Märkte

Wer hat den DAX gekauft?

am
21. Januar 2015

Während der vergangenen 14 Tage hat der DAX fast acht Prozent zugelegt. Dennoch bleibt unklar, wer eigentlich diese deutliche Bewegung ausgelöst hat. Eine so genannte Short-squeeze kurzfristig orientierter Anleger? – Glaube ich, offen gesagt, nicht. Und die mittelfristig orientierten Akteure? Die haben nach der jüngsten Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt dem Anschein nach nicht allzu viel zum Aufwärtstrend beigetragen. Im Gegenteil: Es gab Abgaben, die eigentlich eine Kaufwelle kurzfristiger Marktteilnehmer in dieser Größenordnung nicht zugelassen hätte.

Vielmehr steht bei den mittelfristigen Investoren angesichts der bevorstehenden EZB-Sitzung und der Griechenland-Wahlen das Thema Sicherheit im Vordergrund, so dass sich sogar ein leicht pessimistisches Stimmungsbild für den DAX malen lässt. Bleibt noch das langfristige Kapital, vornehmlich aus dem Ausland, das als Kaufmotor infrage käme. Antworten darauf können Sie in meinem heutigen Sentiment-Kommentar für die Börse Frankfurt HIER nachlesen.

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2 Kommentare
  1. Antworten

    Michael

    22. Januar 2015

    Das Rätsel lässt sich schon seit Jahren nicht klären. 🙂 Seit wann steigen bei „Deflation“ Aktienkurse? Traghi ist ein Lügner. Die Bundesbank publiziert die Käufe mit ein paar Monaten Verspätung. Da war seit Jahren Flaute. Auch Ausländer würden unter der Prämisse des neuartigen Draghi-QE-Euros zusehen, in eine solidere Währung zu türmen. Rückkäufe gab es in Deutschland nicht, im Gegenteil. Die berühmte Commerzbank notiert die neuen Aktien berücksichtigt auf Allzeithoch! Andere Klitschen auch. Die gestiegene Volatilität passte überhaupt nicht zu den steigenden Kursen. Die Fundamentaldaten und Wachstumsaussichten machen nichts her. Der DAX stieg, obwohl der DOW Schlaffheit zeigte. Fragen über Fragen. Die Antwort könnte buy the rumors, sell the facts heißen. Morgen wissen wir es. 😉

    M.E. kann Traghi nichts mehr richtig machen, außer seinen Rücktritt erklären. Ob Chartist oder Fundamentalist, ob Bulle oder Bär, das irre Treiben im Börsenzoo lässt sich leicht deuten. Die Banken wollen die Sparer in eine Milchmädchenhausse treiben, weil sie die Kurse mit Derivaten hochgetrieben haben. Sie wollen von Dummen „freigekauft“ werden. Wenn im Herbst der letzte US-Fracker seinen Laden schließt, der Ölpreis unter 80 $/b bleibt, brennt in den USA die Hütte und an den übrigen Börsen erst recht. Sollten die Ölpreise steigen, zöge die Inflation an. Das wird sie spätestens ab 2016 sowieso, ein rein technischer Effekt. Traghi wird mit seinem QE kläglich scheitern, egal wie hoch die Summen sind. An der Lösung der Probleme im Süden führt kein Weg vorbei. Bisher sahen wir nur Reformverweigerung. Weil Traghi alles falsch gemacht hat. Es wäre attraktiver auf steigende Ölpreise als auf den DAX zu wetten, wenn man davon ausgeht, dass es bis zum nächsten Supercrash noch etwas dauert.

    Später bricht das Zentralbank-Lügengebäude mit einem gigantischen Crash zusammen. In der Haut von (Zentral-)Bankern möchte ich auf absehbare Zeit nicht stecken. Die Milchmädchen, die die Aktien kaufen sollen, hassen Banker nicht grundlos wie die Pest. Aus dem Grund könnte der faule Zauber noch etwas dauern. Geld von der Bank abheben und Boykott von Waren und Dienstleistungen aus Südeuropa, bis die Länder ihre Wirtschaft auf solidem Weg flottzumachen gedenken, dürfte für die Mehrheit in Deutschland die richtigste Lösung sein.

    Die Veranstaltung ähnelt stark 2007/2008. Damals wurden die Milchmädchen mittels „Abgeltungssteuer“ in die Arena getrieben und dort von den Löwen vernascht.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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