Dollar am Morgen Märkte

Ein guter Deal für beide Seiten?

von Joachim Goldberg am 15. Januar 2020

EUR USD (1,1130)             Vermutlich wurde gestern immer noch darüber diskutiert, in welchem Umfang sich China bei dem sogenannten „Phase-eins-Deal“ innerhalb des US-chinesischen Handelsabkommens zu Käufen von US-Gütern verpflichtet haben könnte. Dieses soll nun heute um 17:30 Uhr (MEZ) unterzeichnet werden. Von einer Erhöhung des Importvolumens auf chinesischer Seite um 200 Mrd. USD im Laufe der kommenden beiden Jahre ist vor allem die Rede. Dabei soll den größten Posten der Ankauf von US-Industrieerzeugnissen darstellen.

 

Keine große Strafzollsenkung

Und was bekommt China dafür? Ich habe gestern „en passant“ eine Chart der bislang geltenden US-Zölle auf Chinaimporte gesehen und war schon erstaunt, wie gering sich das Entgegenkommen der USA in der grafischen Darstellung niederschlägt. Die frühere Fed-Chefin Janet Yellen brachte es beim Asian Financial Forum am Montag auf den Punkt: Mit dem Teilabkommen bleiben chinesische Güter im Wert von hunderten Milliarden Dollar unverändert hoch besteuert.

Nämlich mit Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent auf ein Importvolumen von 250 Mrd. USD. Die am 1. September 2019 verhängten Importzölle in Höhe von 15 Prozent auf etwa 120 Mrd. USD China-Importe werden um die Hälfte reduziert und auf die ursprünglich für Dezember 2019 geplante Einführung weiterer Strafzölle auf Konsumgüter mit einem Volumen von 156 Mrd. USD wird verzichtet. Und daran wird sich, wenn man einem Medienbericht von gestern Abend (MEZ) Glauben schenkt, vor den US-Präsidentschaftswahlen im November nichts ändern. Andere Positionen des Teilabkommens sind indes noch nicht richtig deutlich geworden. Immerhin: China wird nicht mehr als Währungsmanipulator bezeichnet.

 

Keine deutliche US-Inflation in Sicht

Unter den gestern publizierten ökonomischen Daten ist die Entwicklung der US-Konsumentenpreise erwähnenswert, die mit +2,3 Prozent im Dezember (gegenüber Vorjahr) minimal hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückblieben. Aber die wichtigere Kernrate entsprach aufgerundet immerhin mit 2,3 Prozent der Median-Erwartung der Analysten. Zieht man außerdem das am vergangenen Freitag publizierte enttäuschende Lohnwachstum von nur +2,9 Prozent (ggü. Vj.) in Betracht, besteht für die US-Notenbank kein Anlass, auch nur im Traum über eine bedrohliche Inflationsentwicklung nachzudenken.

Ob der Euro gegenüber dem US-Dollar gestern deswegen etwas an Boden verlor, kann indes nicht zwingend bestätigt werden. Zumindest war die Schwäche nicht von nachhaltiger Natur, so dass der erneute Anlauf der Euro-Bären im Sande verlief. Tatsächlich befindet sich die Gemeinschaftswährung zurzeit, wie es gestern ein Kommentator ausdrückte, in „tiefem Morast“. Immerhin mit leichter Schwächeneigung, solange 1,1180 nicht überwunden wird.

 

Hinweis

Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 5 Stellen.

 

SCHLAGWÖRTER

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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