Behavioral Living Verschiedenes

Tra-ri Tra-ra, die Post ist nicht da!

von Joachim Goldberg am 4. November 2016

C' posta per teIch bin immer daran interessiert, was sich auf dem Felde der Behavioral Finance/Economics tut, und bestelle daher regelmäßig neue Forschungsliteratur, oft aus den USA, die mir dann meist per DHL zugestellt wird. Gerade in letzter Zeit fällt mir jedoch auf, dass ich, obwohl ich daheim an meinem Schreibtisch saß, mehrfach schon einen Abholschein für einen Brief in meinem Postkasten vorfand, weil ich angeblich nicht zu Hause anzutreffen war. So auch gestern. Missmutig begab ich mich zum etwa zwei Kilometer entfernten Postamt, um einen DIN A4 großen Brief, gefüllt mit einem Taschenbuch, abzuholen.

Auf meine Frage, warum die Postbotin (seit ein paar Monaten ist eine neue Zustellerin für unser Wohngebiet zuständig) den Brief nicht in meinen Briefkasten gesteckt oder, wie bei ihrem Vorgänger üblich, beim Nachbar abgegeben hätte, bekam ich auf dem Postamt eine Antwort, die mir schlichtweg die Sprache verschlug. Die Zustellerin habe den Brief gar nicht erst auf ihre Tour mitgenommen, weil nicht alle Briefe in ihren Zustellwagen hineingepasst hätten. Mit anderen Worten: Ein Teil der Briefe ist einfach bei der DHL liegen geblieben und wurde auch nicht am kommenden Tag ausgetragen. Stattdessen muss die Zustellerin schon vorab diverse Abholscheine ausgefüllt haben, damit die Empfänger die Post selbst beim zuständigen Postamt abholen konnten.

 

Porto ja, Service nein

Eigentlich wollte ich jetzt nicht noch weitere Sunk Cost im Sinne zusätzlicher verlorener Zeit – auf dem Postamt muss man häufig auch noch 20 Minuten anstehen – auf mich nehmen und hätte die ganze Geschichte eigentlich auf sich beruhen lassen sollen. Aber ich war dann doch zu neugierig und rief bei der Beschwerdestelle der DHL an. Dort war man überhaupt nicht überrascht, denn die DHL hätte aufgrund einer betrieblichen Störung (unerwartete Erkältungswelle) seit 3 Wochen in ganz Deutschland erhebliche Schwierigkeiten bei der Zustellung. Und da müsste man schon einmal ein paar Tage Verspätung in Kauf nehmen oder auch selbst seine Beine in die Hand nehmen und die Post abholen – dazu sei die DHL im Übrigen berechtigt, erfuhr ich.

Vielleicht sollte ich das nächste Buch nicht mehr im Internet bei Amazon – dort verlässt man sich laut Angaben der Service-Line bei der Zustellung von Taschenbüchern ausschließlich auf die DHL –, sondern wie früher im Buchhandel kaufen. Vielleicht sollte ich sogar dazu übergehen, nicht mehr selbst die Märkte zu analysieren, sondern diese Dienstleistung meinen Kunden überlassen, selbstverständlich, ohne auf mein Honorar zu verzichten.

SCHLAGWÖRTER
2 Kommentare
  1. Antworten

    Patrick Jullien

    4. November 2016

    Ich beobachte schon seit langer Zeit dass bei uns Montags gar keine Post zugestellt wird (Dienstags ist der Briefkasten dann überfüllt) und Samstags nur eingeschränkt (Da muss die Post ja die Werbeblättchen einwerfen.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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