Dollar am Abend Märkte

Daten-Freitag

von Joachim Goldberg am 25. November 2019

EUR USD (1,1020)             Auch die abgelaufene Handelswoche gehörte mit einer Bandbreite von etwas mehr als 80 Stellen für den Euro nicht zu den lebhaften innerhalb dieses Jahres. Und am Ende gab es auch einen kleinen Wochenverlust, der im großen Ganzen auf den Kursrückgang vom vergangenen Freitag zurückzuführen war. Wenn man möchte, kann man für diese Entwicklung ökonomische Daten zurate ziehen, von denen die Schnell-Schätzungen zu den Einkaufsmanagerindices der Eurozone und den USA (Markit) für November bereits für sich betrachtet eine gute Begründung geliefert haben dürften.

 

Stimmung etwas gebessert

Immerhin scheint der Rückgang des Einkaufsmanagerindex (PMI) in Deutschland mit einem Wert von 43,8 für das verarbeitende Gewerbe etwas abzuebben, zumal diese erste Schätzung über der Medianerwartung der Ökonomen lag. Dabei handelt es sich um den besten Wert seit Juni, aber deswegen gleich eine Jubelarie anstimmen oder gar von einer Trendwende sprechen? Zumal sich der PMI Deutschlands immer noch im Kontraktionsbereich, also deutlich unterhalb der 50er Schwelle zur wirtschaftlichen Expansion befindet. Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Es sei schon erstaunlich, was zurzeit als „gut“ bezeichnet werde.

Aber selbst bei relativer Betrachtung, wie sie von den Akteuren mehrheitlich praktiziert wird, gab es im gleichen Zuge auch einen Dämpfer zu vermelden: Der Index der Dienstleister war, gemessen an der mittleren Erwartung der Ökonomen, eine Enttäuschung. Auch die PMI-Werte für die Eurozone blieben damit durchwachsen, und der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (Composite) konnte mit 50,3 in der vorläufigen Version nicht überzeugen.

 

Tagessieger USA

Für die USA sah es hingegen ein paar Stunden später in Sachen Einkaufsmanagerindices etwas besser aus. Die mittleren Prognosen der Ökonomen wurden sowohl beim produzierenden Gewerbe als auch bei den Dienstleistern durch die tatsächlichen Werte übertroffen. Mit einem vorläufigen Composite-Wert von 51,9 könnte nach Einschätzung des Chef-Ökonomen von IHS Markit der schlimmste Teil der jüngsten wirtschaftlichen Abschwächung in den USA bereits hinter uns liegen.

Alles zusammengenommen ergibt sich – insbesondere, wenn man einen weiteren Stimmungsindex, das ebenfalls am Freitag publizierte Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (96,8 endgültig gegenüber erwarteten 95,7), zum Gesamtbild noch hinzunimmt – ein „Tagessieg“ für die US-Ökonomie. Und für den Dollar. Gleichzeitig hat der Euro seine vorherrschende Tendenz zur Schwäche verstärkt und bleibt in dieser ungünstigen Position – allerdings derzeit nur mit Potenzial bis 1,0980 (nur heute) bzw. 1,0945/50 –, solange nun 1,1085 nicht mehr überwunden wird.

 

 

Hinweis

Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.

SCHLAGWÖRTER

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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