Dollar am Abend Märkte

Wir haben einen (Teil)-Deal!

von Joachim Goldberg am 16. Januar 2020

EUR USD (1,1150)             Nun ist also der sogenannte „Phase-eins-Deal“ von Chinas Vizepremier Liu He und US-Präsident Donald Trump unterzeichnet worden. Ein Teilabkommen, um das es einen großen Hype gab und von dem man nach der Unterschriftszeremonie immerhin eines genau wusste: Das Vertragsdokument ist 86 Seiten lang. China wird unter anderem sein Importvolumen von US-Gütern und Dienstleistungen in den kommenden zwei Jahren drastisch erhöhen, und zwar, wie vorgestern bereits durchgesickert war, um rund 200 Mrd. USD gegenüber dem Niveau von 2017, verteilt auf zwei Jahre. Auch hat sich China dazu verpflichtet, seine Währung nicht zu manipulieren.

 

Abkommen nicht viel mehr als ein Waffenstillstand

Allerdings enthält das Abkommen offenbar keine Vereinbarungen, sondern teils nur vage Absichtserklärungen zu den eigentlich wichtigsten Streitpunkten im Handelskonflikt. Dazu gehören etwa Pekings Subventionspolitik, die Bekämpfung der Internetkriminalität und eine Absage an Urheberrechtsverletzungen.

Auf der anderen Seite bleiben die Strafzölle der USA auf chinesische Importe zu großen Teilen des 360 Milliarden USD umfassenden Volumens unverändert hoch. Immerhin ließ Handelsminister Robert Lighthizer durchblicken, dass eine weitere Reduzierung der Importsteuern Bestandteil des sogenannten „Phase 2-Deals“ sein soll. Entgegen Meldungen vom Dienstag beabsichtigt die Trump-Administration anscheinend allerdings nicht, mit diesem zweiten Teil des Abkommens zwingend bis zu den US-Präsidentschaftswahlen im November zu warten.

 

Kein “buy the rumour, sell the fact”

Die US-Aktienmärkte, die zunächst mit marginal höheren Allzeithochs aufwarteten, konnten ihre Intraday-Gewinne allerdings nicht vollständig halten. Auf der anderen Seite kam es bislang aber auch nicht zu einem großen Abverkauf, wie er vielerorts von Analysten prognostiziert worden war. Nach dem Motto „Buy the rumour, sell the fact“.

Gegenüber dem Euro verharrte der US-Dollar vor und nach der Unterzeichnung des Abkommens bewegungslos – die Gemeinschaftswährung hatte zuvor bereits in geringem Umfang zugelegt. Zudem blieben ökonomische Daten angesichts des gestrigen Ereignisses ohne Bedeutung. Tatsächlich muss der Euro nach wie vor an der Oberseite 1,1180/85 überwinden, um seine leichte Schwächetendenz abzulegen.

 

Hinweis

Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

SCHLAGWÖRTER

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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