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	Kommentare zu: Flucht ins Risiko?	</title>
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	<description>Behavioral Finance, Behavioral Ethics und Behavioral Living</description>
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		Von: Horst Schmidtke		</title>
		<link>https://www.joachim-goldberg.com/flucht-ins-risiko/#comment-85</link>

		<dc:creator><![CDATA[Horst Schmidtke]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 19:39:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich denke noch immer, dass langfristige Sparverträge, Lebens- und Rentenversicherung mit dem Ziel der Vorsorge für das Alter der größte Bluff aller Zeiten ist. Man kann weder eine 30-jährige Anspar- noch eine 20-jährige Verzehrphase hinreichend genau prognostizieren.

Auch bei &quot;normalen&quot; Inflationsraten wird das Sparguthaben abzüglich meist recht opulenter Gebühren mehr oder weniger ausradiert. Auch kann man für die kommenden 50 Jahre keine Vorausschau zu Grunde legen, die ebenso &quot;ruhig&quot; verläuft, wie die vergangenen 50 Jahre.

Eher wird man sich auf Turbulenzen aller Art einrichten müssen, wobei ein Langfristvertrag wohl eher hinderlich ist.

Bestes Beispiel ist mal wieder meine 95-jährige Oma, die 1975 in der DDR in Rente ging und dort über eine Zusatzrente ca. 100 DDR-Mark pro Monat auf die kärgliche Mindestrente (ca. 245 DDR-Mark) aufsattelte. Die angesparte Privatrente entsprach somit fast 50 % der Mindestrente. Ab 1990 gab es dann 1:2 umgerubelt 50 DM Privatrente, was nicht einmal mehr 10 % der Mindestrente entsprach. (Oma kassierte ab 1990 eine staatliche Rente &#062;&#062; 3000 DM, so dass der Zuschuss quasi im Rauschen unterging.) Noch besser kam es mit der 2. Währungsreform in 15 Jahren. In euro b´gibt es keine 25.- €/Monat mehr, die nunmehr noch ca. 5 % der HartzIV-Mindestrente entsprechen.

Was geschah also mit der so schön angesparten und prognostizierten Zusatzrente? Sie wurde inflationiert und quasi ausradiert.

Das Kaufkraftargument zählt auch nicht, vor 1989 kostete ein Brot 1,04 DDR-Mark. Nach 1990 startete der Brotpreis bei uns mit ca. 2.50 DM. Heute kann man vergleichbare Bäckerware für &#062; 4 € erstehen. Es wurde also nicht nur der reine Zahlenwert zurechtgestutzt. Man bekommt für sein Altersruhegeld quasi auch nichts existentiell wichtiges mehr zu kaufen. Das Argument, dass Computer, CDs, DVDs und Elektronik aller Art deutlich preiswerter und/oder leistungsfähiger zu erstehen sind, zieht für eine 95-Jährige auch nicht wirklich...

Soviel zum Thema &quot;Altersvorsorge&quot; aus der ganz flachen Sicht des Ingenieurs. Ich denke, wenn man sehen will, was mit den Beiträgen angestellt wird, ist es ratsam nach München (Alllianz) oder Frankfurt zu fahren, sich zur Feierabendzeit vor einen der Versicherer zu stellen und die mit Beiträgen finanzierten sportiven und noblen Fahrzeuge der Belegschaft zu bewundern. Wer nah am Geld sitzt ist eben doch geneigt, sich das dickste Stück au dem Kuchen heraus zu schneiden und Otto Normalo mit einer Illusion zurück zu lassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich denke noch immer, dass langfristige Sparverträge, Lebens- und Rentenversicherung mit dem Ziel der Vorsorge für das Alter der größte Bluff aller Zeiten ist. Man kann weder eine 30-jährige Anspar- noch eine 20-jährige Verzehrphase hinreichend genau prognostizieren.</p>
<p>Auch bei &#8222;normalen&#8220; Inflationsraten wird das Sparguthaben abzüglich meist recht opulenter Gebühren mehr oder weniger ausradiert. Auch kann man für die kommenden 50 Jahre keine Vorausschau zu Grunde legen, die ebenso &#8222;ruhig&#8220; verläuft, wie die vergangenen 50 Jahre.</p>
<p>Eher wird man sich auf Turbulenzen aller Art einrichten müssen, wobei ein Langfristvertrag wohl eher hinderlich ist.</p>
<p>Bestes Beispiel ist mal wieder meine 95-jährige Oma, die 1975 in der DDR in Rente ging und dort über eine Zusatzrente ca. 100 DDR-Mark pro Monat auf die kärgliche Mindestrente (ca. 245 DDR-Mark) aufsattelte. Die angesparte Privatrente entsprach somit fast 50 % der Mindestrente. Ab 1990 gab es dann 1:2 umgerubelt 50 DM Privatrente, was nicht einmal mehr 10 % der Mindestrente entsprach. (Oma kassierte ab 1990 eine staatliche Rente &gt;&gt; 3000 DM, so dass der Zuschuss quasi im Rauschen unterging.) Noch besser kam es mit der 2. Währungsreform in 15 Jahren. In euro b´gibt es keine 25.- €/Monat mehr, die nunmehr noch ca. 5 % der HartzIV-Mindestrente entsprechen.</p>
<p>Was geschah also mit der so schön angesparten und prognostizierten Zusatzrente? Sie wurde inflationiert und quasi ausradiert.</p>
<p>Das Kaufkraftargument zählt auch nicht, vor 1989 kostete ein Brot 1,04 DDR-Mark. Nach 1990 startete der Brotpreis bei uns mit ca. 2.50 DM. Heute kann man vergleichbare Bäckerware für &gt; 4 € erstehen. Es wurde also nicht nur der reine Zahlenwert zurechtgestutzt. Man bekommt für sein Altersruhegeld quasi auch nichts existentiell wichtiges mehr zu kaufen. Das Argument, dass Computer, CDs, DVDs und Elektronik aller Art deutlich preiswerter und/oder leistungsfähiger zu erstehen sind, zieht für eine 95-Jährige auch nicht wirklich&#8230;</p>
<p>Soviel zum Thema &#8222;Altersvorsorge&#8220; aus der ganz flachen Sicht des Ingenieurs. Ich denke, wenn man sehen will, was mit den Beiträgen angestellt wird, ist es ratsam nach München (Alllianz) oder Frankfurt zu fahren, sich zur Feierabendzeit vor einen der Versicherer zu stellen und die mit Beiträgen finanzierten sportiven und noblen Fahrzeuge der Belegschaft zu bewundern. Wer nah am Geld sitzt ist eben doch geneigt, sich das dickste Stück au dem Kuchen heraus zu schneiden und Otto Normalo mit einer Illusion zurück zu lassen.</p>
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