Dollar am Morgen

Just another manic Tuesday?

am
12. Mai 2021

Es geschah an einem Dienstag, und das bereits zum zweiten Mal in diesem Mai, dass die Aktienmärkte jenseits und diesseits des Atlantiks zeitweise einen deutlichen Dämpfer hinnehmen mussten. Los ging die Geschichte eigentlich bereits am Montag an der Nasdaq – andere Indices folgten. Dabei konnte man es aus den von Akteuren geäußerten Kommentaren heraushören, dass man sich nicht mehr ganz sicher war, ob es sich wieder nur um eine gesunde Korrektur im Aufwärtstrend oder doch um einen beginnenden größer angelegten Ausverkauf an den Aktienmärkten handeln würde. Zumindest die Szenerie war ähnlich wie vor Wochenfrist: Inflationsängste sollen die Marktteilnehmer dazu veranlasst haben, das Risiko einer frühen geldpolitischen Straffung und den daraus resultierenden höheren Anleiherenditen – beides übrigens Gift für die überzogenen Bewertungen an den US-Aktienmärkten – neu zu einzustufen. Und dies alles, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat April am vergangenen Freitag noch für Beruhigung und steigende Kurse gesorgt hatte.

 

Geht es dieses Mal schief?

Wie immer ist bei dieser Betrachtungsweise eine Menge Psychologie im Spiel. Denn während der Aktienhausse im Rahmen der Corona-Pandemie seit gut einem Jahr gab es schon oft Situationen, die bedrohlich aussahen, so dass einige Akteure die Reißleine zogen, nur um hinterher zusehen zu müssen, wie die Aktienkurse anschließend noch weiter nach oben getrieben wurden. Und so ist es auch verständlich, dass mit jeder einsetzenden Korrektur am Aktienmarkt die Erwartung, dass Dip-Käufe in die Schwäche im Anschluss von Erfolg gekrönt sein würden, immer mehr abnimmt, nach dem Motto: „Das kann ja nicht noch einmal gut gehen“.

Hinzu kommt, dass es immer noch Anleger gibt, die an die „Sell in May“-Regel glauben, obwohl diese sehr umstritten ist. Und an solchen Tagen wie gestern werden dann auch noch Studien hervorgeholt, die angeblich den Erfolg dieser Strategie belegen sollen.

Während es an den Aktienmärkten also gehörig rumorte, blieb die Situation an den US-Anleihemärkten überschaubar, wo etwa die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen gerade einmal um rd. 2 Basispunkte anzog. Auch der Greenback präsentierte sich gestern nicht gerade wie eine von Inflationsängsten durchgeschüttelte Valuta. Tatsächlich konnte der Euro bis zum Handelsschluss per Saldo minimal zulegen, ohne jedoch den derzeit ohnehin vorhandenen kurzfristigen Aufwärtstrend mit Potenzial bis 1,2265/70 zu beschleunigen. Dennoch bleibt das Umfeld für das Momentum des Euro-Trends positiv, solange an der Unterseite 1,2055/60 nicht verletzt wird.

 

 

Hinweise

Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

Wegen des Himmelfahrtswochenendes erscheint der nächste Marktkommentar erst am kommenden Sonntag.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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