Märkte

Von Aktien die Nase voll?

von Joachim Goldberg am 3. Februar 2016

Von Anfang an habe ich die Euphorie nicht verstanden, die ausbrach, als die Bank von Japan – sicherlich für fast alle Akteure an den Finanzmärkten überraschend – am vergangenen Freitag erstmals Negativ-Zinsen auf einen Teil der Einlagen von Geschäftsbanken eingeführt hatte. Sicherlich hat das Unterschreiten der Null-Untergrenze in Japan eine gewisse Signalwirkung ausgeübt. Wenn ich aber heute sehe, dass die Bank of Japan nicht einmal fünf Tage später bereits verbal nachlegen muss, kann man nicht von einem großen Vertrauen der Zentralbanker in die eigenen Fähigkeiten sprechen. Immerhin wird Zentralbankchef Kuroda damit zitiert, dass er erwäge, neue Instrumente zu entwickeln, falls die bisherigen Maßnahmen [zur Deflationsbekämpfung] nicht greifen sollten.

Offensichtlich sehen das auch die institutionellen Investoren so, die die Börse Frankfurt allwöchentlich befragt. Denn ihr Optimismus ist seit Jahresbeginn massiv zurückgefallen. Von den Börsenbullen der ersten Januarwoche (ihr Anteil hat sich von 70 auf 39 Prozent aller Befragten zurückgebildet) ist nur etwas mehr als die Hälfte übrig geblieben. Das Ganze hatte natürlich seinen Preis: So ist der DAX gegenüber dem Schluss des Vorjahres um mehr als 1000 Punkte gefallen. Immerhin scheint der Aktienmarkt von heimischer Seite nunmehr sauber zu sein und vielleicht sogar ein wenig zu skeptisch eingestellt. Welche Folgen dies für die weitere Entwicklung des DAX haben könnte, habe ich heute HIER für die Börse Frankfurt dargestellt.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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