Dollar am Morgen Märkte

Presidents‘ Day

von Joachim Goldberg am 18. Februar 2020

EUR USD (1,0830)             Es war wie erwartet ein ruhiger Handelstag, denn die US-Märkte hatten gestern aufgrund des „Presidents‘ Day“ geschlossen. Und so hielten sich auch die Euro-Bewegungen in ganz engen Grenzen. Immerhin: Der DAX hat gestern ein marginal höheres Allzeithoch produziert.

Nun hat mich ein Kollege auf einen Bloomberg-Beitrag aufmerksam gemacht, der bereits eine Woche alt (HIER) und von den Kommentatoren offenbar weithin unbeachtet geblieben ist. Darin geht es um die erste Überprüfung der EZB-Strategie seit dem Jahr 2003. Dieser Prozess sollte ursprünglich über das ganze Jahr 2020 hinweg andauern und hat unter anderem die Untersuchung des Inflationsziels zum Gegenstand. Nun scheint man es, sofern man sogenannten Quellen („euro area officials“), die natürlich nicht genannt werden wollen, Glauben schenken mag, innerhalb der EZB doch etwas eiliger zu haben: Offenbar möchte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bereits im Sommer eine Entscheidung zur Formulierung des Inflationsziels getroffen haben.

Warum plötzlich diese Hektik? Denn zwischen dem Bloomberg-Beitrag und der EZB-Sitzung am 23. Januar, in der die Überprüfung der EZB-Strategie bis zum Jahresende offiziell angekündigt worden war, lagen gerade einmal drei Wochen. Über den Grund kann man nur spekulieren. Macht man sich Sorgen über die Folgen der Coronavirus-Epidemie oder über die nicht gerade ermutigenden Zahlen zum Wachstum in der Eurozone? Man darf zumindest gespannt sein, wie etwa ein neues Inflationsziel tatsächlich aussehen, viel wichtiger aber noch, wie man es erreichen könnte.

Unterdessen bleibt der Euro in seinem kurzfristigen Abwärtstrend mit Potenzial bis 1,0755/60, möglicherweise auch tiefer. Eine erste Stabilisierung wäre nur nach Überschreiten von 1,0925/30 möglich.

 

Hinweis

Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

 

SCHLAGWÖRTER

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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