von Joachim Goldberg am 1. April 2011

Ich bekomme jedes Mal zu viel, wenn Panini & Co. ein neues Sammelheft für Kinder und Jugendliche herausgeben. Sei es für die Fußballbundesliga oder eine gerade anstehende Weltmeisterschaft oder wie jetzt das neue „Star Wars Force Attax“-Sammelheft von Topps. Da einige Klassenkameraden meines zehnjährigen Sohnes diese Bilder nicht nur sammeln, sondern auch gerne untereinander tauschen, kann ich es ja verstehen, dass der Junge nicht hinten anstehen möchte. Allerdings ist aus seiner Sammelwut fast schon so etwas wie eine kleine Sucht geworden. Und so trägt er jede Woche sein bescheidenes Taschengeld zum Zeitungskiosk, wo es die Sammelbildchen hübsch verpackt zu kaufen gibt. Auch lässt er keine Gelegenheit aus, seine Mutter immer wieder um ein, zwei Packungen mit Bildchen anzubetteln.

Ja, da hat Topps ein cleveres Verkaufskonzept entworfen. Denn mein Sohn hat mir jüngst erklärt, dass nicht alle Bilder gleich viel wert seien. Da gibt es die normalen, die glitzernden, die viel seltener sind, und die so genannten Force-Master-Bilder – sie in einer Packung vorzufinden ist in etwa so wahrscheinlich wie ein hoher Lottogewinn. Dafür werden zurzeit bei eBay bis zu 40 € angeboten.

Mittlerweile hat sich das Album meines Sohnes recht gut gefüllt, so dass ihm von den Bildchen der unteren und mittleren Kategorie nur noch wenige fehlen. Und damit er nicht noch weiter unnötig viel Geld im Kiosk lässt – mittlerweile ist das Risiko, nur noch Doppelgänger zu erwischen zu groß geworden – machte ich den Vorschlag, ihm die fehlenden Karten bei eBay zu kaufen. Denn offenbar gibt es selbst manche Bilder der Unterklasse häufiger und andere eben seltener. Allerdings hatte der rational denkende Vater die Rechnung ohne seinen Sohn gemacht. Denn der freute sich überhaupt nicht über dieses großherzige Angebot, sondern sagte ganz lapidar: „Papa, ich möchte lieber die Packungen, denn die aufzureißen macht mir mehr Spaß!“ Und so wurde mir wieder einmal klar, dass die Vorfreude auf einen möglichen Gewinn immer noch die schönste Freude ist.

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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