Märkte

Zu viel Enttäuschungspotenzial

am
3. September 2014

In den Wirtschaftsmedien wird derzeit verstärkt der Eindruck erweckt, die Börsianer warteten mit Spannung auf die morgige Entscheidung der Europäischen Zentralbank. Abgesehen davon, dass ich nicht davon ausgehe, dass die EZB irgendwelche neuen gravierenden geldpolitischen Beschlüsse verkünden wird, dürfte außerdem vielen Marktteilnehmern mittlerweile klar sein, dass der EZB-Rat der wirtschaftlichen Entwicklung ohnehin nur hinterherhinken würde, egal, wie weitreichend die Maßnahmen ausfallen sollten, die er morgen treffen wird. Es scheint ja sogar weiteres Abwarten angesagt zu sein, wobei einmal mehr deutlich würde, wie asymmetrisch die Aktionen der Zentralbanker um das angestrebte Inflationsziel von mittelfristig zwei Prozent verteilt sind: Während man bei einem Überschreiten dieses Niveaus zu früheren Zeiten auf geringste Veränderungen mit Zinserhöhungen reagiert hätte, rächt sich nun das lange Abwarten auf der anderen Seite, unterhalb dieser Ziellinie.

Die Investoren, die die Börse Frankfurt jede Woche befragt, scheinen das ähnlich zu sehen. Während es bei den Privaten eine erdrutschartige Veränderung nach unten gab, zeigt sich auch die Mehrheit der institutionellen Anleger nicht wirklich optimistisch. Meinen Kommentar zu den heutigen Zahlen finden Sie HIER.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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