Märkte

Gold, Minen und der Mythos des Durchschnittlichen

von Joachim Goldberg am 2. August 2010

Man kann zu Gold, Goldminen und technischen Analysen stehen wie man will. Aber was ich am 29. Juli im Finanzmarktteil der FAZ im Flieger zu lesen bekam, erschien mir schier unglaublich: „Der Goldpreis und die Aktienkurse der Goldminenaktien erreichen nunmehr Niveaus…. Einen kritischen Indikator bildet der Durchschnittskurs der vergangenen 200 Handelstage, die 200-Tage-Linie (….). Sie ist kein völlig zuverlässiger Indikator für die Zukunft, wird aber gerne als ein Orientierungsmaßstab herangezogen…“

Ich wusste gar nicht, dass ein gleitender Durchschnitt überhaupt für die Zukunft eine Aussagekraft besitzt, handelt es sich doch um eine Berechnung, die auf  Kursen der Vergangenheit beruht. Im besten Fall bekommen wir eine Idee – und dies auch nur näherungsweise – vom durchschnittlichen Einstandspreis aller schiefliegenden mittelfristigen Akteure der vergangenen 200 Handelstage. Ganz zu schweigen von irgendwelchen Wahrnehmungsveränderungen dieser Einstandspreise seitens der Entscheider aufgrund von Gewöhnungsprozessen. Wer also Gold allein wegen des Durchstoßes dieser Linie von oben nach unten verkaufen möchte, sollte es lieber bleiben lassen. Wer weiß, vielleicht geht es ja bald wieder über diese Linie von unten nach oben. Und dann wär’s nach landläufiger Theorie ein Kaufsignal. Ach ja: Ich finde die 199-Tage-Linie viel wichtiger (bitte nicht nachrechnen 😉 ).

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Joachim Goldberg
Frankfurt am Main

Seit rund 40 Jahren beschäftigt sich Joachim Goldberg mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein.

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