Märkte

Eine scheinbar klare Sache

von Joachim Goldberg am 26. Oktober 2016

senti_26102016Den Prognosen zufolge ist die US-Präsidentschaftswahl bereits entschieden. Denn in manchen Polls führt die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, gegenüber Donald Trump mit einem zweistelligen prozentualen Vorsprung. Das scheint auf den ersten Blick für die Finanzmärkte mehr Sicherheit zu bedeuten, denn würde ein Sieg Trumps wahrscheinlicher werden, wäre das gleichbedeutend mit einer steigenden Unsicherheit vor allen Dingen in Wirtschaftsfragen, worauf die Märkte sicherlich mit einer größeren Volatilität reagieren dürften.

Auf den zweiten Blick wird mit dem hohen Vorsprung Clintons ein Referenzpunkt gesetzt, der kaum mehr zu überbieten ist, so dass deren tatsächlicher offizieller Wahlsieg am 8. November möglicherweise zu einem so genannten Non-Event herabgewürdigt werden könnte. Sollte indes der momentan als uneinholbar geltende Vorsprung Clintons doch noch dahinschmelzen, würde einem dann knapp ausfallenden Sieg der demokratischen Bewerberin um das höchste Amt in den USA, gemessen an dem zuvor gesetzten hohen Bezugspunkt, fast schon der Ruch einer Niederlage oder eines Verlustes anhaften. Und das käme für die Wahrnehmung der Börsianer einem Negativum gleich, was diese wiederum mit hektischen Reaktionen quittieren könnten.

 

Unterschätzter US-Senat

Immerhin wird am 8. November auch ein Drittel des Senats und das Repräsentantenhaus neu gewählt. Wenn der neue US-Präsident Donald Trump hieße, würde diesem ein Regieren mit klaren Mehrheitsverhältnissen zu Gunsten seiner Partei im Kongress wesentlich leichter fallen. Interessanterweise musste ich lange suchen, um zu den Kongresswahlen Prognosen zu finden. Während derzeit die Republikaner im Repräsentantenhaus über eine deutliche Mehrheit verfügen und diese kaum infrage gestellt wird, könnte es im Senat zu einem ganz knappen Ergebnis kommen. Derzeit verfügen die Republikaner gegenüber den Demokraten zwar über eine Mehrheit von 54:44 Stimmen (bei gleichzeitig zwei unabhängigen Senatoren), doch diese könnte selbst unter Berücksichtigung der im Senat verbleibenden zwei Drittel aller Senatoren dennoch fallen.

Das alles scheint jedoch die Investoren, die die Börse Frankfurt allwöchentlich nach ihrer Stimmung befragt, nur wenig zu interessieren. Für sie ist die Richtung des DAX ganz klar vorgezeichnet. Worauf man dabei aufpassen muss, können Sie meinem heutigen Kommentar HIER entnehmen.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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