Dollar am Morgen Märkte

Zu wenig Dynamik beim Euro

von Joachim Goldberg am 13. Juni 2019

EUR USD (1,1295)             Auch gestern verlief der EUR-USD-Handel in ausgesprochen ruhigen Bahnen, wobei der Gemeinschaftswährung allerdings allmählich die Luft auszugehen scheint. Zumal die Akteure nun bereits seit drei Handelstagen auf ein neues Euro-Hoch warten müssen. Dabei scheint sich zumindest bei den kurzfristig orientierten Marktteilnehmern eine gewisse Unruhe breit zu machen, denn es passt für viele nicht so recht ins Bild, dass sich der Euro derzeit noch relativ stabil präsentiert. Dazu passt, dass Kommentatoren gestern feststellten, der Wechselkurs sei zuletzt eher durch Dollarschwäche als durch Eurostärke bestimmt worden. Eine Bewertung, die so jedoch nicht durchgehend nachvollziehbar ist. Zumindest wenn man als Ausgangspunkt den 3. Juni wählt, den Tag, an dem die Aktienmärkte (angeblich infolge der Einigung im US-mexikanischen Handelsstreit) zu ihrer jüngsten Rallye ansetzten. Bis zum Ende der gestrigen europäischen Handelssitzung hatte sich der Euro, gemessen in seinem Verhältnis gegenüber einem Korb verschiedener Valuten (vgl. Reuters), sogar ein wenig stärker befestigt, als der Dollar-Index (Dollar-Entwicklung gegenüber einem Korb mehrerer Valuten) gefallen war. Von einer fehlenden inneren Stärke des Euro zu sprechen scheint also, je nach Ausgangspunkt der Berechnungen, etwas gewagt. Aber es fehlt an Dynamik.

 

US-Preisdaten bewegen wenig

Zu den im Vorfeld als wichtig erachteten Ereignissen des gestrigen Handelstages zählte eine Rede von EZB-Präsident Mario Draghi, die jedoch keine neuen Erkenntnisse mit sich brachte. In den USA wurde die Entwicklung des Konsumentenpreisindex publiziert, der im Mai gegenüber dem Vormonat und den mittleren Erwartungen der Analysten mit leicht 1,8 Prozent (ggü. Vorjahr) zurückblieb. Dies galt auch für die Kernrate (ex Nahrungsmittel und Energie), die mit 2,0 Prozent publiziert wurde. Allerdings reagierte der Dollar nur kurzzeitig, zumal besagter Preisindex nicht das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbanker darstellt. Diese verlassen sich vornehmlich auf die Entwicklung des Index der privaten Konsumausgaben (PCE).

Per Saldo hat sich der Euro gestern jedoch zum Dollar etwas abgeschwächt und findet sich in seiner früheren Konsolidierungszone (1,1110-1,1325) wieder. Um dem Ausbruch von vor vier Handelstagen etwas mehr Nachhaltigkeit (verbunden mit einer bullishen Perspektive bis 1,1450/55) zu verleihen, wäre zumindest ein baldiges Überschreiten des bisherigen Juni-Hochs (1,1345), am besten noch heute, vonnöten. Ansonsten läuft der Ausbruch des Euro vom 7. Juni an der Oberseite Gefahr, als Fehlentwicklung klassifiziert zu werden. Die Folge: deutlichere Kursrückgänge. Dies gilt insbesondere, wenn an der Unterseite 1,1210/15 nicht gehalten werden kann.

 

Hinweis

Alle genannten Preisniveaus verlieren ab einer bestimmten Durchstoßgröße ihre Gültigkeit. Diese beträgt für EUR/USD 10 Stellen.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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