Märkte

„Rationaler Überschwang“

von Joachim Goldberg am 15. April 2015

Die jüngste BofA Merrill Lynch Umfrage unter globalen Fondsmanagern hat es ans Licht gebracht: Die Aktienmärkte werden für überbewertet gehalten. Zwar ist die Gruppe der Investoren, die diese Meinung vertreten, im Vergleich zur März-Umfrage nur um zwei Prozentpunkte auf jetzt netto 25 Prozent gestiegen, doch markiert dies den höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Das Rekordhoch der Umfrage von netto 42 Prozent (der Anteil der Fondsmanager, die Aktien für überbewertet halten minus derer, die das nicht tun) rührt übrigens aus dem Jahre 1999. Dennoch gelten sowohl japanische als auch europäische Aktien im Gegensatz zu US-Titeln (die per Saldo 68 Prozent der Befragten für global am stärksten überbewertet halten) für unterbewertet. Möglicherweise deswegen sprach Manish Cabra, Stratege für europäische Aktien bei BofA Merrill Lynch, von einem rationalen Überschwang an den europäischen Aktienmärkten. Als wollte er damit andeuten, man dürfe hierzulande immer noch unbesorgt einsteigen, weil die Übertreibung zwar vorhanden, aber eben nicht irrational sei.

Dass wir tatsächlich von einer Übertreibung – sei sie nun rational oder nicht – am deutschen Aktienmarkt noch meilenweit entfernt sind, zeigt auch die jüngste Sentiment-Umfrage der Börse Frankfurt, die ich dieses Mal HIER kommentiert habe.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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