Allgemein Märkte

Sommer der Schockwellen

am
18. Mai 2016

Senti_18052016Sowohl institutionelle als auch private Anleger, die die Börse Frankfurt wöchentlich befragt, scheinen sich auf eine anhaltende Seitwärtsentwicklung beim DAX eingerichtet zu haben. Nur ein kleinerer Teil privater Anleger ist in der Zwischenzeit aktiv geworden und scheint vor allen Dingen DAX-Stände oberhalb der 10.000er Linie für Gewinnmitnahmen und neue Wetten auf fallende Kurse genutzt zu haben. Während sich bei den institutionellen Pendants gerade einmal 3 Prozent aller Befragten zuletzt für Gewinnmitnahmen entschieden hatten, drehten fast 6 Prozent der Privatanleger ihre Meinung direkt von „bullish“ auf „bearish“. Damit liegen die Stimmungs-Indices beider Gruppen wieder ganz eng beieinander.

Diese fast schon als „relaxed“ zu bezeichnende Haltung der heimischen Investoren steht jedoch ganz im Gegensatz zu der Einstellung internationaler Investoren. Diese scheinen nämlich enorm sensibilisiert für die Gefahren zu sein, die den Finanzmärkten in den kommenden Wochen drohen könnten. So zeigt etwa die jüngste Umfrage der Bank of America Merrill Lynch eine deutliche Zurückhaltung internationaler Vermögensverwalter gegenüber Aktien. Die am gestrigen Tage veröffentlichte Umfrage aus der zweiten Maiwoche ist auf jeden Fall für Optimisten kaum ermutigend, spricht doch das Kreditinstitut von einem bevorstehenden „Summer of Shocks“.

 

„Tail Risk“ Brexit

So wird etwa die Möglichkeit eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU (Brexit) von den Fondsmanagern als bedrohlichstes Extremrisiko („tail risk“) eingestuft  – noch im April rangierte der Brexit unter allen „Sorgenkindern“ nur auf Rang zwei. Auch wenn 71 Prozent der Befragten einen Brexit für unwahrscheinlich oder sogar sehr unwahrscheinlich halten, scheint man sich auf das Schlimmste eingestellt zu haben. Zumindest sind per Saldo 36 Prozent in britischen Aktien untergewichtet, was dem niedrigsten Stand seit November 2008 entspricht. Was dies für den deutschen Aktienmarkt bedeuten kann, habe ich wie immer für die Börse Frankfurt HIER ausgeführt.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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