Dollar am Morgen

Kein Turbo für die Märkte

von Joachim Goldberg am 17. November 2020

EUR USD (1,1855)             Ziemlich genau eine Woche später, nachdem Biontech/Pfizer ihren vielversprechenden neuen Impfstoff verkündet hatten, hat nun mit Moderna ein Biotechnologieunternehmen aus den USA in Sachen Covid-19-Impfstoff eine Erfolgsmeldung verlautbaren lassen. Gemäß ersten Studienergebnissen kann der von Moderna entwickelte Impfstoff sogar 94,5 Prozent aller Infektionen verhindern – das ist mehr als die von Biontech/Pfizer präsentierten 90 Prozent vom vergangenen Montag. Außerdem soll seine Lagerung erheblich einfacher sein. Für die Menschen weltweit bedeutet dies eine weitere begründete Hoffnung auf einen rettenden Impfstoff.

 

Gemäßigte Reaktionen

Und so verwundert es auch nicht, dass vielerorts Finanzmarkt-Kommentatoren für die Entwicklung an den Aktienmärkten gestern in einer ersten Reaktion einen ähnlich starken Verlauf wie am vergangenen Montag erwarteten. Nach dem Motto, man habe mit den ermutigenden Meldungen einen weiteren Beschleuniger für Käufe gezündet. Aber am Ende des gestrigen Handelstages musste man dann doch feststellen, dass die US-Aktienmärkte längst nicht so stark wie vor Wochenfrist performten. Der Dow Jones Index markierte zwar ein neues Allzeithoch, aber für den S&P 500 sowie die Technologiebörse Nasdaq konnten derartige Rekorde nicht vermeldet werden. Auch hierzulande hielt sich die Reaktion (DAX +0,5 %, EURO STOXX 50 +1,0 %) in Grenzen.

 

Gewöhnungseffekte greifen

Aus gutem Grund: Auch wenn der Moderna-Impfstoff möglicherweise sogar hinsichtlich seiner Aufbewahrung und Wirkung besser als derjenige von Biontech/Pfizer abschneiden könnte, war bei der gestrigen Meldung bereits ein gewisser Gewöhnungseffekt festzustellen. Kurzum: Was vor einer Woche noch wie der Durchbruch bei der Bekämpfung der Pandemie erschienen war, wirkte jetzt nur wie eine Wiederholung dieser Sensation. Die Meldung hob sich von der des vergangenen Montags in der Wahrnehmung mancher Akteure einfach nicht deutlich genug ab. Ganz abgesehen davon, dass vor Wochenfrist auch eine Kapitulationsbewegung zu den massiven Kursausschlägen geführt hatte. So ist wohl davon auszugehen, dass viele Investoren bereits auf der Kaufseite engagiert sind.

 

Dollar fast schon lethargisch

Natürlich mag man einwenden, dass sich die gegenwärtige Lage hinsichtlich der Entwicklung bei den Covid-19-Infektionszahlen dies- und jenseits des Atlantiks nicht wirklich verbessert hat. Ganz abgesehen von der Gefahr weiterer Lockdown Maßnahmen – eine Entscheidung hierzulande wurde erst einmal bis auf weiteres verschoben. Allerdings haben Covid-19-Ängste auch schon vor einer Woche die Euphorie nicht gebremst.

Was den US-Dollar angeht, sind die Reaktionen im Vergleich zum Beginn der vorherigen Woche fast schon als gedämpft zu bezeichnen. War der Euro seinerzeit noch deutlich unter Druck geraten, galt dies gestern nicht. Zum Ende der Handelssitzung blieb sogar ein kleiner Tagesgewinn übrig. Damit setzte sich auch gestern die Seitwärtsentwicklung der Gemeinschaftswährung fort, die sich solange als stabil erweisen dürfte, wie sie sich oberhalb von 1,1735 bewegt.

 

Hinweis

Die genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

SCHLAGWÖRTER

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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