Aktienmärkte DAX-Sentiment Dollar am Morgen

Fed bleibt bei ihrer Linie

am
12. Februar 2021

Auch gestern blieb es nicht nur im Euro-Handel gegenüber dem US-Dollar erneut ruhig – auch die Aktienmärkte schienen zu pausieren. Was den Dollar angeht, ist es bemerkenswert, dass dieser kaum auf die Rede von Jerome Powell vom vergangenen Mittwochabend reagiert hat. Denn der Fed-Chef machte einmal mehr klar, dass er die Inflationserwartungen der Akteure an den Finanzmärkten nicht teile und einen Anstieg in den Konsumentenpreisen eher für ein vorübergehendes Phänomen halte. Und was den Arbeitsmarkt angeht, sei dieser „sehr weit“ davon entfernt, als stark bezeichnet werden zu können. Einmal mehr hat Jerome Powell signalisiert, dass die geldpolitische Linie der Fed wahrscheinlich so lange unverändert bleibt, bis der Arbeitsmarkt wieder das Niveau erreicht, das vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie bestanden hatte. Kurzum: Stand gestern müssen noch 9,89 Millionen Arbeitsplätze, die seither verlorengegangen sind, wieder wettgemacht werden.

 

Nicht nur Einmalzahlungen

Aber auch das in den USA geplante 1,9 Billionen USD schwere Stimulus-Paket könnte auf lange Sicht womöglich doch noch expansiver ausfallen, sofern man der Argumentation in einem gestern veröffentlichten Artikel des Wall Street Journal in der Internetausgabe (HIER) zustimmen möchte. Danach wird zurzeit bei den Demokraten darüber nachgedacht, Teile des Pakets, die zurzeit noch als Einmalzahlungen bzw. einmalige Steuerfreibeträge in diesem Jahr den Bürgern einkommensabhängig zugutekommen, womöglich dauerhaft zu gewähren. So etwa die Steuerfreibeträge für Kinder. Natürlich ist ein Teil der jüngsten Rallye an den US-Aktienmärkten auf diese Stimulus-Fantasien zurückzuführen.

 

US-Aktienstimmung deutlich gestiegen

Aber auch etwas anderes ist nunmehr augenfällig: Besagte Rallye ist zuletzt auch von dortigen bullishen Nachzüglern getragen worden. Diese Einschätzung wird beispielsweise durch den deutlich gestiegenen Optimismus bei der US-Sentiment-Umfrage der AAII (American Association of Individual Investors, HIER) zum 10. Februar bestätigt. Übertragen auf den hiesigen Börse Frankfurt Sentiment-Index würde dies einem Indexstand von +19 (Vorwoche +2) entsprechen. Eine Entwicklung, die übrigens derjenigen der Börse Frankfurt, ebenfalls vom vergangenen Mittwoch, diametral entgegensteht. Die hiesigen Investoren haben nämlich per Saldo im selben Zeitraum ihre bullishen Engagements abgebaut.

Gut möglich, dass es im Rahmen besagter Entwicklung auch noch einmal Kapitalzuflüsse in Richtung Eurozone gab, wovon dann letztlich auch der Euro gegenüber dem US-Dollar seit vergangenem Freitag profitiert haben könnte. Allerdings scheint die Gemeinschaftswährung zurzeit in einer Art kurzfristiger, möglicherweise auch mittelfristiger Seitwärtsentwicklung gefangen zu sein. Die Lage des Euro bleibt immerhin stabil, solange an der Unterseite 1,2025 nicht verletzt wird.

 

 

Hinweis

Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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