Märkte

Auf die Reihenfolge kommt es an

am
27. April 2016

Auf den ersten Blick mag es vernünftig erscheinen, wenn Anleger sich vor wichtigen Notenbanksitzungen in den USA und Japan zurückhalten und erst einmal abwarten wollen. Dies spiegelt auch die Stimmung der deutschen Börsianer wider, die sich nun die zweite Woche in Folge verschlechtert hat. Blickt man jedoch auf das Zwischenhoch, das der DAX seit der jüngsten Stimmungserhebung der Börse Frankfurt markiert hat – meinen Kommentar dazu finden Sie HIER – fällt auf, dass bis zum Eröffnungskurs dieses Jahres mit einem Hoch von knapp 10.475 Zählern nur noch rund zehn Punkte gefehlt haben. Gemessen am Schlusskurs 2015, der zwar immer noch ein paar Prozent höher als das Maximum dieses Jahres lag, haben zumindest diejenigen Anleger, die den zwischenzeitlichen Kurssturz des Börsenbarometers um mehr als 18 Prozent allein in diesem Jahr ausgesessen haben, fast den kompletten Verlust wieder wettgemacht.

Deswegen liegt es nahe, dass viele dieser Akteure nicht nur froh waren, wieder frühere Bewertungsniveaus erreicht zu haben, sondern sich an eben diesem Referenzpunkt „Jahreseröffnung“ in der vergangenen Woche orientierten und sich so von einigen Engagements mit einem nur noch kleinen „blauen Auge“ getrennt hatten. Auch wenn am Ende noch ein kleiner Verlust übrig blieb, dürfte für manchen Anleger dieses Börsenjahr nun wieder halbwegs ordentlich aussehen. Denn es fühlt sich auf jeden Fall gut an, wenn man einen Verlust wieder wettgemacht hat.

Das sah 2015 ganz anders aus, als der DAX bis Mitte April über 25 Prozent zulegen konnte und danach Ende August all diese schönen Gewinne wieder einbüßen musste. Obgleich damit für viele Anleger seit Jahresanfang nichts verloren war, ist kaum etwas schlimmer, als einen Profit wieder hergeben zu müssen. Obwohl also 2016, gemessen an der DAX-Entwicklung, bislang ein Null-Jahr war, dürften sich viele Anleger mit der Episode von 2016 besser fühlen als im August vergangenen Jahres.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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