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	<title>Georg W. Bush Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Superreich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 08:04:54 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich beklagte sich ein Chicagoer Jura-Professer in einem Blog darüber, dass der größte Ausgabenposten seines familiären Haushalts darin bestünde, den Staat zu finanzieren. Nicht nur dies löste geradezu einen Sturm empörter Leser-Reaktionen aus. Denn<span id="more-460"></span> immerhin verdient der Mann zusammen mit dem Gehalt seiner als Ärztin an einem Krankenhaus arbeitenden Frau jährlich mehr als 250.000 Dollar, womit er – wenn auch nur knapp – in die Gruppe derjenigen fällt, die zum Jahresende nicht mehr vom Steuersenkungsplan des früheren Präsidenten George W. Bush profitieren wird. Der Professor äußerte, seine Haushaltsplanung sei in Zukunft derart angespannt dass seine Familie mehr schlecht als recht durchkäme. Ja, die steuerliche Mehrbelastung sei so hoch, dass er eine seiner beiden legal bei ihm beschäftigten Immigranten entlassen müsste: Entweder den Gärtner oder die Haushaltshilfe, die sich auch um die Kinder kümmert.</p>
<p>Vermutlich dürfte sich diese junge Chicagoer Familie tatsächlich nicht besonders wohlfühlen, wenn sie sich ausgerechnet an der Untergrenze der Reichen mit anderen Haushalten ihrer Steuerklasse messen muss. Man denke nur an all die früheren Jura-Mitstudenten des Professors, die es etwa als Teilhaber berühmter Anwalts-Societäten einkommenstechnisch erheblich weiter gebracht haben. So gesehen, kann man sogar verstehen, dass die Tatsache,  mit solch einem Jahreseinkommen zu den oberen zwei Prozent des Landes zu gehören, die richtig gut verdienen, diese Familie eher zu konsternieren als zu trösten scheint. Schwerer aber dürften vor allem die noch Reicheren in der direkten Nachbarschaft wiegen. Manch einer fühlt sich nämlich nur dann richtig reich, wenn es niemanden mehr gibt, der noch wohlhabender als man selbst ist.</p>
<p>Man kann aber auch all die anderen, die große Mehrheit der Bevölkerung verstehen, für die ein 250.000 Dollar Jahreseinkommen jenseits des „Normalen“ fast schon unvorstellbar erscheint. Weil ihr Einkommensreferenzpunkt nicht peu à peu steigt, sondern real womöglich sogar fällt. Im günstigsten Fall reagieren sie mit Unverständnis, im Falle unseres Jura-Professors, teilweise mit unverhohlener Wut.</p>
<p>Der Staat indes kann auf die unterschiedlichen Referenzpunkte des Professors und der Masse der Bevölkerung – beide sind aus der relativen Sicht des Betrachters verständlich – jedoch keine Rücksicht nehmen. Er muss im einfachsten Fall anhand einer konkreten Zahl bestimmen, wer reich ist. Und in den USA beginnt das zurzeit offenbar mit einem Einkommen von 250.000 US-Dollar.</p>
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