Märkte Wirtschaft

Noch einmal Griechenland

am
11. Februar 2015

Als ich kürzlich die Geschichte von einem wohlhabenden Griechen hörte, der angeblich eine Luxuskarosse bestellt hatte, sich andererseits aber damit gebrüstet haben soll, dass er trotz stattlicher Einkünfte fast keine Einkommensteuer zu leisten habe, bin ich ins Grübeln gekommen. Schnell ist manch einer angesichts eines solchen Einzelfalls geneigt, die Griechen moralisch zu verurteilen – ein gedanklicher Kurzschluss, der dem Repräsentativitätsirrtum geschuldet sein mag. Wie unangemessen das derzeitig oft vernehmbare Gerede ist, gleich vom moralischen Versagen eines ganzen Volkes zu sprechen, zeigt sich an den jüngsten Enthüllungen über eine Schweizer Tochter der britischen Großbank HSBC (vgl. Swissleaks). Dabei wird hier nur beispielhaft deutlich, dass sich offensichtlich immer wieder eine kleine Elite unangemessen bereichert, zulasten einer großen Mehrheit, die, wie im Falle Griechenlands, sogar massiv leidet.

Während die Griechenland-Krise noch längst nicht gelöst ist, zumal die Verhandlungspartner, die neue griechische Regierung und die Vertreter der Eurozone, jeweils sehr hohe (psychische) Commitments eingegangen sind, scheinen sich die Anleger hierzulande längst an das Drama gewöhnt zu haben. Dies hat sich auch in der heutigen Sentiment-Erhebung der Börse Frankfurt niedergeschlagen, die ich HIER kommentiert habe.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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