Dollar am Morgen Märkte

Bonanza für alle!

von Joachim Goldberg am 24. März 2020

EUR USD (1,0790)             Bestimmt waren gestern viele der Meinung, die US-Notenbank hätte mit ihren Maßnahmen von Montagvormittag (Ortszeit) den Finanzmärkten genau das gegeben, was diese jetzt brauchen. Gemeint ist die Ankündigung eines neuen Krisenpakets, das die Folgen der Corona-Krise eindämmen soll. Geplant ist, dass die Notenbank Staatsanleihen und mit Hypotheken besicherte Wertpapiere in unbegrenzter Menge ankaufen wird. Darüber hinaus wird die Fed mehrere Kreditprogramme in einem Gesamtvolumen von 300 Mrd. USD auflegen, um unter anderem kleinere Unternehmen und Haushalte stützen zu können. Drei entsprechende Vehikel werden mit Garantien in Höhe von 30 Mrd. USD des US-Finanzministeriums besichert.

Ohne jetzt in alle Einzelheiten gehen zu wollen, lässt sich feststellen, dass es sich hierbei quasi um ein Quantitatives Lockerungsprogramm (QE) ohne jedes Limit handelt. Mehr noch – die Notenbank übernimmt – etwa über die aus der Finanzkrise bekannte Term Asset-Backed Securities Lending Facility (TALF) – letztlich Risiken der Banken bei der Kreditvergabe.

 

Geklotzt

Hierzulande standen gestern ebenfalls die Hilfen von staatlicher Seite infolge der Corona-Krise im Mittelpunkt. Hierbei werde, so Finanzminister Olaf Scholz, in der Summe (750 Mrd. EUR) „nicht gekleckert, sondern geklotzt“. Indes: Die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks haben die Maßnahmen der Fed und der Bundesregierung bislang noch nicht mit einer großen Jubel-Rallye quittiert. Hemmend dürfte sich der Umstand ausgewirkt haben, dass zuvor am Sonntag für Donald Trumps Maßnahmenpaket von bis zu 2 Billionen USD im US-Senat nicht die erforderliche Mehrheit zustande kam. Aber immerhin wurde bis zum Handelsschluss ein Teil der Eröffnungsverluste wettgemacht.

 

Der Zweck heiligt die Mittel

Momentan heiligt der Zweck also die Mittel, und die Gelddruckmaschinen laufen auf Hochtouren. Fast könnte man von einer Art Geldader, einer Geld-Bonanza sprechen. Natürlich wagt derzeit angesichts der Corona-Krise kaum jemand offen zu fragen, wie die Folgen dieser beispiellosen Helikoptergeld-Geschichte aussehen werden. Hauptsache, es wird jetzt etwas getan.

Eigentlich hätte ich mir nach der Fed-Ankündigung von gestern einen viel schwächeren US-Dollar vorstellen können. Aber der Greenback ist nun einmal im Aufwärtstrend, und daher hat der Euro gestern zum Handelsschluss per Saldo noch nicht einmal viel Boden gutmachen können. Der Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung weist nach wie vor ein Potenzial bis 1,0540/45, (darunter 1,0330) auf. Das Niveau für eine erste Stabilisierung liegt auf der anderen Seite erst bei 1,0965.

 

Hinweis

Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

SCHLAGWÖRTER

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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