Dollar am Morgen

Die Stille vor dem Statement

am
28. April 2021

Nun ist der Euro-Handel gestern geradezu eingeschlafen – vermutlich, weil sich an den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks nicht allzu viel getan hat. Andererseits kann man die Zurückhaltung der Akteure verstehen, da heute die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zu Ende gehen wird. Man kann davon ausgehen, dass die Fed zumindest der robusten wirtschaftlichen Erholung während der vergangenen Wochen in irgendeiner Weise Rechnung tragen und diese bestätigen wird. Zumal viele US-Wirtschaftsdaten während der vergangenen Wochen teilweise erheblich besser als erwartet ausgefallen sind.

 

Keine taubenhaften Töne von Powell erwartet

Dies schlägt sich natürlich auch in der Medianprognose der Ökonomen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal nieder, die nun annualisiert bei einem Plus von fast 7 Prozent liegt – die erste Schnellschätzung für das BIP wird übrigens morgen publiziert. Das Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, berechnete zuletzt sogar ein saisonbereinigtes annualisiertes BIP mit einem Zuwachs von 8,2 Prozent. Allerdings dürfte dies kaum dazu führen, dass Fed-Chef Jerome Powell bereits in der heutigen Sitzung taubenhafte Töne anschlagen wird.

 

Warten auf die Wortwahl

Das Hauptrisiko für den derzeitigen kurzfristigen Abwärtstrend des US-Dollar besteht indes darin, dass möglicherweise bereits ein nur geringfügig geändertes Wording im FOMC-Statement irgendwie geartete Tapering-Ängste der Marktteilnehmer auslösen könnte – und sei es auch nur die vage Ankündigung einer anstehenden Diskussion darüber. Kurzum: Damit sich der derzeitige Dollar-Trend fortsetzt, darf es zu keiner hawkishen Überraschung kommen.

Beim Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar hat sich diesbezüglich allerdings am gestrigen Handelstag keine „vorbeugende“ Positionierung der Akteure erkennen lassen. Somit bleibt die Gemeinschaftswährung innerhalb ihres kurzfristigen Aufwärtstrends mit Potenzial bis 1,2130 (modifiziert) bzw. 1,2195. Ohnehin bewegt sich der Euro weiterhin in positivem Terrain, solange 1,1955/60 nicht unterlaufen wird.

 

 

Hinweis

Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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