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	<title>G7-Treffen Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ihr Auftritt, Mr. Powell, äh, Mr. Trump!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 04:49:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dollar am Morgen]]></category>
		<category><![CDATA[Märkte]]></category>
		<category><![CDATA[G7-Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[Jackson Hole]]></category>
		<category><![CDATA[US-chinesischer Handelskrieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Eskalation im US-chinesischen Handelskrieg hatte die öffentliche Aufmerksamkeit von dem Symposium in Jackson Hole vorübergehend abgelenkt. Denn noch bevor die vielerorts mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Jerome Powell am Freitag begann, hatte China seine Vergeltungsandrohung konkretisiert und weitere Importe von US-Gütern</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>EUR USD (1,1145)</strong>             Die Eskalation im US-chinesischen Handelskrieg hatte die öffentliche Aufmerksamkeit von dem Symposium in Jackson Hole vorübergehend abgelenkt. Denn noch bevor die vielerorts mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Jerome Powell am Freitag begann, hatte China seine Vergeltungsandrohung konkretisiert und weitere Importe von US-Gütern im Volumen von 75 Mrd. USD mit neuen Strafzöllen per 1. September und 15. Dezember belegt.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Nun hat Jerome Powell bei seiner Rede in Jackson Hole eigentlich das Beste getan, was er hätte machen können. Er signalisierte, dass die Fed gewillt sei, wenn notwendig, die Zinsen weiter zu senken, um das Wachstum zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurde von den Finanzmarktakteuren sicherlich goutiert, dass Powell in seiner Rede einen Begriff nicht verwendete: „mid-cycle adustment“. Ein Wording, das bis zuletzt noch für eine zurückhaltende Zinssenkungspolitik der Fed stand. Und dessen Fehlen wurde im Umkehrschluss als Indiz für weitere Zinsschritte gewertet. Aber nur, sofern die ökonomische Datenlage es rechtfertigen würde.<img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright wp-image-11009" src="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/26082019.jpg" alt="" width="150" height="469" srcset="https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/26082019.jpg 240w, https://www.joachim-goldberg.com/wp-content/uploads/2019/08/26082019-96x300.jpg 96w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Powell (tritt auf, ruhig und bestimmt) </strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Dass es für die Datenlage offenbar breiten Interpretationsspielraum gibt, zeigen die Kommentare diverser Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed, die sich am vergangenen Donnerstag und Freitag zu Wort meldeten. Denn Eric Rosengren (Boston Fed), Esther George (Kansas City), Patrick Harker (Philadelphia) Robert Kaplan (Dallas) und Loretta Mester (Cleveland) sprachen sich alle mehr oder weniger deutlich gegen eine weitere Lockerung der Geldpolitik aus. Weil sie die derzeitige ökonomische Situation in den USA für robust halten. Auf der anderen Seite steht etwa der als extreme Zinstaube weithin bekannte James Bullard (St. Louis), der für die kommende Sitzung des Offenmarktausschusses im September eine lebhafte Debatte darüber erwartet, ob man die Zinsen nicht sogar um 50 Basispunkte senken müsse.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Von all dem abgesehen, gab Powell seinen Zuhörern eine Botschaft mit auf den Weg: Viel sei es nicht, was die Fed derzeit richtig machen könne, um zu helfen. Ein Statement, das mancherorts fast wie eine Kapitulation interpretiert wurde. Aber diese Sichtweise wäre zu einfach. Denn Powell ließ damit durchblicken, dass die Fed angesichts der Handelspolitik des Weißen Hauses, durch die Unternehmen und Märkte nervös gemacht würden, nicht allzu viel ausrichten könne. Es gibt eben kein Drehbuch für Trumps Handelskrieg.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong> </strong></span></p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Trump (tritt auf, wütend)</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Und Trumps Reaktion auf Twitter ließ auch nicht allzu lange auf sich warten. Wieder einmal habe die Fed NICHTS getan, wetterte der US Präsident. Bösartige Stimmen könnten dabei durchaus die Frage stellen, ob Donald Trump das Symposium in Jackson Hole mit einer Sitzung des Offenmarktausschusses verwechselt habe. Denn geldpolitische Entscheidungen stehen naturgemäß nur bei letzterer auf der Agenda. Auf keinen Fall kann man allerdings Trumps Reaktion auf Powells Rede in Form einer rhetorischen Frage positiv bewerten: Ob der Fed-Chefs oder Chinas Staatspräsident Xi der größere Feind der USA sei.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Immerhin konnte sich Donald Trump bis zum Börsenschluss am Freitag mit weiteren Wutausbrüchen offenbar gerade noch zurückhalten. Denn danach wurde klar: Die US-Regierung wird die bereits eingeführten und angekündigten Strafzölle auf China-Importe als Replik auf die chinesischen Vergeltungsmaßnahmen von Freitagvormittag durchweg um jeweils 5 Prozent Punkte erhöhen. Kurzum, eine Annäherung im Handelskonflikt sieht anders aus. Aber bereits vor der Ankündigung Trumps hatten die US-Aktienmärkte deutlich reagiert. Allein der breitgestreute S&amp;P 500 zeitigte einen Tagesverlust von 2,2 Prozent.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Die Abschaffung des Dollar als Leitwährung</strong></span></h3>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aber auch noch eine andere wichtige Rede in Jackson Hole gab es zur Kenntnis zu nehmen. Und zwar diejenige des einflussreichen Chefs der Bank of England, Mark Carney. Dieser zählte nämlich die Probleme auf, die durch einen übermächtigen US-Dollar für die globale Wirtschaft entstehen könnten. Zumal die USA-Ökonomie nur 10 Prozent des Welthandels und 15 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts, aber die Hälfte der Handelsrechnungen und zwei Drittel der globalen Wertpapieremissionen ausmache. Nicht zuletzt deswegen sprach sich Carney für die Schaffung eines neuen globalen Finanzsystems durch den IWF aus, um den Dollar [als Leitwährung] zu ersetzen. Letztlich dürfte Carney damit gemeint haben, dass die Dominanz des Greenback im Welthandel und die von den USA ausgehenden derzeitigen Schocks gleichermaßen gedämpft werden sollten.</span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Allerdings ist der Dollar am Freitag vermutlich nicht deswegen so deutlich gefallen. Schon vorher hatte sich angebahnt, dass auch der Euro gegenüber der US-Valuta nicht länger so richtig unter Druck geraten sollte. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich die Gemeinschaftswährung mit Überschreiten von 1,1140 zum Wochenschluss stabilisierte und auf einen Schlag die kleinen Kursverluste der vorangegangenen fünf Handelstage wettmachen konnte. Damit hat sich an der übergeordneten seitwärts gerichteten Entwicklung des Euro nichts verändert. Während wir deren Grenzen zwischen <strong>1,1010</strong> und <strong>1,1355</strong> verorten, bleibt die Gemeinschaftswährung oberhalb von <strong>1,1075</strong> stabil.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;"><strong>Hinweis</strong></span></p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif; font-size: 10pt;">Aus organisatorischen Gründen gibt es morgen keinen ausführlichen Devisenbericht, sondern nur ein Kurs-Update.</span></p>
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		<title>Keine Spur von Kulturwandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 05:58:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Behavioral Ethics]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[G7-Treffen]]></category>
		<category><![CDATA[Insiderinformationen]]></category>
		<category><![CDATA[Investmentbanking]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich in der vergangenen Woche in einem Vorbericht zum G7-Treffen im Handelsblatt las[1], dass ein neuartiger Verhaltenskodex für Banker diskutiert würde, der die Finanzmärkte krisensicherer machen soll, musste ich innerlich den Kopf schütteln. Natürlich ist es klar, dass gegenseitiges Vertrauen und ein „integres Verhalten“ der Marktteilnehmer die Grundlage für ein funktionierendes Finanzsystem bilden. Aber [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich in der vergangenen Woche in einem Vorbericht zum G7-Treffen im Handelsblatt las<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>, dass ein neuartiger Verhaltenskodex für Banker diskutiert würde, der die Finanzmärkte krisensicherer machen soll, musste ich innerlich den Kopf schütteln. Natürlich ist es klar, dass gegenseitiges Vertrauen und ein „integres Verhalten“ der Marktteilnehmer die Grundlage für ein funktionierendes Finanzsystem bilden. Aber ich bin sicherlich nicht der Einzige, der Zweifel hegt, was die Integrität der Akteure an den Finanzmärkten betrifft. Insbesondere seit ständig der so genannte Kulturwandel in der Finanzbranche proklamiert wird. Ich habe mich vor zwei Jahren schon einmal zu diesem Thema <strong><u><a href="https://www.joachim-goldberg.com/fragwuerdiger-kulturwandel/">HIER</a></u></strong> geäußert. Damals weckte die New Yorker Anwaltskanzlei Labaton Sucharow meine Aufmerksamkeit, die eine Umfrage in Auftrag gegeben hatte, bei der 250 Angestellte aus der Finanzbranche die Geschäftsmoral ihrer Wettbewerber beurteilen sollten. Das war fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise.</p>
<p>Zufall oder Fügung, dass ausgerechnet an demselben Tag, als ich den Bericht über den Verhaltenskodex las, mir ein Freund eine brandneue Studie<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> als E-Mail zusandte, an der ausgerechnet wieder Labaton Sucharow beteiligt war? Im Vergleich zu 2012 wurden dieses Mal sogar 1200 Berufstätige aus der Finanzindustrie der USA und Großbritannien befragt. Mich interessierte natürlich vor allem die Frage, ob sich nach all den Diskussionen und Bemühungen um eine ethisch verbesserte Investment-Bankenwelt etwas zum Positiven verändert hatte. Zumal seitdem wichtige Reformen eingeleitet und milliardenschwere Strafen verhängt worden sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sie würden es wieder tun</strong></p>
<p>Die Ergebnisse sind schockierend. Trotz diverser Ethikseminare, die manches Kreditinstitut vor einigen Jahren seinen Angestellten verordnet hatte, um die schlimmsten Auswüchse der Gier zu bekämpfen. Demnach hält es immer noch rund die Hälfte der Befragten für wahrscheinlich, dass ihre Mitbewerber unethisch oder illegal handeln würden, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Mehr als ein Drittel derjenigen, die 500.000 US-Dollar oder mehr im Jahr verdienten, wurden nach dieser Umfrage Zeuge von Fehlverhalten am Arbeitsplatz oder hatten solches Wissen darüber aus erster Hand. 23 Prozent der Befragten – das sind fast doppelt so viele wie im Jahre 2012 – glauben, dass Kollegen im eigenen Unternehmen in unrechtmäßige oder unethische Aktivitäten verwickelt gewesen seien, um sich einen Vorteil zu verschaffen.</p>
<p>Auch waren 25 Prozent der Befragten bereit, für einen Betrag von 10 Millionen Dollar Insiderinformationen auszunutzen – vorausgesetzt, ihnen drohte im Falle einer Strafverfolgung keine Gefängnisstrafe. Im Gegensatz zu den Befragten aus den USA lag der vergleichbare Anteil der Kollegen aus Großbritannien sogar bei 32 Prozent der Interviewten.</p>
<p>Noch mehr gefällig?</p>
<p>27 Prozent der Bankmitarbeiter bestritten, dass die Finanzdienstleister im besten Interesse ihrer Kunden handeln würden. Dieser Prozentsatz steigt sogar auf 38 Prozent für diejenigen Banker, die 500.000 Dollar und mehr im Jahr verdienen. Anders ausgedrückt: Die Daten zeigen, dass zwischen dem Einkommensniveau und der Wahrscheinlichkeit, Zeuge von Fehlverhalten zu werden, ein Zusammenhang besteht.</p>
<p>Aber es kommt noch dicker. Einer von zehn Teilnehmern hat sogar (oder wurde dazu angehalten) eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben müssen, die ihm untersagt, unrechtmäßiges oder unethische Aktivitäten den Behörden zu melden. Bei einem Jahreseinkommen von 500.000 $ oder mehr steigt der Prozentsatz derjenigen, die nach eigenen Angaben ebenfalls den Maulkorberlass unterzeichnet haben, sogar auf 25 Prozent.</p>
<p>Wie hoch wäre der Prozentsatz derjenigen, die an die Wirksamkeit eines freiwilligen Verhaltenskodex glauben?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> online Ausgabe des Handelsblatts zum G7-Treffen: <em>Neuer Verhaltenskodex für Banker soll Märkte sicherer machen</em>, gelesen am 28.5.2015</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Tenbrunsel, A &amp; Thomas, J. (Mai 2015): <em>The Street, The Bull and The Crisis: A Survey of the US &amp; UK Financial Services Industry</em>, presented by The University of Notre Dame and Labaton Sucharow LLP</p>
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