch noch fast gleichzeitig die 200-Tage-Linie des DAX von oben nach unten durchstoßen wurde, war anscheinend das Maß voll: Kurzfristig haben offensichtlich die Bären das Zepter des Handelns in die Hand genommen.</p>
<p>Nun ist es schon länger her, seit wir uns das letzte Mal mit einer Überquerung der 200-Tage-Linie des DAX befasst haben. Tatsächlich stammt das letzte Signal vom 20. Juli 2016<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[<strong><span style="color: #0000ff;">1</span></strong>]</a>, und wer seinerzeit mit 10.142 Zählern (auf Basis Schlusskurs) beim DAX eingestiegen ist, konnte mit dem gestrigen Verkaufssignal einen satten Gewinn von sage und schreibe rund 17 Prozent einstreichen. Ist die 200-Tage-Linie offensichtlich doch mehr als ein Mythos?, mögen sich viele gefragt haben. Tatsächlich muss man bis ins Jahr 2013 zurückgehen, denn damals hätte man zuletzt einen ähnlich hohen Gewinn des DAX mit Hilfe der 200-Tage-Linie realisieren können. 2015 wären sogar mit einem Trade dieser Art mehr als 10 Prozent zu verdienen gewesen. Danach gab es im selben Jahr leider auch fünf Mal falschen Alarm, gefolgt von einem kleineren Profit und elf weiteren, teils teuren Fehlsignalen in 2016.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hohe psychische Belastung</strong></p>
<p>Was bei dieser Strategie übrigens gerne verschwiegen wird, ist die psychische Belastung, die entsteht, wenn man dieser Systematik folgt. Nicht nur, dass man sehr lange warten muss, bis man einen großen Gewinn realisieren kann, sondern meist auch noch einen hohen Teil bereits mental verfrühstückter Buchgewinne wieder hergeben muss. Doch es sind vor allem die mitunter langen Serien von Fehlsignalen, die per se gar nicht einmal so teuer sein müssen. Aber selbst kleine Verluste sind nur schwer auszuhalten, wenn sie sich wie im Beispiel erwähnt elf Mal hintereinander und auch noch in kürzeren Zeitabständen ereignen. Und so ist es kein Wunder, dass gerne über die 200-Tage-Linie geredet und geschrieben, aber kaum profitabel danach gehandelt wird. Übrigens: Die Wahrscheinlichkeit, gestern ein profitables Verkaufssignal erhalten zu haben, ist sehr gering, denn es geschieht selten, dass der simple 200-Tage-Linie-Handelsansatz zwei Gewinnsignale hintereinander generiert.</p>
<p>Auch ein anderer Mythos hält sich hartnäckig: Es gibt immer noch Analysten und Kommentatoren, die der 200-Tage-Linie seltsame Kraft bescheinigen. Danach sollen die Kurse häufig an diesem Durchschnitt der vergangenen 200 Tage abprallen und nicht selten das Ende wichtiger Korrekturbewegungen markieren. Abprallen können die Kurse allerdings nur, wenn an dieser Linie tatsächlich Angebot oder Nachfrage besteht. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass sich ausgerechnet an diesem Durchschnittswert der vergangenen 200 Tage alte Positionen schiefliegender Akteure befinden. Alles nur Zufall also? Ich möchte mich zumindest auf solche Annahmen nicht verlassen.</p>
<p>Interessanter ist daher die wöchentliche Befragung zur Anlegerstimmung, die die Börse Frankfurt unter institutionellen und privaten Investoren durchführt und die ich dieses Mal <a href="http://www.boerse-frankfurt.de/nachrichten/aktien/Marktstimmung-Doppelte-Bestrafung-2300705" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #ff0000;"><strong>HIER</strong></span></a> schriftlich und <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cGObsrEPRZE&amp;feature=em-uploademail" target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #00ff00;"><strong>DORT</strong></span></a> in Form eines Video-Interviews kommentiert habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span style="color: #0000ff;">[1]</span></a> Es handelt sich dabei um die Aneinanderreihung täglich ermittelter Durchschnittskurse, beispielsweise des DAX‘ (Schlusskurse) über die vergangenen 200 Tage. Bereits vor vielen Dekaden hat sich dabei folgende Börsenregel herausgebildet. In ihrer einfachsten Form besagt sie, dass ein Überschreiten dieser Linie durch den Aktienindex (das gilt auch für andere Märkte) per Schlusskurs von unten nach oben einen Kauf signalisiert, während ein Überqueren von oben nach unten ein Verkaufssignal bedeutet.</p>
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		<title>Ohne Rücksicht auf Verluste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 11:52:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[Backtrading]]></category>
		<category><![CDATA[Disziplin]]></category>
		<category><![CDATA[Handelssignale]]></category>
		<category><![CDATA[Optimierung]]></category>
		<category><![CDATA[Stop-Loss]]></category>
		<category><![CDATA[Überoptimierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein. Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ohne-rucksicht-auf-verluste/">Ohne Rücksicht auf Verluste</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein.<span id="more-2133"></span> Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu fahrlässiger Weise ihren Lesern vermitteln möchte, nachhaltig verstimmt. Doch nachgerade erschüttert war ich über die Argumentation, mit der diese den Sinn automatischer Verlust-Limits in Frage zu stellen versucht. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Um zu belegen, dass eine systematische Stopp-Loss-Strategie nur wenig Erfolg verspricht, hat Gertrud Hussla als Beispiel einen iShares-Indexfonds, der den DAX abbildet, ausgewählt und dessen Performance über die vergangenen drei Jahre verfolgt. Bei ihrer Analyse wendet sie folgende simple Regel an: Ein Anleger investiert 10.000 Euro in diesen Fonds, wobei unterstellt wird, dass er nach einem Verlust von 15 Prozent aussteigt und am Anfang des folgenden Monats seine Anteile wieder zurückkauft. Das Ergebnis dieser Strategie ist in der Tat eher bescheiden, so dass die Autorin zu dem Schluss gelangt, dass es sinnvoller gewesen wäre, den Indexfonds einmal zu kaufen und ohne Rücksicht auf Verluste bis heute zu halten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Ich habe mich gefragt, warum Gertrud Hussla ausgerechnet 15 Prozent als Verlustbegrenzung angesetzt hat. Ich habe mich auch gefragt, warum sie für den Ausstieg eine preisabhängige Prozentregel und für den Wiedereinstieg ein zeitabhängiges Datum, nämlich ausgerechnet den Monatsanfang, wählt. Verhält sich so ein Privatanleger? Tatsächlich möchten die meisten Anleger doch erst einmal einen Beweis für eine deutliche Erholung nach einem großen Verlust sehen. Wäre es nicht folgerichtiger gewesen, wenn ein Wiedereinstieg ebenfalls preisabhängig erfolgt wäre, etwa nachdem der Indexfonds wieder 15 Prozent gestiegen wäre? Ganz zu schweigen vom Testzeitraum der Strategie, der mit einer Dauer von drei Jahren und mit ein paar Signalen (die werden im zum Artikel gehörenden Videoclip von der Autorin erläutert) viel zu kurz ist. Außerdem beginnt er ausgerechnet auch noch mit einem außergewöhnlichen Ereignis (Lehman) und einem statistisch nicht gerade alltäglichen Kurssturz. Immerhin betont Frau Hussla mehrfach, dass das Beispiel natürlich willkürlich gewählt sei, um aber sogleich hinzuzufügen, wissenschaftliche Studien kämen zu einem ähnlichen Schluss.  Wobei sie uns leider Titel, Autor, Erscheinungsort und -jahr dieser Studien verschweigt.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Was kann uns dieser Artikel also trotz meiner Bedenken beweisen? Sicherlich nicht, dass Stopp-Loss-Orders von geringem Nutzen sind. Stattdessen hat die Journalistin eindrucksvoll bewiesen, wie wenig sinnvoll die von ihr selbst gewählte Strategie ist. Viel gravierender scheint mir aber, dass auch sie glaubt, mit solch einem “Backtraden“, also mit dem nachträglichen Handeln und Optimieren von Handelssignalen einer bekannten Vergangenheit,  eine gute Strategie für eine unbekannte Zukunft finden zu können – ein Irrglauben, dem auch immer wieder selbst erfahrene Marktteilnehmer erliegen. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Etwas Positives kann die Kolumne am Ende Stopp-Loss-Orders doch noch abgewinnen: Sie beruhigen ungemein die Nerven. Deswegen würde selbst Gertrud Hussla sie „ab und zu vielleicht doch mal nutzen“. Wann, das sollte sich der geneigte Leser oder Anleger am besten selbst aussuchen. Und diese Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Das kann teuer werden …</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ohne-rucksicht-auf-verluste/">Ohne Rücksicht auf Verluste</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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