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	<title>Backtrading Archive - Joachim Goldberg</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		<title>Ohne Rücksicht auf Verluste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joachim Goldberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Aug 2011 11:52:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Investmententscheidungen]]></category>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.joachim-goldberg.com/ohne-rucksicht-auf-verluste/">Ohne Rücksicht auf Verluste</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.joachim-goldberg.com">Joachim Goldberg</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Kaum traute ich meinen Augen, als ich vor ein paar Tagen im ansonsten von mir hoch geschätzten Handelsblatt (Online-Ausgabe vom 25. Juli)  in der Kolumne &#8222;Nachgerechnet&#8220; eine Abhandlung über den „Zweifelhaften Nutzen von Stopp-Loss-Orders“ entdeckte. Bekanntermaßen gehe ich in Sachen Verlustbegrenzung keine Kompromisse ein.<span id="more-2133"></span> Deshalb schon hat mich die Botschaft, die die Autorin in geradezu fahrlässiger Weise ihren Lesern vermitteln möchte, nachhaltig verstimmt. Doch nachgerade erschüttert war ich über die Argumentation, mit der diese den Sinn automatischer Verlust-Limits in Frage zu stellen versucht. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Um zu belegen, dass eine systematische Stopp-Loss-Strategie nur wenig Erfolg verspricht, hat Gertrud Hussla als Beispiel einen iShares-Indexfonds, der den DAX abbildet, ausgewählt und dessen Performance über die vergangenen drei Jahre verfolgt. Bei ihrer Analyse wendet sie folgende simple Regel an: Ein Anleger investiert 10.000 Euro in diesen Fonds, wobei unterstellt wird, dass er nach einem Verlust von 15 Prozent aussteigt und am Anfang des folgenden Monats seine Anteile wieder zurückkauft. Das Ergebnis dieser Strategie ist in der Tat eher bescheiden, so dass die Autorin zu dem Schluss gelangt, dass es sinnvoller gewesen wäre, den Indexfonds einmal zu kaufen und ohne Rücksicht auf Verluste bis heute zu halten.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Ich habe mich gefragt, warum Gertrud Hussla ausgerechnet 15 Prozent als Verlustbegrenzung angesetzt hat. Ich habe mich auch gefragt, warum sie für den Ausstieg eine preisabhängige Prozentregel und für den Wiedereinstieg ein zeitabhängiges Datum, nämlich ausgerechnet den Monatsanfang, wählt. Verhält sich so ein Privatanleger? Tatsächlich möchten die meisten Anleger doch erst einmal einen Beweis für eine deutliche Erholung nach einem großen Verlust sehen. Wäre es nicht folgerichtiger gewesen, wenn ein Wiedereinstieg ebenfalls preisabhängig erfolgt wäre, etwa nachdem der Indexfonds wieder 15 Prozent gestiegen wäre? Ganz zu schweigen vom Testzeitraum der Strategie, der mit einer Dauer von drei Jahren und mit ein paar Signalen (die werden im zum Artikel gehörenden Videoclip von der Autorin erläutert) viel zu kurz ist. Außerdem beginnt er ausgerechnet auch noch mit einem außergewöhnlichen Ereignis (Lehman) und einem statistisch nicht gerade alltäglichen Kurssturz. Immerhin betont Frau Hussla mehrfach, dass das Beispiel natürlich willkürlich gewählt sei, um aber sogleich hinzuzufügen, wissenschaftliche Studien kämen zu einem ähnlichen Schluss.  Wobei sie uns leider Titel, Autor, Erscheinungsort und -jahr dieser Studien verschweigt.</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Was kann uns dieser Artikel also trotz meiner Bedenken beweisen? Sicherlich nicht, dass Stopp-Loss-Orders von geringem Nutzen sind. Stattdessen hat die Journalistin eindrucksvoll bewiesen, wie wenig sinnvoll die von ihr selbst gewählte Strategie ist. Viel gravierender scheint mir aber, dass auch sie glaubt, mit solch einem “Backtraden“, also mit dem nachträglichen Handeln und Optimieren von Handelssignalen einer bekannten Vergangenheit,  eine gute Strategie für eine unbekannte Zukunft finden zu können – ein Irrglauben, dem auch immer wieder selbst erfahrene Marktteilnehmer erliegen. </span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Etwas Positives kann die Kolumne am Ende Stopp-Loss-Orders doch noch abgewinnen: Sie beruhigen ungemein die Nerven. Deswegen würde selbst Gertrud Hussla sie „ab und zu vielleicht doch mal nutzen“. Wann, das sollte sich der geneigte Leser oder Anleger am besten selbst aussuchen. Und diese Nonchalance nenne ich konsequent unsystematisch, und ich fürchte: Das kann teuer werden …</span></p>
<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"> </span></p>
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